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Karabag 500 E: Elektroauto ja! Aber so?

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Karabag 500 E: Elektroauto ja! Aber so?

06.09.2010, 09:44 Uhr | Wolfgang Rudschies, ADAC

Karabag 500 E: Elektroauto ja! Aber so?. Karabag 500 E - teures Elektroauto auf Basis des Fiat 500 (Foto: ADAC)

Karabag 500 E - teures Elektroauto auf Basis des Fiat 500 (Foto: ADAC)

Der Karabag 500 E, ein Elektroauto auf Basis des Fiat 500, zeigt im ADAC-Autotest deutliche Schwächen. Das fehlende ESP macht eine gute Testnote unmöglich, im EcoTest erreicht der Wagen nur vier Sterne.

Außen Fiat, innen Elektroauto

Das Auto wird sofort als Fiat 500 erkannt. Aber ein Fiat ist es nicht mehr, nur dessen Hülle. Innen steckt die Antriebstechnik eines Elektroautos. Beim Losfahren sorgt das E-Mobil für Aha-Effekte. Mit leisem Surren, als wäre er eine Straßenbahn, gleitet der Karabag 500 E durch die Stadt. Für den Fahrer ein spektakulär neues Fahrgefühl. Für Fußgänger weniger angenehm – sie können den Wagen überhören. "Ganz schön gefährlich", murrt eine Mutter vor dem Kindergarten.

Italienisches Elektroauto zum deftigen Preis

Die Mobilität wird sich verändern, nicht nur bei den Geräuschen: Im Jahr 2020 erwarten Experten eine Million elektrisch angetriebene Fahrzeuge in Deutschland. Ein Auto wie der Karabag 500 E ist ein Pionier, eines der wenigen Elektromobile, das Kunden heute schon kaufen oder leasen können. Ein Kleinwagen mit Elektroantrieb zum Preis eines Oberklassemobils: 60.878 Euro. Den Umbau besorgt die Firma MicroVett in Italien, den deutschen Vertrieb der Hamburger Händler Karabag. RWE unternimmt einen Feldversuch mit einer kleinen Flotte der Strommobile. Der ADAC hat, um Erfahrungen mit der Zukunftstechnologie zu sammeln, drei 500 E in seinen Fuhrpark übernommen.

ADAC fährt bereits drei Karabag 500 E

Einen Karabag 500 E hat der Club jetzt zum ersten Mal nach den strengen Maßstäben des ADAC Autotests untersucht. Tester Martin Ruhdorfer: "Man merkt, dass der 500 E ein nachträglich umgebautes Auto mit Elektromotor ist, allein am fehlenden ESP und daran, dass der Antrieb gelegentlich überhitzt." Großserienhersteller belächeln den Karabag offen als "Bastelbude". An Prototypen wie den Smart Electric drive oder den E-Mini stellen sie höhere Anforderungen.

Neues Bewertungsschema für Elektroautos

Für den Test des 500 E hat der ADAC die Umweltbewertung von Elektroautos eingeführt. So bläst ein E-Mobil im Betrieb zwar weder CO2 noch Schadstoffe aus, jedoch fallen Emissionen bei der Stromproduktion an. Diese Werte fließen in die EcoTest-Bewertung des E-Mobils ein. So erreicht der 500 E wegen der strengen Maßstäbe im EcoTest nur vier Sterne.

Elektroauto lahm und laut

Außerorts ist es mit der Geräuscharmut im Karabag 500 E schnell vorbei. Bei 105 km/h, der abgeregelten Höchstgeschwindigkeit, werden im Fahrzeug 70 dB gemessen – das ist nur ein Dezibel weniger als in einem Fiat 500 Diesel bei 130 km/h. Für die Beschleunigung von 60 auf 100 km/h vergehen mehr als 26 Sekunden. Selbst Kleinwagen unter 60 PS können das zehn Sekunden flotter. Der Bremsweg von über 41 Metern aus 100 km/h enttäuscht. Die Heizung des 500 E wird mit Benzin betankt (Verbrauch: 0,7 l/h) und stößt im Betrieb nicht unerhebliche Abgase aus. Eine Notlösung ohne Katalysator, die dem Sinn eines abgasfreien Elektroautos widerspricht.

Der Akku hat eine gute Reichweite, eine Tankfüllung ist günstig

Positiv: Der 500 E kommt mit einer Akkufüllung sieben Kilometer weiter, als die Prospektangabe verspricht. 139 Kilometer sollten für Berufspendler, die wichtigste Zielgruppe von Elektroautos, als Reichweite genügen. Und die Stromkosten sind mit rund drei Euro pro 100 Kilometer sehr günstig – allerdings dauert die Ladezeit 3,5 Stunden. Die passive Sicherheit des 500 E überzeugt zwar, doch das fehlende ESP schlägt voll auf die Endnote durch: 4,1. Da ist noch viel Luft nach oben.

ADAC-Fazit:

Pro: Einfache Bedienung, lokal emissionsfrei, gute passive Sicherheit

Contra: Hoher Preis, kein ESP, schlechte Fahrleistungen, langer Bremsweg, Heizung nur Notlösung

Technische Daten Karabag 500 E

Motor

Elektromotor

Batteriekapazität

22 kWh (Lithium-Polymer)

Leistung

41 PS

Drehmoment

100 Nm

0-100 km/h

30 s

Höchstgeschwindigkeit

105 km/h

Reichweite

139 km

Preis ab

60.878 Euro

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