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Peugeot 2008 HybridAir: PSA-Hybrid arbeitet mit Luftdruck

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Peugeot 2008 HybridAir  

Dieser Hybrid schnappt nach Luft

07.07.2014, 10:21 Uhr | SP-X

Peugeot 2008 HybridAir: PSA-Hybrid arbeitet mit Luftdruck. Peugeot 2008 HybridAir (Quelle: Hersteller)

Peugeot 2008 HybridAir (Quelle: Hersteller)

Es liegt was in der Luft: Um den CO2-Ausstoß zu drücken und alternative Antriebe auch für preissensiblen Kleinwagen möglich zu machen, arbeiten die im PSA-Konzern vereinten Marken Peugeot und Citroën an einem Hybrid-Antrieb mit Druckspeichertechnik. Jetzt schnappen die ersten Peugeot 2008 HybridAir nach Luft.

Zwar bieten beide pflichtschuldig auch ein bei Mitsubishi eingekauftes Elektroauto an und am oberen Ende ihrer Modellpalette stehen Diesel-Hybride mit elektrisch angetriebener Hinterachse. "Doch die Zukunft unsere Volumensegmente sehen wir im HybridAir-Konzept", sagt Karim Mokaddem. Er ist Projektleiter bei PSA und hat gemeinsam mit Bosch nun schon vier Jahre geforscht und getüftelt, wie man ein Auto mit Luft fahren lassen kann. Und wenn es nur ein paar hundert Meter sind.

Luft-Hybrid: Drucktank hat viele Vorteile

Dass Mokaddem so sehr an dieser Idee hängt, hat viele Gründe. Zu allererst nennen die Entwickler die Kosten, die bei vergleichbaren Stückzahlen so deutlich unter denen eines elektrischen Hybriden liegen, dass man damit auch bei Stadtautos wie dem Peugeot 2008 oder dem Citroen C3 noch Geld verdienen kann. Außerdem sei das Handling eines Drucktanks viel leichter als eines Lithium-Ionen-Akkus, sagt Bosch-Projektleiter Christian Mecker: Egal ob bei Produktion, Reparatur oder Entsorgung.

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Luftdruck schnell aufgebaut

Und auch der Fahrer hat von der Luftnummer nur Vorteile: Zwar surrt ein HybridAir viel kürzer ohne Verbrenner als ein konventioneller Hybrid. Doch weil der Speicher mit der überschüssigen Bremsenergie schon nach zehn Sekunden und nicht erst nach mehreren Minuten wieder voll ist, hat der Benziner dafür viel öfter Pause: "Bis zu 80 Prozent der Fahrzeit im dichten Stadtverkehr schaffen wir so ohne Emissionen", sagt Mokaddem und verspicht bis zu 45 Prozent weniger CO2-Ausstoß: "Damit wird das Zwei-Liter-Auto greifbar."

Bislang waren das je nach Perspektive alles tolle Visionen oder jede Menge heißer Luft. Doch jetzt können Mokaddem und Mecker mit den ersten Prototypen bei einer Stadtfahrt durch Paris beweisen, dass sich die überschüssige Energie mit Pumpe und Hydrauliköl tatsächlich in einem Stickstofftank speichern und über einen Hydraulikmotor wieder abrufen und zum Fahren nutzen lässt.

Luft-Hybrid kaum zu hören

Das klingt zwar ein bisschen eigen, wenn man die Ohren spitzt und auf den ersten Metern ganz genau hinhört. Doch im Grundrauschen der Großstadt wird dieses zwitschernde Geräusch schnell verschluckt und der umgerüstete Peugeot 2008 schwimmt ganz unauffällig im dichten Verkehr über die Avenue Foch - mal mit dem Verbrenner, mal nur mit dem Hydraulikantrieb und mal mit kombinierter Kraft.

Luftikus wiegt 100 Kilo mehr

Welcher Motor gerade läuft, das erkennt man nur beim Blick auf den Monitor in der Mittelkonsole, wo orange und blaue Pfeile übers Bild wandern und die blaue Druckblase im Mitteltunnel rasant größer oder kleiner wird. Und man merkt es beim Kavalierstart an der Ampel. Dann nämlich packen beide Motoren mit voller Kraft zu. Zu den 82 PS des Dreizylinder-Benziners gesellen sich 41 PS aus der Hybrid-Maschine, der Sprintwert fällt unter zehn Sekunden und wer mag, lässt dabei sogar die Reifen quietschen. Da sind dann plötzlich sogar die gut zwei Zentner mehr Gewicht vergessen, die durch die Motor-Getriebeeinheit, den Drucktank und den Ausgleichsbehälter ins Auto kommen.

Mehr als nur heiße Luft

Zwar sind Bosch und die PSA-Marken mehr denn je überzeugt von ihrem Konzept und fühlen sich mit jedem Testkilometer im dichten Stadtverkehr von Paris ein bisschen mehr bestätigt. Schließlich ist der 2008 HybridAir jetzt auch auf dem Prüfstand schon mit einem Normschnitt von 2,9 Litern zufrieden. Doch ganz alleine gegen den Strom wollen sie dann doch nicht schwimmen.

In drei Jahren serienreif

"Im Grunde ist die Technik soweit, dass wir damit in drei Jahren in Serie gehen können", sagt Bosch-Mann Mecker. "Aber bevor wir die nächsten Entwicklungsschritte machen, müssen wir uns noch ein paar Mitstreiter bei der Konkurrenz suchen." Denn ohne den passenden Business-Case kann das große Sparen bei den kleinen Autos dann wohl doch nicht beginnen.

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