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Mitsubishi EV Autotest: Die Balken vor meinen Augen

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Elektroauto Mitsubishi EV im Test  

Die Balken vor meinen Augen, die Angst im Nacken

20.11.2014, 12:22 Uhr | t-online.de,

Mitsubishi EV Autotest: Die Balken vor meinen Augen. Mitsubishi EV - Blick auf die Instrumente (Quelle: t-online.de)

Mitsubishi EV - Blick auf die Instrumente (Quelle: t-online.de)

16 Balken zeigt das Display des Elektroautos Mitsubishi EV an, damit soll ich 160 Kilometer weit kommen. Ein Strich sollte also für etwa zehn Kilometer reichen. Trotzdem bin dabei ganz schön ins Schwitzen gekommen. Und das nicht wegen mangelhafter Mathematik-Kenntnisse.

Der EV ist das Facelift des ehemals Mitsubishi i-Miev genannten Elektrofahrzeuges. Doch weil i-Miev im Deutsche zu sehr nach "Mief" klingt, hat sich Mitsubishi für die naheliegende Namensänderung entschieden: EV, also schlicht Electric Vehicle - Elektroauto. Auf dem Heck klebt allerdings noch die "i-miev"-Plakette.

16 Balken: Voll im Saft

Los geht’s - Wählschalter von P auf D gelegt. Wie von einem Elektroauto gewöhnt, liegt das Drehmoment sofort an, der EV zieht flott von der Stelle. Lässiger Ampelstart, den Nebenmann stehen gelassen.

Mit dem i-Miev/EV war der japanische Hersteller Pionier auf dem Gebiet der E-Antrieb, als der Wagen 2010 auf den deutschen Mark kam. Peugeot hat den nahezu baugleichen iOn im Angebot, Citroën den C-Zero.

14 Balken: Elektrisierend

Ein Blick auf die Ladeanzeige: Zwei der Balken erscheinen bereits nicht mehr im Display. Blick auf den Kilometerzähler: Knapp zwölf Kilometer gefahren - und die in der Stadt. Besser neu kalkulieren: 16 mal 6 sind 96 Kilometer Reichweite, 12 habe ich schon, bleiben also gut 80.

Überraschend groß ist das Raumangebot im kleinen Japaner: Auf nur 3,48 Meter Länge finden vier Erwachsene vorne wie hinten bequem Platz. Der Mitsubishi braucht für Motor und Getriebe eben kaum Platz. Allerdings sollten die vier Erwachsenen Diät halten - mehr als 275 Kilo Zuladung sind nicht erlaubt.

10 Balken: Die Spannung steigt

Die Vermutung bestätigt sich: Sechs Balken sind mittlerweile verschwunden, gefahren sind bislang nur 32 Kilometer. Viel mehr als weitere 60 wohl nicht drin sein. Dass die 160 Kilometer ein theoretischer Wert sind, und dass Akkus bei Kälte schneller schlapp machen, ist bekannt. Aber es sind 14 Grad an diesem Nachmittag Ende Oktober - wirklich nicht allzu kalt.

Großes Raumangebot – aber sehr kleiner Wendekreis. Gerade mal neun Meter braucht der Japaner von Bordstein zu Bordstein. Ideal für enge Straßen und Parkbuchten. Selten war es so easy, einzuparken. Für die Stadt wie gemacht.

Die Autobahn ist frei, also mal drauftreten. 130 km/h ist als Höchstgeschwindigkeit angegeben, tatsächlich schafft das Vehikel 139 km/h.  Aber bei Tempi jenseits der 100 brechen die Balken im Minutentakt. Nichts wie runter von der Autobahn, das wird mir zu haarig.

6 Balken: Völlig unter Strom

Jetzt ist sie da: die Reichweitenangst. Saft für gut 30 Kilometer habe ich wohl noch. Wie weit bin ich hier eigentlich weg von dem rettenden Stromanschluss zu Hause? 25 Kilometer oder sind es 30? Sicher ist sicher - erst einmal Heizung/Lüftung ausstellen, Radio ausschalten, Jacke anziehen. Und: Wahlschalter auf "B" stellen, da gewinnt der EV effizienter Bremsenergie.

Liebes Mitsubishi-Innendesign-Team: Hilfreich wäre es, wenn die Fahrstufen beleuchtet wären. Und: Bitte stattet die Sitze mit etwas mehr Seitenhalt aus. Dankeschön.

Rekuperieren hin, Wahlmodus her, so wird es nicht reichen. Also hilft nur noch drastische Reduzierung der Geschwindigkeit, immer schön im grüne Bereich ("Eco-Modus“) fahren. Am besten im Windschatten. Ich klemme mich auf der Landstraße hinter einen LKW, muss aber abreißen lassen. 70 km/h sind mir zu riskant.

Ich fahre mit maximal Tempo 50 ganz rechts auf der Fahrbahn gen Heimat. Erstaunlicherweise kein Hupen hinter mir, nur wenige überholen. Offenbar hat man Mitleid mit Fahrer von Elektroautos.

Preislich ist der EV ein interessantes Angebot: Für 23.790 Euro ist der Stromer zu haben. Vor vier Jahren lag der Kaufpreis noch gut 10.000 Euro höher. Deutlich günstiger als eine BMW i3, und günstiger als ein VW e-up! Von anderen Modellen wie E-Golf, Tesla & Co. natürlich ganz zu schweigen.

2 Balken: Bloß keine Kurzschlusshandlung

Die beiden verbliebenen Balken beginnen zu blinken. Knapp zehn Kilometer dürften es noch nach Hause sein. Wetten will nicht nicht drauf - weder auf die Restentfernung noch auf die Restreichweiten. Nur nicht nervös werden, kein unüberlegtes Beschleunigen, keine Spirenzchen.

1 Balken: Anspannung, Entspannung

Gut ein Kilometer vor dem Ziel beginnt der letzte Balken zu blinken. Ich schwitze, und das ohne Heizung. Aber ich schaffe es nach Hause. Ganz knappe Kiste.

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