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Elektroauto: China bremst deutsche Autobauer aus

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Zukunftsmarkt Elektroautos  

China bremst deutsche Autobauer aus

13.11.2014, 09:11 Uhr | Heiko Lossie, Max-Morten Borgmann, dpa

Elektroauto: China bremst deutsche Autobauer aus. Das Denza-Elektroauto ist eine Kooperation von Daimler und dem chinesischen Partner BYD (Quelle: Hersteller)

Das Denza-Elektroauto ist eine Kooperation von Daimler und dem chinesischen Partner BYD (Quelle: Hersteller)

Der Zug für die Produktion herkömmlicher Autos mit Verbrennermotoren ist für China wohl abgefahren. Zu groß ist der technische Vorsprung der "westlichen" Automarken. Deshalb setzen die Chinesen auf eigene Elektroautos und versuchen, die etablierten Hersteller aus ihrem Markt herauszuhalten. Aber nicht alles geht glatt.

Wenn es um große Worte für Elektromobilität geht, hat China einiges zu bieten. Daimler rühmt sich, mit seinem chinesischen Partner BYD und dem E-Auto Denza das Maß der Dinge zu sein. So erfülle der Denza nicht nur das Versprechen, "das sicherste, zuverlässigste und durchdachteste Elektroauto zu sein, das in und für China gefertigt wird", sagt Daimlers Chinavorstand Hubertus Troska.

Es sei auch der erste Wagen, den die Erfinder des Automobils komplett außerhalb Deutschlands entwickelten.

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Elektroautos: VW will China-Markt aufrollen

Europas größter Autobauer Volkswagen will in den nächsten vier Jahren rund 20 Modelle mit E-Antrieb im weltgrößten Automarkt anbieten. Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Stephan Weil (SPD) lobt diesen Plan als "die größte Elektro-Offensive in der Geschichte der chinesischen Automobilindustrie".

Nur BMW spricht nicht in Superlativen. Die Münchner haben mit ihrem China-Partner die Marke Zinoro für den dortigen Markt gestartet. Verkaufen wollen sie das Elektro-Modell 1E aber gar nicht - den Wagen, der auf dem BMW X1 basiert, gibt es nur zum Leasing. Auch allzu große Stückzahlen peilt der Konzern nicht an. Zunächst sollen vor allem Erfahrungen gesammelt werden.

"Starkes Land des Autos"

Doch ob Vollgas oder abwarten: Beide Reaktionen haben ihre Logik. Denn Chinas Regierung will inländische Hersteller zu Marktführern bei der E-Mobilität machen und die Dominanz anderer Hersteller zurückdrängen. Staats- und Parteichef Xi Jinping sehe die E-Mobilität als einzigen Weg, um China zu einem "starken Land des Autos" zu machen, berichtet Mirjam Meissner vom Berliner Mercator Institut für China-Studien, kurz Merics.

2015 sollen rund 500.000 E-Fahrzeuge unterwegs sein, 2020 dann schon fünf Millionen. Dabei werden nur Autos staatlich gefördert, die in China entwickelt und gebaut werden. So bekommt etwa der BMW i3 keine Steuernachlässe. Meissner spricht von einem klaren industriepolitischem Ziel samt Druckaufbau. Zumindest die lokale Produktion springt angesichts staatlicher Förderung an: In den ersten zehn Monaten wurden laut Branchenblatt "Automotive News China" rund 47 000 E-Autos und Plug-in-Hybride in der Volksrepublik gebaut - fast fünfmal so viel wie ein Jahr zuvor.

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Auch abweichende Ladestandards als Hürde für die westlichen Hersteller seien in Vorbereitung. Doch das sieht Christian Vollmer, einer der VW-Topmanager in China, recht gelassen: "Man müsste dann schauen, wie man mit Adaptern da eine Lösung findet."

"Dafür sind ihre Karten zu gut"

Auch Automobilwissenschaftler Stefan Bratzel sieht wenig Grund für Sorgenfalten bei westlichen Herstellern. "Dafür sind ihre Karten zu gut." Mit der staatlichen Förderung für E-Mobilität habe China den Verbrennungsmotor überspringen wollen, weil der technische Vorsprung des Westens zu groß gewesen sei. Doch Chinas Hersteller hätten die Komplexität des Themas unterschätzt.

Laut der Merics-Analyse könnten chinesische E-Autos bislang weder in Qualität und Design noch beim Statuswert mit ausländischen Modellen schritthalten. "Auch hinsichtlich der Leistungsfähigkeit und Effizienz ihrer Batterien haben die chinesischen Hersteller noch Aufholbedarf", hält die Studie fest. So könnten ausländische Autobauer trotz des Gegenwinds erfolgreich auf Chinas E-Automarkt sein - sollte der sich denn nennenswert entwickeln.

Chinesisches Henne-Ei-Problem

Bratzel sieht dabei ein Henne-Ei-Problem: Ein nachhaltiger Schub für E-Autos bis hin zu reinen E-Auto-Städten sei nur drin, "wenn China eigene Hersteller hätte, die das im großen Rahmen anbieten. Ansonsten schneidet man sich ja ins eigene Fleisch und würde wieder vom Westen abhängen."

Ähnlich sieht es Merics-Expertin Meissner: "Der Druck auf ausländische Hersteller, Technologien offenzulegen, ist ungebrochen hoch. Der Punkt, an dem chinesische Hersteller technologisch stark genug sind, um aus eigenen Kräften für den Privatkunden attraktive Automobile anbieten zu können, ist jedoch noch lange nicht erreicht."

Laut Bratzel braucht China auch einen Entwicklungssprung bei der Ladetechnik. Das weiß auch die Regierung. So will sie laut Merics allein in Peking bis 2015 rund 37.000 Ladesäulen aufbauen. Die Hauptstadt verdoppelt außerdem die E-Auto-Subventionen und brummt Immobilienfirmen Strafen auf, wenn sie auf ihren Grundstücken keine Ladesäulen für Privatnutzer erlauben.

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