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Auch Roboter bauen Unfälle – doch wer haftet dafür?

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Autonomes Fahren  

Auch Roboter bauen Unfälle – doch wer haftet dafür?

28.03.2017, 11:46 Uhr | jps, dpa-AFX, rtr

Auch Roboter bauen Unfälle – doch wer haftet dafür?. Ein autonom fahrender Volvo XC90 wurde in einen Unfall verwickelt. (Quelle: Reuters)

Ein autonom fahrender Volvo XC90 wurde in einen Unfall verwickelt. (Quelle: Reuters)

Eigentlich soll autonomes Fahren Unfälle vermeiden, doch nun wurde – mal wieder – ein selbstfahrendes Auto in einen Unfall verwickelt. Der US-amerikanische Fahrdienstleister Uber bringt nach einer kurzen Pause wegen dieses Zwischenfalls seine autonome Flotte wieder auf die Straße. Doch wie stufen eigentlich deutsche Versicherungen die künstlichen Fahrer ein?

Uber hatte seine Fahrten mit selbstfahrenden Autos Ende vergangener Woche gestoppt, nachdem eines der Fahrzeuge in einen Unfall verwickelt war. Nach Angaben der Behörden war an dem Zusammenstoß nicht der Wagen des Fahrdienst-Vermittlers schuld, sondern der Fahrer des anderen Autos, der die Vorfahrt genommen habe. Niemand sei ernsthaft verletzt worden.

Dutzende Roboter mit und ohne Passagiere unterwegs

Der Wagen war von Software gesteuert ohne einen Passagier an Bord unterwegs. Der Unfall hatte für Aufsehen gesorgt, weil Uber testweise auch Fahrgäste mit den Wagen befördert, die in Pittsburgh und Arizona unterwegs sind. Der Chef von Ubers Roboterwagen-Entwicklung, Anthony Levandowski, hatte Ende Februar gesagt, dass rund ein Dutzend selbstfahrende Autos der Firma auf der Straße seien.

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Google-Roboter verursachte bereits einen Unfall

Bislang fuhr nur einmal ein Google-Roboterwagen einem Bus in den Weg, als es beim Umfahren eines Hindernisses auf der Straße die Spur wechselte. Eines der Uber-Autos hatte im Dezember in San Francisco eine Fußgänger-Kreuzung bei rot überquert.

Grundsätzlich soll die Halterhaftung weiterhin gelten

Auch bei automatisch gesteuerten Autos will Europas größter Versicherer Allianz an der Haftung des Halters bei Unfällen nicht rütteln. In einem gemeinsamen Positionspapier sprachen sich Allianz Worldwide Partners und der Münchener Autobauer BMW dafür aus, dass sich der Halter auch künftig gegen Fehler des Fahrers und mögliche technische Defekte des Autos versichern müsse. Erst in zweiter Linie solle dann zwischen dem Kfz-Versicherer und dem Autobauer geprüft werden, ob letzterer für eine Fehlfunktion zahlen müsse.

Durch Produkthaftung wäre autonomes Fahren unattraktiver

Die Haftungsfrage beim autonomen Fahren wird derzeit in der Versicherungsbranche heftig diskutiert. Zwar wird erwartet, dass die Unfallhäufigkeit deutlich sinkt, wenn Fahrfehler als Ursache wegfallen. Wenn die automatische Steuerung versagt, sehen einige Experten aber die Haftung beim Hersteller. Die Produkthaftung sei jedoch lückenhaft, erklärte der Verkehrsrechtsexperte Benjamin von Bodungen auf einem Kongress der Fachzeitschrift "auto, motor und sport". Ein Hersteller könne immer vortragen, dass ein bestimmtes Risiko vom Stand der Technik zum Entwicklungszeitpunkt noch nicht absehbar war. "Wenn ich das Haftungsrisiko minimieren möchte, muss ich auf das Fahrgeschehen achten", ergänzte er. Damit werde das autonome Fahren aber unattraktiver.

Globale Standardisierung wird angestrebt

Nach Ansicht der Allianz sprechen vor allem praktische Gründe für eine Beibehaltung der Halterhaftung. "Kommt es zu einem Unfall, erhalten dann sowohl Fahrzeughalter als auch Unfallgeschädigte zügig Hilfe, und zwar ohne die Unsicherheiten, die eine langwierige gerichtliche Auseinandersetzung mit der verantwortlichen Partei mit sich bringen würde", sagte Claudius Leibfritz, der für das weltweite Kfz-Geschäft bei der Allianz verantwortlich ist. "Wir sind uns einig, dass der Grundsatz sich auch für teil- und vollautomatisierte Fahrzeuge eignet, und wir unterstützen eine entsprechende globale Standardisierung", erklärte Elmar Frickenstein, der bei BMW für das autonome Fahren zuständig ist.

Bis zu 100 Millionen: höhere Haftungssumme absehbar

Auch die HUK Coburg sprach sich dafür aus, die geltende Halterhaftung beizubehalten. Im Gespräch sei derzeit ein Gesetzentwurf, der eine Verdoppelung der Haftungssumme auf zehn Millionen Euro bei Personenschäden vorsehe. Die Grenze sollte nach Ansicht der Versicherung jedoch auf bis zu 100 Millionen Euro erhöht werden, forderte HUK-Vorstand Klaus-Jürgen Heitmann auf dem Kongress in Stuttgart.

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