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E10: Biokraftstoff wird nicht abgeschafft

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E10: Biokraftstoff wird nicht abgeschafft

21.08.2012, 11:25 Uhr | dapd, AFP

Die Mineralölwirtschaft lehnt den von Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) geforderten Verkaufstopp für den umstrittenen Biokraftstoff E10 ab. "E10 wird nicht abgeschafft, aber Ethanol aus Brotgetreide muss durch Alternativen ersetzt werden", sagte der Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), Klaus Picard, der "Bild"-Zeitung.

Entwicklungsminister Niebel fordert Verkaufsstopp für E10

Niebel hatte zuvor einen Verkaufsstopp für E10 gefordert und kritisiert, gerade bei steigenden Lebensmittelpreisen könne Biosprit zu stärkerem Hunger in der Welt beitragen. Mehrere Hilfsorganisationen hatten sich der Forderung des Entwicklungsministers angeschlossen.

Bundesregierung: E10 bleibt

Die Bundesregierung stellte jedoch klar, dass sie trotz der hohen Getreidepreise derzeit keine Änderung ihrer Biokraftstoff-Strategie in Betracht ziehe. Beim Preisanstieg von Agrarprodukten spielten Faktoren wie Ernteausfälle in den USA oder Bevölkerungswachstum eine Rolle, Biokraftstoffe aber nur "in einem eher geringeren Umfang", sagte ein Sprecher von Agrarministerin Ilse Aigner (CSU).

Biosprit ist nicht für den Hunger auf der Welt verantwortlich

Der umstrittene Biokraftstoff E10 ist nach Angaben von Experten der Vereinten Nationen nur zu einem kleinen Teil für den Hunger auf der Erde verantwortlich. Zwar könne es sinnvoll sein, "die gesetzliche Förderung von Biosprit-Quoten abzuschaffen", sagte der Leiter des Berliner Büros des UN-Welternährungsprogramms, Ralf Suedhoff. Viel verheerender als der Anbau von Ackerpflanzen zur Energieerzeugung seien aber die Spekulationen auf Nahrungsmittel an den internationalen Finanzmärkten und der ausufernde Fleischkonsum in Industrie- und Schwellenländern.

Wachsender Fleischkonsum sorgt für Hunger

Dieser führe dazu, "dass heute die Mehrheit des Getreides auf den Feldern gar nicht mehr zu Nahrungsmitteln wird", sagte Suedhoff. Stattdessen würden 36 Prozent der Weltgetreideernte als Futtermittel in die Viehzucht gesteckt. "Wir vernichten weite Teile dieser Ernte durch unseren boomenden Fleischkonsum", gab der Experte zu bedenken.

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