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VW-Skandal: Abgas-Blitzer auch in Deutschland?

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Remote Sensing  

Kommt der Abgas-Blitzer auch in Deutschland zum Einsatz?

08.10.2015, 10:44 Uhr | Hanne Lübbehüsen/SP-X

VW-Skandal: Abgas-Blitzer auch in Deutschland?. In den USA kommt der Abgas-Blitzer schon zum Einsatz. (Quelle: Opus Inspection)

In den USA kommt der Abgas-Blitzer schon zum Einsatz. (Quelle: Opus Inspection)

Zwei unscheinbar wirkende Kästen stehen links und rechts am Straßenrand. Doch diese grüne Kisten haben es in sich: Sie messen jedes vorbeifahrende Auto: Geschwindigkeit, Beschleunigung, Abgas-Emissionen, Kennzeichen - alles wird aufgezeichnet. Der Autofahrer bekommt davon nichts mit.

Dafür aber die Behörden, die die aufgelaufenen Daten sammeln: Sie sollen nach Zuordnung des Schadstoffausstoßes zu der jeweiligen Baureihe schnell Alarm schlagen können, wenn bestimmte Modelle häufig auffällig werden und dann genauer nachmessen.

"Abgas-Blitzer" mit Remote Sensing

Die Idee "Remote Sensing" der amerikanischen Firma Opus Inspection klingt auf den ersten Blick recht einleuchtend. Dem Unternehmen zufolge sind die Messgeräte, die einen Infrarotstrahl durch das Abgas schicken und so Emissionen - zum Beispiel Stickoxide - bestimmen, in den USA bereits in mehreren Bundesstaaten im Einsatz. Sind die Abgas-Blitzer auch etwas, um künftig Manipulationen, wie jüngst im VW-Skandal geschehen, hierzulande zu verhindern oder schneller aufzudecken?

In Deutschland wird genauer gemessen

In Deutschland wird zur Ermittlung der so genannten "Real Driving Emissions" (RDE), also des Schadstoffausstoßes unter realen Fahrbedingungen, mobile Messtechnik eingesetzt, die sehr viel genauer arbeitet als die der Amerikaner. Die PEMS (Portable Emissions Measurement Systems) sind im Kofferraum untergebracht und messen die Abgase direkt am Auspuff. Dadurch, dass sich das Gerät im Auto befindet, können die Techniker die Emissionswerte dem Auto-Status zuordnen - zum Beispiel Beschleunigung oder Kaltstart, bei dem Fahrzeuge üblicherweise mehr ausstoßen.

Der Schadstoffausstoß im Realverkehr hat allerdings derzeit keinen Einfluss auf die Typzulassung, auch wenn die EU plant dies einzuführen. Heute werden Pkw vor ihrer Zulassung nach dem NEFZ - dem neuen europäischen Fahrzyklus - unter Laborbedingungen getestet, mit den vieldiskutierten Abweichungen zwischen Theorie und Praxis.

Betriebszustand muss einbezogen werden

Der Vorteil, den die Amerikaner mit ihrem System versprechen: Statt nur bei der Typzulassung oder stichprobenartig könnten Modellreihen flächendeckend überprüft werden. Kommt es zu einer Auffälligkeit bei einer Baureihe, können die Behörden mit dem PEMS genauer nachmessen.

"Das war vieleicht vor 25, 30 Jahren aktuell, heute gibt es bessere Methoden“, meint der internationale Verkehrsberater Axel Friedrich. Um die Emissionen gerichtsfest bestimmen zu können, bräuchte man genauere Systeme wie das PEMS, die den Betriebszustand einbeziehen - zum Beispiel Micro-Beschleunigungen oder Kaltstart, so der ehemalige Abteilungsleiter im Umweltbundesamt.

In den USA könnte das System deshalb zweckmäßig sein, weil es so genannte "Super-Emitter" gebe, also Autos, die aufgrund eines Defekts einen extrem hohen Schadstoffausstoß haben. Die könnten mit dem System vielleicht entdeckt werden. In Deutschland hingegen sei das Wartungsverhalten eines Autobesitzers deutlich besser.

Abgasmessung: "Es muss einen Neuanfang geben"

Experten der verschiedenen deutschen Sachverständigen-Organisationen, können oder möchten sich zu einer hierzulande möglichen flächendeckenden Emissions-Messungen durch die Abgas-Blitzer nicht äußern. Auch das Kraftfahrt-Bundesamt verweist lediglich auf die geltenden EU-Normen. Diese schreiben vor, dass nach dem NEFZ geprüft wird. Ab 2017 soll der Verbrauchszyklus WLTP ihn ersetzen, der allerdings ebenfalls unter Laborbedingungen ermittelt wird.

Auch wenn die es Abgas-Blitzer nicht in den Messinstrumenten-Bestand der deutschen Behörden schaffen. Die Erhebung der Real Driving Emissions muss die EU auch vor dem Hintergrund der aktuellen Manipulationen weiter vorantreiben. Verkehrsberater Friedrich sagt: "Wir müssen das gesamte System auf den Prüfstand stellen. Es muss einen Neuanfang in Sachen Emissionsmessungen und Kontrolle von Vorschriften geben."

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