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VW-Skandal: Diesel-Kunden bleiben vielleicht auf Kosten sitzen

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Abgas-Skandal  

VW-Diesel-Fahrer bleiben vielleicht auf einem Teil der Rückrufkosten sitzen

02.11.2015, 17:20 Uhr | AFP

VW-Skandal: Diesel-Kunden bleiben vielleicht auf Kosten sitzen. Rückruf im VW-Abgas-Skandal könnte für VW-Fahrer teuer werden. (Quelle: imago)

Rückruf im VW-Abgas-Skandal könnte für VW-Fahrer teuer werden. (Quelle: imago)

Ein Rechtsgutachten bringt schlechte Nachrichten für VW-Besitzer. Sie könnten auf Folgekosten der Rückrufaktion nach dem Abgas-Skandal sitzen bleiben. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert vom Konzern deshalb "maximale Kulanz".

Die rund 2,4 Millionen Besitzer der von den Abgasmanipulationen betroffenen VW-Fahrzeuge in Deutschland könnten einem Rechtsgutachten zufolge auf den Folgekosten des Rückrufs sitzen bleiben.

VW muss nicht alles bezahlen

Volkswagen wäre dem Gutachten zufolge nach aktueller Rechtslage nicht verpflichtet, sämtliche Folgekosten zu tragen, teilte der vzbv am Montag in Berlin mit.

Mängel nach Rückruf nicht abgedeckt

Darunter fallen etwa Kosten für ein Ersatzfahrzeug während der Reparatur oder Mängel infolge der Umrüstung wie ein geringerer Wiederverkaufswert.

"Maximale Kulanz" gefordert

vzbv-Chef Klaus Müller forderte die Politik daher zum Handeln auf: Das dem Verkehrsministerium unterstehende Kraftfahrt-Bundesamt müsse anordnen, dass die Folgekosten durch VW zu tragen seien. Vom Autokonzern verlangte Müller "maximale Kulanz".

Gewährleistungsfrist ist ebenfalls problematisch

Neben den Kostenrisiken für die VW-Besitzer ist laut Gutachten auch problematisch, dass Gewährleistungsansprüche gegen den Autohändler bereits nach zwei Jahren verjähren. Diese Frist ist bei vielen der betroffenen Fahrzeuge bereits abgelaufen, wie der vzbv mitteilte.

Für weiterreichende Schadenersatzansprüche müssten Verbraucher den Nachweis erbringen, dass Volkswagen gegen Schutzgesetze verstoßen hat - etwa gegen den Betrugstatbestand oder durch vorsätzliche und sittenwidrige Täuschung. Diesen Nachweis können Verbraucher aber in der Regel nicht erbringen, weil sie keinen Einblick in interne Vorgänge des Unternehmens haben.

Kraftfahrtbundesamt soll Kostenübernahme anordnen

Das Kraftfahrt-Bundesamt soll nach Ansicht der Verbraucherschützer nicht nur die Übernahme der Folgekosten wie Ersatzwagen, Verdienstausfall und Wertminderung anordnen, sondern die Ergebnisse seiner Untersuchungen öffentlich machen. So könnten Verbraucher sich bei Rechtsstreitigkeiten darauf beziehen - und nur so im Zweifel vor Gericht erfolgreich für Schadenersatz streiten.

Der vzbv forderte zudem erneut, das Gewährleistungsrecht auf den Prüfstand zu stellen, und dabei insbesondere eine Ausweitung der Herstellerhaftung. Erforderlich sei, eine sogenannte Musterfeststellungsklage mit allgemeiner verjährungsunterbrechender Wirkung einzuführen. Mit einer solchen Gruppenklage könnten Verbraucher Rechte durchsetzen und eine Verjährung von Ansprüchen verhindern.

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