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Kraftfahrt-Bundesamt baut eigene Abgas-Prüftechnik auf

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Abgas-Skandal  

Kraftfahrt-Bundesamt baut eigene Prüftechnik auf

11.06.2016, 10:07 Uhr | dpa

 Kraftfahrt-Bundesamt baut eigene Abgas-Prüftechnik auf . Abgasmessungen für Fahrzeuge (Quelle: dpa)

Ein Auto mit einem PEMS-System (Portable Emission Measurement System). (Quelle: dpa)

Nach den Schadstoff-Manipulationen bei Volkswagen soll den Autobauern genauer auf die Finger geguckt werden - endlich, wie Kritiker meinen. Dafür brauchen die staatlichen Prüfer aber auch passende Ausstattung.

Angesichts des VW-Skandals und auffälliger Abgaswerte bei anderen Herstellern baut das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) eine eigene Prüftechnik auf. Für Kontrollen an Autos direkt auf der Straße sollen für 330.000 Euro zwei mobile Messanlagen angeschafft werden, wie das Bundesverkehrsministerium mitteilte. Zum Einsatz kommen die Geräte noch in diesem Herbst.

Es handelt sich um das "Pems"-System (Portable Emission Measurement System), mit dem Schadstoffe auf der Straße gemessen werden können. Umweltverbände fordern solche Straßen-Messungen schon seit langem, weil Laborwerte nicht den realen Fahrbedingungen entsprächen.

Eigene Prüftechnik für 10 Mio. Euro

Außerdem soll das KBA ein eigenes Prüflabor mit Prüfständen bekommen. Wann es in Betrieb geht, ist noch offen. Das Ministerium veranschlagt die jährlichen Gesamtkosten der eigenen Prüftechnik einschließlich Personalkosten auf zehn Millionen Euro. Bisher nutzen die amtlichen Prüfer für Nachmessungen Einrichtungen von Dienstleistern wie Tüv und Dekra. Dies soll 2017 noch intensiviert werden, wie es vom Ministerium hieß.

Der Bedarf an Prüftechnik nimmt als Konsequenz aus dem Abgas-Skandal weiter zu. Unter anderem soll nun der CO2-Ausstoß bei 30 Diesel-Autos geklärt werden, die bei ersten Messungen auffällig geworden waren.

Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will außerdem unangemeldete Abgastests "im Stil von Dopingtests" einführen. Dafür sollen zufällig ausgewählte Fahrzeuge - etwa über Autovermietungen - aus dem Verkehr gezogen und auf ihren Schadstoffausstoß getestet werden.

Wirtschaftliche Abhängigkeiten ausgeschlossen

Mit staatlichen Prüfständen könnten aus Expertensicht auch mögliche wirtschaftliche Abhängigkeiten zwischen Prüfdiensten und Herstellern ausgeschlossen werden. Das Verkehrsministerium plant hierfür zudem, dass sich Prüfdienste, die für einen Autobauer tätig sind, künftig in einer Rotation abwechseln sollen. Kritiker halten dem KBA allerdings vor, dass der VW-Skandal erst in den USA aufgedeckt worden war und der Flensburger Behörde nicht aufgefallen ist.

Bei dem Abgas-Skandal geht es um eine Software, die Abgaswerte im Testbetrieb manipuliert. In Deutschland muss diese Schummel-Software nun in einem großen Rückruf aus rund 2,5 Millionen Autos entfernt werden.

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