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SUVs – Vom Klimasünder zum Elektrovorreiter?

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Boom geht weiter  

SUVs – vom Klimasünder zum Elektrovorreiter?

22.11.2017, 09:31 Uhr | Jan Petermann, dpa, t-online.de

SUVs – Vom Klimasünder zum Elektrovorreiter?. Trotz schlechter SUV-Ökobilanz sehen manche Experten eine zunehmend positive Seite der Geländewagen. (Symbolbild/BMW X2) (Quelle: dpa/tmn/Hersteller)

Trotz schlechter SUV-Ökobilanz sehen manche Experten eine zunehmend positive Seite der Geländewagen. (Symbolbild/BMW X2) (Quelle: Hersteller/dpa/tmn)

Die Nachfrage nach den Stadtgeländewagen steigt in Deutschland. Das zwingt die Autohersteller, klima- und umweltfreundlichere SUV-Modelle zu bauen, denn die Dickschiffe der Straße zeigen derzeit noch keine gute Ökobilanz.

Laut einer Untersuchung des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer hält der Boom der oft schweren und großen Wagen unvermindert an. Zwischen 1995 und 2016 stiegen die SUV-Zulassungen bundesweit von knapp 68.000 auf mehr als 735.000 Stück, der Marktanteil kletterte von 2,0 auf 21,9 Prozent. Gleichzeitig wandelt sich nach Dudenhöffers Ansicht das Image der Dickschiffe, weil sie effizienter würden.

Jedes vierte verkaufte Auto ist ein SUV

"Ja, SUV verbrauchen mehr CO2 und Kraftstoff als vergleichbare Limousinen", heißt es in dem Papier. "Aber es gilt auch, dass die alternativen Antriebe beim SUV deutlich stärker ausgeprägt sind als beim Rest der Karosserievarianten."

Beispielsweise seien immerhin vier Prozent aller neuen Stadtgeländewagen während der ersten drei Quartale 2017 Hybrid- oder Elektroautos. "Die alten Vorurteile werden weniger, wenngleich immer noch hoher Energieverbrauch den SUV von allen anderen unterscheidet."

Die Bedeutung im Modellmix vieler Autobauer wachse. So habe der Anteil der SUVs an den Verkäufen bei Audi von Januar bis September 27,7 Prozent erreicht. Auch absolut gesehen setzte die VW-Tochter in dem Zeitraum die meisten solcher Wagen ab (61.114). VW selbst kam in der Summe auf Rang 2 (58.023) und beim Modellanteil auf 12,1 Prozent.

Bei der Daimler-Kernmarke Mercedes-Benz war mehr als jedes fünfte verkaufte Auto (22,1 Prozent) ein SUV, bei BMW jedes vierte (24,9 Prozent). Bezogen auf den Teil der Gesamtflotte hängten japanische Anbieter wie Nissan (63,0 Prozent) und Mazda (50,4 Prozent) die Deutschen ab. Fiat Chrysler fährt ebenfalls hohe SUV-Gewinne ein.

Vom Klimasünder zum Elektrovorreiter?

Das Kraftfahrt-Bundesamt hatte in seinen Statistiken wiederholt die große Rolle des SUV-Segments herausgestellt. Laut Dudenhöffer bieten noch acht der 49 in Deutschland vertretenen Marken nicht mindestens ein Modell aus dieser Kategorie an.

Der Dieselanteil nehme tendenziell ab – von 69,8 Prozent vor fünf Jahren auf 46,1 Prozent. "Mit Dieselgate und den Diskussionen um Fahrverbote tut sich der Diesel auch beim SUV schwerer." Aber: "SUV ist gleich Diesel" gilt nicht mehr. Tesla zeigt, dass der SUV als Null-Emissions-Auto darstellbar ist."

Umweltschützer sehen den Trend zu mehr SUVs mit gemischten Gefühlen. Selbst wenn Motoren auch in großen Modellen effizienter würden – dies werde oft durch mehr Gewicht und Leistungsstärke wieder aufgefressen. "Auch mit Hybridmotor bleibt ein tonnenschwerer, übermotorisierter Geländewagen eine CO2-Schleuder", betont Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid.

"Die deutschen Autohersteller missbrauchen seit Jahren jeden Effizienzgewinn, um ihren Kunden immer größere und schwerere Autos aufzuschwatzen – mit Hybrid-SUVs wird es nicht anders sein."

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