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Elektromobilität  

Zehntausende Ladesäulen für Elektroautos fehlen

06.11.2017, 09:29 Uhr | Irene Preisinger, Reuters

Zehntausende Ladesäulen für Elektroautos fehlen. Elektroauto an einer Ladestation (Quelle: dpa/Archiv/Lino Mirgeler)

4.000 Schnellladesäulen würden für den Alltagsverkehr benötigt. Derzeit gibt es rund 570. (Quelle: Archiv/Lino Mirgeler/dpa)

Schlechte Infrastruktur, wenige Modelle zur Auswahl und hohe Preise: E-Autos stehen bei Verbrauchern aus vielen Gründen nicht hoch im Kurs. Um das zu verändern, empfehlen Experten einen massiven Ausbau der Stromtankstellen.

Das eigene Auto steht für viele Menschen für Freiheit. Setzt sich ein Fahrer in Flensburg ans Steuer, scheint er die Gewissheit zu brauchen, problemlos bis nach Garmisch-Partenkirchen gelangen zu können. Dass er auf den rund tausend Kilometern auch mal Sprit nachtanken muss – kein Thema. Die nächste Tankstelle kommt bestimmt. Sollen aber die knapp 20 Kilometer, die Berufstätige in Deutschland im Schnitt auf dem Weg zur Arbeit zurücklegen, im Elektroauto bewältigt werden, macht das viele Fahrer schon nervös: Wo steht die nächste Ladesäule? Ist sie frei? "Eine ausgebaute Ladeinfrastruktur ist der Schlüssel für den Erfolg der Elektromobilität", betonen Experten vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in einer Studie.

35.000 Ladestationen fehlen

Die Wissenschaftler haben untersucht, wie viele öffentliche Ladepunkte in Deutschland bis zum Jahr 2020 benötigt werden, sollten dann tatsächlich – wie es die Politik anpeilt – eine Million Fahrzeuge mit Batterie-Antrieb auf den Straßen rollen. Die Zahl der Stromtankstellen müsste dafür nach Berechnungen der Forscher mehr als drei Mal so groß sein, wie sie es heute ist: 35.000 öffentliche und sogenannte halböffentliche Ladepunkte, etwa beim Einkaufen, würden gebraucht.

Zusätzlich seien bis zu 4.000 Schnellladesäulen für den Alltagsverkehr empfehlenswert – davon gibt es derzeit knapp 570. Die Experten raten, das Netz rasch auszubauen, auch weil sichtbare Infrastruktur das Vertrauen in die E-Mobilität steigere. Die von der Bundesregierung ins Leben gerufene "Nationale Plattform Elektromobilität" (NPE) hält 2020 sogar 70.000 öffentliche Ladepunkte sowie 7.100 Schnellladestationen für nötig.

Geringe Reichweite und teurer als Benzin- und Dieselmotoren

Der Weg zur Elektromobilität auf breiter Basis ist noch sehr weit, da sind sich alle Fachleute einig: 34.000 E-Autos waren Ende 2016 in Deutschland zugelassen und gut 165.000 Hybrid-Pkw, die Verbrennungsmotor und Batterieantrieb kombinieren. In diesem Jahr zog die Nachfrage nach reinen Elektroautos dank der staatlichen Kaufprämie an: Von Januar bis Oktober wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt 18.613 Stromer neu zugelassen. Nicht nur die aus Kundensicht zu geringe Reichweite bremst bisher den Verkauf von E-Autos. Die Fahrzeuge sind oft auch teurer als solche mit Benzin- oder Dieselmotor, zudem gibt es deutlich weniger Auswahl. Ob erst neue Modelle für Schwung beim Absatz sorgen müssen, oder erst die Infrastruktur auszubauen ist – das bleibt das ungelöste Henne-Ei-Problem der Branche.

So klagt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der Betrieb von Ladesäulen lohne sich wegen der geringen Fahrzeugzahl noch nicht. "Die Automobilindustrie muss jetzt endlich nachziehen und E-Autos auf den Markt bringen, die in Preis und Leistung einer breiteren Käuferschicht entsprechen", forderte BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer.

Voran geht es nur im Schritttempo: Die deutschen Autobauer wollen bis 2020 ihr Angebot an E-Auto-Modellen auf rund 100 mehr als verdreifachen; die nächste Generation soll mit einer Akkuladung 500 bis 600 Kilometer weit fahren können. Die Zahl der öffentlichen Ladepunkte wächst immer schneller, liegt aber derzeit erst bei knapp 11.000.

Gemeinschaftsunternehmen Ionity soll für europaweites Netz sorgen

Dass es so langsam vorwärts geht, hat Experten zufolge einfache Gründe: "Heute verdient man mit Ladesäulen noch kein Geld", erläutert Jens Lorkowski vom Beratungsunternehmen Oliver Wyman. Energieversorger, Autobauer und Kommunen hätten deshalb lange halbherzig nach cleveren Ansätzen gesucht - und die jeweils anderen für zuständig erklärt. "Bisher haben alle Beteiligten die heiße Kartoffel hin- und hergeschoben", kritisiert auch Klaus Schmitz von der Unternehmensberatung Arthur D. Little. Doch damit sei nun Schluss: "Die Autobauer nehmen das jetzt zusammen mit Partnern selber in die Hand. Sie können nicht warten." Am Freitag kündigten Audi, BMW, Daimler, Ford, Porsche und Volkswagen an, dass ihr Gemeinschaftsunternehmen Ionity mit dem Aufbau eines europaweiten Netzes von 400 Ladestationen mit jeweils bis zu sechs Ladepunkten beginnt.

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