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Das sind die Risiken von teilautomatisiertem Fahren

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Unfallforschung  

Das sind die Risiken von teilautomatisiertem Fahren

24.01.2018, 17:47 Uhr | dpa-AFX, cch, t-online.de

Das sind die Risiken von teilautomatisiertem Fahren. Testfahrt im Audi: Was dürfen die Nutzer hoch- und vollautomatisierter Fahrfunktionen tun? (Quelle: dpa/Andreas Gebert)

Testfahrt im Audi: Was dürfen die Nutzer hoch- und vollautomatisierter Fahrfunktionen tun? (Quelle: Andreas Gebert/dpa)

Wenn Autos automatisch fahren, scheidet der Mensch als Unfallursache aus, hoffen Optimisten. Kurzfristig dürfe man sich allerdings nicht zu viele Hoffnungen machen, warnen Unfallforscher. Das teilautomatisierte Fahren, bei dem der Mensch beim Fahren eingreifen muss, berge noch viele Risiken.

Teilautomatisiertes Autofahren, bei dem die Fahrer das Fahrzeug überwachen müssen, werde es schon bald geben, sagt Unfallforscher Siegfried Brockmann. Der Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV) sieht dabei jedoch einige Risiken. "Die automatisierten Systeme, die jetzt zum Einsatz kommen, können einen normalen Fahrer eben auch überfordern. Und deshalb halte ich sie nicht für verkehrssicher", so Brockmann im Interview mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Vollautomatisierte Fahrt: Fahrer dürfen sich von Verkehrsgeschehen abwenden

Nach der jüngsten Änderung des Straßenverkehrsgesetzes ist es Fahrern erlaubt, sich während einer hoch- und vollautomatisierten Fahrt vom Verkehrsgeschehen abzuwenden. Sie müssen aber so aufmerksam bleiben, dass sie die Fahrzeugsteuerung unverzüglich übernehmen könnten, wenn das System sie dazu auffordert oder sie aufgrund offensichtlicher Umstände erkennen müssen, dass die Voraussetzungen für den Einsatz des Systems nicht mehr vorliegen.

"Die meisten Fahrer dürften nicht in der Lage sein, das Kommando in Sekundenschnelle selbst zu übernehmen, wenn das System aussteigt", meint Brockmann. Und teilautomatische Systeme würden in vielen Fällen aussteigen, etwa bei einer fehlenden Fahrbahnmarkierung oder bei plötzlich einsetzendem Schneefall.

Nach dem derzeitigen Stand müssten Fahrer dann in der Lage sein, innerhalb von vier Sekunden die vollständige Kontrolle über das Fahrzeug zu übernehmen. "Unsere Studien zeigen allerdings, dass man mindestens zwölf Sekunden dazu braucht", sagt Brockmann. In der Zeit dazwischen bestehe größte Unfallgefahr.

"Die Technik muss besser werden"

"Grundsätzlich können autonom fahrende Autos und Lkw zwar einen Gewinn für die Verkehrssicherheit darstellen, wenn sie fehlerfrei funktionieren", glaubt der Leiter der UDV-Unfallforschung. "Aber die Technik muss besser werden", sagt Brockmann. "Solange es die Industrie nicht schafft, ausreichend lange Vorwarnzeiten für die Kontrollübernahme zur Verfügung zu stellen, dürfen solche Fahrzeuge nur von professionellen Testfahrern bewegt werden."

Und es gibt noch weitere Probleme: Nach Ansicht des ADAC ist derzeit völlig unklar, was die Nutzer hoch- und vollautomatisierter Fahrfunktionen während der Nutzung tun dürfen beziehungsweise zu unterlassen haben – etwa mit dem Tablet im Internet surfen, Zeitung lesen oder schlafen. "Die Nutzer benötigen Rechtssicherheit", sagt der Verkehrsjurist Markus Schäpe.

Und auch der Versicherungsaspekt des automatisierten Fahrens muss noch geklärt werden. Wer haftet, wenn ein automatisiertes Fahrzeug an einem Unfall beteiligt ist: Fahrer, Halter, Hersteller oder Versicherer? Für den ADAC ist klar: Die Kfz-Haftpflichtversicherung muss alle Schäden regulieren. Sollte ein Unfall durch die automatische Fahrfunktion verursacht worden sein, müsse die Versicherung des Herstellers übernehmen.

Rechtliche Rahmenbedingungen müssen geklärt werden

Nach Ansicht des ACE Auto Club Europa müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen dringend geklärt werden, auch wenn das automatisierte Fahren noch in weiter Ferne liege. In einem Papier der Verbraucherzentrale Bundesverband zum Verkehrsgerichtstag heißt es dazu, die Gefährdungshaftung sollte den Hersteller treffen. Denn nur dieser habe Einfluss auf die Sicherheit seiner Produkte.

Die Kfz-Haftpflichtversicherer sehen keinen großen Handlungsbedarf. "Kommen Dritte beim Betrieb eines Fahrzeugs zu Schaden, spielt es für eine Entschädigung durch die Versicherung keine Rolle, wer oder was einen Unfall verursacht hat", sagt ein Sprecher des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherer (GDV). Unfälle durch automatisierte Fahrzeuge sind davon heute schon ebenso umfasst wie etwaige Unfälle, die infolge eines Hackerangriffs auf vernetzte Autos entstehen."


Quellen und weitere Informationen:
- dpa
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.



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