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Lamborghini Gallardo Spyder im Autotest: Das Sommer-Gewitter

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Lamborghini Gallardo Spyder  

Das Sommer-Gewitter

23.03.2009, 16:54 Uhr | Tom Grünweg

Lamborghini LP 560-4 Spyder (Foto: Lamborghini)Lamborghini LP 560-4 Spyder (Foto: Lamborghini) Er ist das unvernünftigste, rasanteste und auffälligste Cabrio des Autosommers 2009: Mit geschärftem Design, komplett überholtem Motor und nach oben offener Karosserie startet jetzt der neue Lamborghini Gallardo LP 560-4 Spyder. "Spiegel Online" saß bereits am Steuer.#

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Konkurrenz von der Konzernmutter

Ausgerechnet die Verwandtschaft macht dem Lamborghini Gallardo zu schaffen. Seit Konzernmutter Audi im Sportwagen R8 ebenfalls einen Zehnzylindermotor einbaut, hat der wilde Zweisitzer aus Sant'Agata einen Nebenbuhler im eigenen Haus. Das gilt jedenfalls für das Coupé - der offene Gallardo Spyder jedoch ist vorerst noch etwas Besonderes, denn eine Roadster-Variante des R8 gibt es nicht. Just den Spyder hat die italienische Brachial-Marke jetzt überarbeitet. Motor und Design wurden geschärft, der Preis des Autos steigt auf fast 192.000 Euro. Das ist nicht nur gut für die Lamborghini-Bilanz, sondern auch vielleicht auch als Umweltargument nützlich: Bei dem happigen Preis wird die Zahl der Klimasünder automatisch niedrig gehalten.

Böse Züge

Ein Jahr nach dem Coupé trägt nun also auch der Spyder die bösen Züge des Sondermodells Lamborghini Reventón. Dazu gehören größere Lufteinlässe an der Wagenfront, LED-Tagfahrlicht, und -Rückleuchten, die aussehen wie je drei Wurfsterne auf jeder Seite. Wichtiger allerdings ist der neue Antrieb, dessen Eckdaten bereits im Typenkürzel verschlüsselt sind: LP 560-4, das steht für einen längs montierten Zehnzylindermotor mit 560 PS, der seine Kraft an alle vier Räder abgibt. Das neue Herz des Sportlers hat 5,2 Liter Hubraum und wurde auf Direkteinspritzung umgestellt. So steigt die Leistung um 40 PS, und das Drehmoment klettert auf 540 Nm. Gleichzeitig geht der Verbrauch - zumindest in der Theorie der Prüfstände - um fast ein Fünftel auf 14 Liter zurück.

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In vier Sekunden auf Tempo 100

So lässt sich das Umweltgewissen beruhigen - und zugleich zuckt der Gasfuß noch wirkungsvoller: Beim Tritt aufs Pedal kreischt der Motor auf wie eine Kreissäge unter Volllast und der Wagen wirft sich und den Fahrer rücksichtslos nach vorn. In glatt vier Sekunden fliegt der kantige Renner bis auf Tempo 100 über den Asphalt, nach 13,1 Sekunden erreicht die Fuhre 200 km/h, und ein Ende findet die Raserei erst jenseits einer Geschwindigkeit, bei der Verkehrsflugzeuge bereits abgehoben sind. Dabei sorgt nicht nur die Beschleunigung für ein Kribbeln im Bauch; sondern beim Bremsen und Herunterschalten im Sportmodus klingen die automatisch erzeugten Gasstöße wie der Tusch nach einer gelungenen Zirkusnummer.

Voll automatisches Textilverdeck

Was so gar nicht zum schnellen, kompromisslosen Stil des Italo-Renners passt, ist das voll automatische Textilverdeck. Eine puristische Lösung mit Handbetrieb wäre wohl adäquater gewesen. Hier aber knirscht und quietscht es quälend lange 25 Sekunden im Rücken der Passagiere, bis der Blick zum Himmel frei ist. Dabei wird natürlich auch viel Mechanik bewegt: Zwar ist die Stoffbahn über Fahrer und Beifahrer kaum größer als ein Gästehandtuch. Doch hebt sich beim Öffnen auch die Motorhaube majestätisch in die Höhe - und die hat beinahe die Ausmaße einer Tischtennisplatte.


Fahrzeugdaten

Hersteller:

Lamborghini

Typ:

Gallardo Spyder LP 560- 4 (2009)

Karosserie:

Cabrio/Roadster

Motor:

V10- Benzindirekteinspritzer

Getriebe:

Sequenzielle Automatik

Antrieb:

Allrad

Hubraum:

5.204 ccm

Leistung:

560 PS

Drehmoment:

540 Nm

Von 0 auf 100:

4 s

Höchstgeschwindigkeit.:

324 km/h

Verbrauch (ECE):

14 Liter

CO2-Ausstoß:

327 g/km

Kofferraum:

110 Liter

Preis:

191.495 EUR

Richtig bequem kann man im offenen Auto nicht sitzen

Sportlich wie das Auto muss auch der Fahrer sein. Zwar kann man den Spyder bei offenem Dach auch ohne gymnastisches Geschick galant entern, sonst aber wird es eng. Das gilt auch für die körpernah geschnittenen, kaum gepolsterten Schalensitze. Der Kofferraum unter der vorderen Haube ist groß genug für das Nötigste. Als problematisch erweist sich bei geöffnetem Dach das Finden einer angenehmen Sitzposition. Wer sich aufrecht ins Auto setzt, hat vor allem den Rahmen der Windschutzscheibe vor Augen. Duckt man sich darunter, schmerzt irgendwann der Hals. Und reckt man sich noch höher, knallt einem der Fahrtwind direkt vor die Stirn. Für empfindliche Naturen ist dieses Auto nichts. Aber das merkt man nicht erst nach den ersten Kilometern, sondern schon an der Ausstrahlung dieses Muskelpakets auf Rädern.

Scharfe Abgrenzung vom Technik-Lieferanten Audi

Dieser Sommer gehört dem Gallardo Spyder noch alleine. Im kommenden Jahr jedoch wird auch die offene Version des Audi R8 erwartet. "Das macht nichts", sagt Lamborghini-Chef Stefan Winkelmann. "Die Marken und die Autos sind so grundverschieden, dass sie nicht miteinander konkurrieren." Falls es doch dazu komme, werde man sich was einfallen lassen, so Winkelmann. Welchen Spielraum Lamborghini dabei hat, zeigt die Marke gerade mit dem Murciélago, der beim Autosalon in Genf als limitierter Superveloce präsentiert wurde und nun ebenfalls nur in kleiner Stückzahl auch noch als extra starker Spyder aufgelegt wird.

Konjunkturprogramm für Lamborghini

Für Lamborghini sind solche Varianten nicht nur Kreativ-, sondern auch Konjunkturprogramm. Nach dem Rekordabsatz im vergangenen Jahr würde Winkelmann auch 2009 dem Abwärtstrend gerne trotzen. "Sobald ein Sportwagen limitiert ist, wird er von der Spaßmaschine zum Sammlerstück. Damit steigt die Begehrlichkeit", hat der Chef erkannt. Als Beleg zitiert er aus den Auftragsbüchern: Bereits zur Premiere waren 100 von insgesamt 350 Superveloce bestellt. Aber der Trick funktioniert nur bedingt. Die 20 Exemplare des je eine Million Euro teuren Modells Reventón verkaufte Lamborghini zwar binnen weniger Tage. Aber derzeit werden gleich sieben der raren Raser als Gebrauchtwagen im Internet feilgeboten. Lamborghini ist fein raus - denn der Hersteller hat ja bereits kassiert.

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