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Gottlieb Daimlers Reitwagen

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Gottlieb Daimlers Reitwagen

21.10.2011, 09:09 Uhr | ks (CF)

1886 begann mit der Daimler-Motorkutsche und dem Benz-Patent-Motorwagen offiziell das Zeitalter der Automobile. Ein Jahr zuvor entwickelte Gottlieb Daimler allerdings bereits seinen berühmten Reitwagen - den Vorreiter des Motorrads.

Wenige Jahre zuvor, nämlich 1882, waren Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach, beide Entwickler und Namensgeber heute berühmter Automarken, zusammen in dem kleinen Ort Cannstatt in der Nähe von Stuttgart angekommen, um hier Ihrem Erfindergeist freien Lauf zu lassen. Daimler hatte zu dieser Zeit bereits ein kleines Vermögen angehäuft und leistete sich dafür eine Villa in der neuen Heimatstadt, in die er mit seiner Frau und seinen Kindern zog. Dort richtete er sich auch eine Werkstatt für seine technischen Versuche ein. Wilhelm Maybach bezog eine Wohnung in der Nähe des Daimlerschen Anwesens und arbeitete mit Daimler an dessen Ideen. Ihre gemeinsames Ziel: Sie wollen Motoren entwickeln, die mit Benzin angetrieben wurden. Für die neuen Motoren benötigten die Erfinder allerdings auch ein innovatives Zündsystem und nach einigen Nachforschungen und der Prüfung verschiedener Patentanmeldungen, entwickelt Maybach schließlich die sogenannte Glührohrzündung, die Daimler mehr als zehn Jahre lang für verschiedene Erfindungen einsetzte. Dann war es schließlich so weit: Im Jahr 1883 konstruierten Daimler und Maybach mit einem liegenden Viertakt-Einzylinder ihren ersten Versuchsmotor.

Dabei blieb es allerdings nicht. Nur ein Jahr später, nach einiger Zeit der Weiterentwicklung, stellten die beiden Tüftler ihr zweites Motorenmodell fertig, diesmal ein stehender Viertakt-Einzylinder. Das Besondere daran: Der Motor war leicht und kompakt und eignete sich daher perfekt, um in ein Fahrzeug eingebaut zu werden. So konnten sich Daimler und Maybach endlich an Ihr bisher größtes Experiment wagen und 1885 ihr erstes Versuchsfahrzeug konstruieren: den Reitwagen. Auf den ersten Blick wirkte dieses kuriose Gefährt wie ein Fahrrad (damals ebenfalls eine moderne Erfindung) mit Stützrädern. Auch das Material, aus dem der Motorrad-Vorläufer bestand, ist aus heutiger Sicht eher ungewöhnlich. Der Rahmen des Reitwagens war nämlich aus Holz. Der Motor, der unter dem Fahrersitz eingebaut war, schaffte es bei einem Hubraum von 265 Kubikzentimetern gerade einmal auf eine Leistung von 0,4 KW bei 600/min. Der Fahrer konnte dabei immerhin zwischen zwei Geschwindigkeiten wählen - entweder 6 oder 12 km/h. Was die beiden Erfinder zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Sie hatten mit dem Reitwagen die grundlegende Idee für das später entwickelte Motorrad geschaffen.

Die Grundlage des modernen Motorrads

Nun musste das Mottorad ähnliche Gefährt aber noch getestet werden. Sich einfach auf den Sattel zu schwingen und loszubrausen war beim Reitwagen allerdings nicht möglich. Etwa 15 bis 20 Minuten dauerte es vermutlich, um den Motor anzuzünden. Die erste richtige Testfahrt durfte dann Daimlers Sohn Adolf durchführen. Auf dem ungefederten Reitwagen legte er eine Strecke von drei Kilometern zwischen Cannstatt und Untertürkheim zurück, ohne dass das kleine Motorrad Schwierigkeiten machte. Und das, obwohl die Straßenverhältnisse der damaligen Zeit sicher alles andere als ausgeglichen waren. So wurde der Reitwagen zum wichtigsten Vorreiter der individuellen Mobilität durch die Unterstützung des Verbrennungsmotors und leitete das Zeitalter der Automobile und damit auch des Motorrads ein. Daimler und Maybach bewiesen mit dieser Erfindung nicht nur, dass Sie mithilfe eines Motors ein Fahrzeug antreiben konnten, sondern auch, dass der Mensch es nach langer Zeit des Ideensammelns und der Entwicklung geschafft hatte, eine selbst erdachte Maschine vollständig zu kontrollieren. Den originalen Reitwagen gibt es heute leider nicht mehr, in einigen Museen können Sie allerdings Nachbauten des legendären Gefährts bestaunen.

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