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Edle Jachten aus Holz

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Edle Jachten aus Holz

27.11.2012, 15:53 Uhr | Lars Schmidt, wanted.de

Edle Jachten aus Holz. Die 12mR Jacht "Sphinx". (Quelle: Robbe & Berking Classics)

Die 12mR Jacht "Sphinx". (Quelle: Robbe & Berking Classics)

Sie wurden speziell für den Einsatz bei Regatten entwickelt und segelten beim America’s Cup. Heute sind die über 70 Jahre alten 12 mR Jachten seltene Liebhaberstücke. In einer Werft in Flensburg werden sie liebevoll restauriert und auf Wunsch neu gebaut. Bilder der Jachten sehen Sie in unserer Foto-Show. Schauen Sie sich alles zur Werft auch im Video an.

Natürlich ist es Luxus, was Oliver Berking da ganz im Norden der Republik treibt. Und das aus purer Leidenschaft. Denn noch rechnet sich seine Werft nicht, auf der er direkt an der Flensburger Förde klassische Motor- und Segeljachten restauriert und Repliken besonders schöner, aber verloren gegangener, Klassiker baut. Besonders die sogenannten Meter-Jachten, speziell die 12er-Klasse, hat es ihm angetan. Doch mit dem Wort Luxus hat der 49-Jährige ein Problem. Für ihn zählen Schönheit und Eleganz, Tradition und Historie. Jede der sieben 12mR-Jachten, die in seiner Werft liegen, hat eine Geschichte. Und Oliver Berking kann sie erzählen.

Blütezeit in den 20ern und 30ern

1906 von den großen Segelnationen der Welt anhand einer Formel, in die unter anderem Schiffslänge, Schiffsbreite, Tiefgang und Segelfläche einfließen und deren Ergebnis zwölf lauten muss, festgelegt, erlebte die 12mR Segelklasse in den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts ihre Blüte.

Von 1958 bis 1987 wurde mit den schnittigen, bis zu 15 Knoten schnellen, um die zwanzig Meter langen und bis zu 27 Tonnen schweren Jachten um den America‘s Cup gesegelt.  2008 und erneut 2011 fand die Weltmeisterschaft dieser Bootsklasse erstmals in Deutschland statt – auf der Flensburger Förde. Ein Verdienst von Oliver Berking, der stolz erzählt: "Es waren zehn Boote am Start, so viele hölzerne 12er wie noch nie bei einer Regatta zusammen."

Ziel: Zeitlose Boote bauen

Berking selbst belegte bei dieser WM als Mitglied einer Eignergemeinschaft mit der frisch restaurierten "Sphinx" den dritten Platz. 2005 hatte er zusammen mit zwei Freunden die arg ramponierte Jacht (Baujahr 1939) von der Deutschen Marine erworben. Das bei der Restauration erworbene Wissen führte zur Gründung der Werft "Robbe & Berking Classics".

"Meine Vision ist es", so Berking, "dass wir es in Flensburg schaffen, erfolgreich elegante, schicke und zeitlose Boote zu bauen. Dabei verzichten wir zugunsten einer schönen Linie gerne auf Komfort." Gefertigt wird natürlich nur aus Holz und in Handarbeit.

Motivation durch Leidenschaft und Spaß

Der Antrieb für ihn und seine 25 Werftarbeiter sind Leidenschaft und Spaß. Finanziert wird das Ganze noch durch Berkings erstes wirtschaftliches Standbein, seine Silbermanufaktur "Robbe & Berking", 1874 von seinem Ururgroßvater gegründet und Weltmarktführer bei Silberbestecken.

Dass er mit seinen nicht gerade preiswerten Mahagoni-Jachten in Konkurrenz zu den Plastikbooten aus Massenproduktion steht, ist dem Werftbesitzer dabei bewusst. Ein Neubau einer 12mR Jacht kostet ab 1,6 Millionen Euro aufwärts und dauert zwei Jahre, die kleinere 6mR ist ab 200.000 Euro zu haben. Eine bequeme Kajüte, Dusche oder gar Küche gibt es nicht. Selbst auf die Reling wurde bei einer Jacht aus ästhetischen Gründen verzichtet, weil "so’n Zaun", wie Oliver Berking es nennt, "die Optik zerstört". "Es gibt Rohrkojen und einen Campingkocher." Dafür seien die Jachten aber viel schneller als die Konkurrenz und in jedem Hafen der absolute Hingucker. "Wenn wir mit der 21 Meter langen Sphinx, die ganz traditionell über keinen Motor verfügt, unser Anlegemanöver fahren, dann kommen alle an und schauen zu. Dann sind wir die Helden."

Norwegischer König bei der Regatta

Zu den Kunden der exklusiven Flensburger Werft gehören Deutsche, Dänen, ein Brite. Viel genauer möchte Oliver Berking bei dieser Frage gar nicht werden. Man kennt sich durch Regatten, an denen wie im Juli 2011 auch der norwegische König Harald V. teilnahm. Um aber nicht nur ein exotisches Nischengeschäft zu betreiben, wie der Segel-Enthusiast Berking es nennt, hat er 2011 den Commuter vorgestellt.

Und natürlich ist auch dieses neun Meter lange und 27 Knoten schnelle Motorboot einer Tradition verpflichtet. Vor allem ab den 1920er Jahren nutzten gut betuchte Herrschaften diese Boote als schnelle und komfortable Transportfahrzeuge zur See. In Amerika prägte man dafür den Namen "Commuter" (Pendler).

"Die sehen so heiß aus mit dem fast senkrechten Vorsteven und so lang gestreckt. Langfristig träume ich davon, ein kleines, mittleres und großes Motorboot zu bauen und irgendwann das gleiche auch bei Segelbooten", blickt Oliver Berking in die Zukunft. Für die große Variante, immerhin 20 Meter lang, würden aber auch 2,5 Millionen Euro fällig. Der Neun-Meter-Commuter kostet 230.000 Euro. "Viel Geld für ein Tagesspielzeug ohne Übernachtungsmöglichkeit", gibt Berking ehrlich zu. Also doch reiner Luxus? "Ich habe ein bisschen Angst davor, dass man sagt, was du machst, ist nur für reiche Leute", antwortet er und fügt hinzu: "Aber natürlich haben meine Kunden alle überdurchschnittlich viel Geld. Und sie lieben das Besondere, Edle und Zeitlose." Genau wie Oliver Berking.

Klicken Sie sich durch unsere Foto-Show und sehen Sie Bilder der Jachten.

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