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Eisspeedway: Motorradfahren auf eisiger Piste

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Heisse Maschinen auf glattem Eis

04.01.2012, 16:41 Uhr | Frank Lansky, wanted.de

Eisspeedway: Motorradfahren auf eisiger Piste. Eisspeedwayfahrer Martin Leitner bei einem Wettkampf in St. Johann. (Quelle: imago)

Eisspeedwayfahrer Martin Leitner bei einem Wettkampf in St. Johann. (Quelle: imago)

Sie rasen mit bis zu 140 Stundenkilometern über das Eis. Die Maschinen haben keine Bremsen -  die wären auf dem weißen Oval sowieso nur gefährlich. Die Eisspeedwayfahrer brauchen also Fingerspitzengefühl, wenn in die Schräglage abtauchen und über die Piste schrammen. wanted.de hat sich beim deutschen Nachwuchs-Star Stefan Pletschacher umgehört. Sehen Sie in unserer Foto-Show, wie die Piloten über das Eis gleiten.

Soviel gleich am Rande: Eisspeedway ist ein sehr spezielles Hobby, das eine gehörige Portion Mumm und Eigen-Initiative verlangt. Die Sportart ist teuer und sie braucht Zeit, Eisspeedway ist somit ein Abenteuer, in das sich nur wenige echte Kerle stürzen. Und: "Profi zu werden ist sehr schwer, nur die Russen leben davon“, erläutert der deutsche Nachwuchs-Star Stefan "Pletschi“ Pletschacher, immerhin Deutscher Meister von 2005. Er arbeitet als Bus-Unternehmer und wird vom Stahlwerk Annahütte unterstützt.

Ohne Sponsor geht nichts

Der zurzeit beste Deutsche, Team-Vizeweltmeister und Deutscher Meister Günther Bauer, der zurzeit verletzt ist, wird von mehr als einem Dutzend kleinerer Geldgeber gesponsert. "Die Voraussetzungen für den Sport sind klar: Ein Fahrer muss mit ganzem Herz dabei sein und immer über das beste Material verfügen.

Wenn man den Sport so betreibt wie ich und Günther Bauer muss man gute Sponsoren mitbringen, denn eine Saison kostet mich rund 50.000 Euro“, urteilt Pletschacher auf Anfrage von wanted.de.

Teurer Sport

Ein Motorrad kostet komplett rund 15.000 Euro, ein Satz Ersatzräder etwa 1600 Euro, der Rennanzug bis 1800 Euro. Dass die Sportart in Deutschland eher ein Nischendasein fristet, liegt neben den Kosten an der zu milden Witterung. Gerade musste der Lauf in Steingaden deswegen abgesagt werden. So sind nur sechs deutsche Orte im Eisspeedway aktiv.

Vor allem Inzell bietet den Zuschauern mit einer neu überdachen Arena eine grandiose Kulisse. Die weiteren Hochburgen sind Berlin, Erfurt, Unna, Frankfurt am Main und Steingaden. Starke Vereine, die immer wieder Champions hervor bringen, gibt es nur in Russland, wie uns Pletschacher erläutert. >>

"Dort fangen die Kids bereits mit 14 Jahren an. Und dort gibt es auch Trainer, die ständig neue Talente entdecken.“ Und so erklärt sich auch die totale Dominanz der Russen im Eisspeedway: "Gutes Training, gute Trainer und der Sport wird in Russland gefördert, das ist nicht wie bei uns.“ So dürfte es auch in diesem Jahr nicht klappen, den ewigen Champion bei der Team-WM vom Thron zu stoßen. "Deutschland hat momentan einfach nicht genügend gute Fahrer, die die Sache so ernst nehmen wie ich und Günther Bauer“, zeigt sich Pletschacher überzeugt.

Totale Dominanz der Russen

Mittlerweile haben sich die Russen eine totale Dominanz herausgefahren, im Riesenreich gibt es weltweit die meisten Aktiven. Beim Finallauf der Team-WM 2011 in Berlin wurden die Russen vor Österreich Weltmeister. Das deutsche Team kam nur auf den enttäuschenden siebten Rang. Russland ist inzwischen 29facher Weltmeister. In der Weltrangliste 2011 finden sich auf den ersten acht Rängen Russen. Alleine Superstar Nikolai Krasnikov, der Weltmeister 2011, hat es auf 14 Einzel-WM-Titel der Grand-Prix-Serie gebracht. Bester Westeuropäer war 2011 der Österreicher Frank Zorn auf Rang neun, bester Deutscher Bauer auf Platz 12.

Auch in diesem Jahr dürfte das russische Team kaum zu schlagen sein, schließlich geht es vor heimischem Publikum um alles. Die Team-Weltmeisterschaft wird am 25. und 26. Februar in der russischen Autostadt Togiliatti ausgetragen.

Können statt Leistung

Beim Eisspeedway zählt ansonsten noch das echte Handwerk Marke Eigenbau: Auf dem Eis ist nicht Leistung, sondern Können wichtig. Wegen ihrer Robustheit sind tschechische Jawa-Maschinen gefragt. Die meisten Piloten verwenden modifizierte 500-Kubikzentimeter-Motoren und fahren in mehreren Läufen jeder gegen jeden um so viel wie möglich Punkte zu sammeln.

Die Motorräder fahren mit umweltfreundlichem Methanol und können nur nach links gelenkt werden. Aus den Reifen ragen bis zu 300 Spikes mit 28 Millimetern Länge, Driften ist beim Eisspeedway nicht möglich. Die Fahrer tragen Stahlschuhe und eine Rüstung. Falls der Pilot stürzt, zieht er automatisch die Reißleine am Handgelenk und stoppt sofort den Motor.

Fitness-Training absolut notwendig

Und wie bereitet sich ein Profi auf die Saison vor? Pletschacher trainiert im Sommer im Fitnessstudio mit seinen Trainer Kraft und Ausdauer. Im Winter geht es dann zum Training nach Russland. "Nach dem Rennen gibt es einen Tag Pause und dann leichtes Training und Sauna. Zwischen den Rennen konzentriere ich mich, indem ich alles um mich vergesse und keinen an mich ranlasse.“ Und was macht ein Profi nach dem Ende der Karriere? "Ich würde mich um die Förderung des Nachwuchs kümmern oder Teamchef werden“, wünscht sich Pletschacher.

Fazit: Wer sich für den Sport interessiert, sollte in der Nähe der wenigen Clubs in Deutschland wohnen. Wer dann noch die notwendige Portion Mut mitbringt und es sich finanziell leisten kann, die im Laufe der Jahre die so sicher wie das Amen in der Kirche auftretenden schweren Verletzungen auffangen zu können, der sollte sich direkt an den Deutschen Motorsport Verband (www.dmv-motorsport.de) wenden.

Bilder vom Eisspeedwayfahren sehen Sie in unserer Foto-Show.
Lust auf mehr? Wir zeigen Ihnen weitere außergewöhnliche Sportevents.

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