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Vespa: Klassiker auf zwei Rädern

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Vespa: Klassiker auf zwei Rädern

27.04.2012, 18:31 Uhr | sc (CF)

1946 verließen die ersten Vespas die Produktionshalle im italienischen Pontedera. 66 Jahre später ist der kleine Roller ein Klassiker, genießt sogar Kultstatus und trägt seinen Fahrer zumeist durch die Metropolen dieser Welt.

War die Vespa in ihren Ursprüngen eher ein Ausdruck von Entbehrung nach den Zeiten des Krieges, ist sie heute zu einem Statement urbanen Lifestyles herangereift. Für den Hersteller Piaggio, zuvor Produzent von Kampfflugzeugen und anderem Kriegsgerät, galt es nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zunächst die Fertigungshallen wieder aufzubauen. An den Bau von schwerem Gerät war natürlich nicht zu denken, so konzentrierte man sich auf einfache Haushaltsprodukte, ehe sich Firmenchef Dottore Enrico Piaggio mit seinen Designern dafür entschied, ein Fortbewegungsmittel für die breite Masse herzustellen – einen Motorroller. Die Idee der Vespa war geboren und so entstand 1946 der erste Prototyp "V98". Im Vergleich zum Motorrad besaß der heutige Klassiker einige Vorteile: Die Vespa war günstig zu produzieren und somit auch für die immer noch unter den Folgen des Krieges leidende Bevölkerung bezahlbar. Durch den Direktantrieb konnte man auf ölverschmierte mechanische Bauteile wie die Antriebskette verzichten und mit bloß 3,2 PS ließen sich trotzdem Geschwindigkeiten von bis zu 60 Stundenkilometern erreichen. Mit dem Roller machte Piaggio also aus der Not eine Tugend, die bis heute über 17 Millionen Mal produziert wurde.

Weltweit ist die Vespa zu einem Phänomen unterschiedlicher Ausprägung herangereift. Weil sie vor allem in einigen asiatischen und afrikanischen Ländern bis in die heutige Zeit eines der wichtigsten Transportmittel darstellt, prägt der Rollerklassiker dort seit vielen Jahren das Straßenbild. In Deutschland trat die Vespa ihren Siegeszug ab den 1950er-Jahren an. Im Jahr 1956 wurde die Grenze von einer Million produzierten Vespas überschritten. Doch hierzulande war der Rollerklassiker weniger ein Transportmittel als der Ausdruck eines Lebensgefühls, in dessen Zentrum die mobile Freiheit stand. Zu Tausenden organisierte man sich in Clubs, traf sich zu großen Vespa-Treffen, und Film und Werbung setzten den italienischen Flitzer in Szene. Um den Erfolg voranzutreiben, vergab Piaggio Lizenzen zum Bau der Vespa in viele Länder der Welt, um die Produktion des Rollers voranzutreiben. Unterdessen erweiterte man in Pontedera das Modellangebot erfolgreich und auch die Fans des Klassikers schufen auf eigene Faust verschiedenste Varianten des Rollers – selbst die französische Armee war auf den Geschmack gekommen und orderte verschiedene Modelle des Motorrollers, die sich zum Beispiel für den Abwurf aus der Luft mit Fallschirmjägern eigneten.

Der Klassiker Vespa: Knattern statt Gedröhne

Doch das Image der Vespa und natürlich auch das ihrer Fahrer wandelte sich im Laufe der Zeit immer wieder. War der Klassiker zunächst das Mittel zum Zweck nach dem Krieg, das vielen Menschen aller Generationen ermöglichte, mobil zu sein – Autos waren derzeit noch ein Luxusgut –, avancierte der italienische Kultroller in den 1960er- und 1970er-Jahren zum Gefährt der Jugend. Natürlich waren damals auch noch andere Modelle auf dem Markt erhältlich, doch kein Hersteller wie beispielsweise Sachs, Zündapp oder Kreidler konnte sich bis in die heutige Zeit behaupten. Mittlerweile wird "Vespa" von vielen als Synonym für Motorroller verwendet. Zwar gehört die Vespa nicht zu den kraftstrotzenden Zweirädern dieser Welt, doch liegt hier auch gar nicht der Sinn – man(n) will mit dem Klassiker schließlich nicht Männlichkeit und Stärke demonstrieren, sondern Freiheitswillen und Unabhängigkeit. Das donnernde Dröhnen der Auspuffrohre PS-starker Maschinen ersetzt das sympathische Knattern des Zweitakters und unterstreicht Ihre laissez-fairen Wesenszüge, die Sie eben nicht auf die Autobahnen treiben, sondern in die verschlungenen Straßenzüge von Stadt und Land.

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