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BMW 328 Kamm Coupé: Buckliger Oldtimer

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BMW 328 Kamm Coupé: Buckliger Oldtimer

16.05.2012, 08:57 Uhr | lc (CF)

Als Klassiker kann man den BMW 328 Kamm Coupé wahrlich nicht bezeichnen. Dennoch zeichnet sich Oldtimer durch etwas Besonderes aus: Es gibt ihn eigentlich gar nicht mehr. Nach jahrelanger Recherchearbeit konnte BMW den Sportwagen nachbauen.

Nur ein einziger BMW 328 Kamm Coupé wurde bis 2010 jemals gefertigt – bis der Nachbau der bayerischen Sportwagenrarität fertiggestellt wurde – und wieder ist es ein Einzelstück. Vor über 70 Jahren kam der originale BMW 328 Kamm Coupé das erste Mal zum Einsatz. Er wurde eigens für den Rennklassiker Mille Miglia im Jahr 1940 gebaut, ehe er 13 Jahre später nach einem Unfall verschrottet wurde und seither in Vergessenheit geriet. Damals war der Oldtimer, der damals wie heute eigentlich kein Oldtimer ist, seiner Zeit weit voraus. Der Wagen wurde vom Aerodynamik-Experten Wunibald Kamm entwickelt, woher auch der ungewöhnliche Name des BMW rührt. Selten für die damalige Zeit war der Einsatz eines Windkanals, um die Aerodynamik des Sportwagens zu optimieren. Dass der BMW 328 Kamm Coupé mithilfe dieses technischen Hilfsmittels entwickelt wurde, sieht man ihm auf den ersten Blick an und erklärt auch sein buckeliges Äußeres mit seinem recht klobigen Karosserieabschluss. Allerdings besitzt diese Form den Vorteil, dass nur wenig Luftverwirbelungen entstehen, was sich unbestritten vorteilhaft auf die Endgeschwindigkeit des Oldtimers auswirkte. Bei der Mille Miglia wurde dieser Vorteil aber wegen Problemen bei der Ölzufuhr nicht von Erfolg gekrönt.

Der BMW 328 Kamm Coupé schied bei dem Rennen als einziger BMW-Rennwagen aus. Den Erfolg verbuchten stattdessen die klassischen 328er-Modelle. In den Wirren des Zweiten Weltkrieges verblieb das Einzelstück erstaunlicherweise in Deutschland – wohingegen die Siegerfahrzeuge des Rennens außer Landes transportiert wurden und sich auf dem Globus verteilten. So nutze der damalige Rennleiter der Bayerischen Motorenwerke den BMW 328 Kamm Coupé als Privatwagen – bis zum besagten Unfall im Jahr 1953. Dann verschwand der Wagen weitestgehend aus dem automobilen Gedächtnis, bis man in München in den 1990er-Jahren Nachforschungen anstellte, an deren Ende ein Neubau des Oldtimers stand, der im Jahr 2010 abgeschlossen war. Da keine Baukonstruktionen erhalten waren, blieb den Experten nur die mühevolle Rekonstruktion anhand von Fotomaterial, das mithilfe von 3D-Technik ausgewertet wurde. Herzstück war unter anderem die für damalige Verhältnisse einzigartige Leichtbauweise aus einem Gitterrohrrahmen aus Elektron und einer Außenhaut aus Aluminium. In Verbindung mit einem Zwei-Liter-Reihensechszylindermotor, der 136 PS leistete, schaffte es der BMW 328 Kamm Coupé auf flotte 230 Stundenkilometer – so schnell wie bis 1940 kein BMW-Automobil jemals zuvor. Die optimierte Aerodynamik leistete ebenfalls ihren Beitrag.

BMW 328 Kamm Coupé: Zieleinlauf nach 70 Jahren

Die Rekonstruktion des Oldtimers nahm mehr als 15 Jahre in Anspruch. Unter anderem deshalb, weil ein kompletter Neubau zunächst gar nicht geplant war. Eigentlich sollte nur der Rahmen nachgebaut werden und im Zuge einer Ausstellung zum Thema "Leichtbau" präsentiert werden. Im wahrsten Sinne des Wortes in Fahrt kam das Projekt durch die Meisterschule für Karosserie- und Fahrzeugbau Leipzig-Leisnig-Erlbach, die sich in Zusammenarbeit mit dem BMW-Werk in Leipzig für die langwierige Arbeit bei der Neukonstruktion der Aluminium-Karosserie verantwortlich zeigt. Hauptverantwortlicher Restaurator war René Große. Zwar standen Baupläne des originalen BMW 328 Oldtimers zur Verfügung, zahlreiche Abwandlungen zu diesem Original erschwerten die Arbeiten am BMW 328 Kamm Coupé jedoch, die letztendlich aber erfolgreich zu Ende geführt werden konnten. Vorgestellt wurde der Oldtimer-Neubau im April 2010 auf der Concorso d'Eleganza am Comer See. Kurze Zeit später nahm das teure Einzelstück an dem Jubiläumsrennen der Mille Miglia teil, 70 Jahre nach seiner ersten und einzigen Teilnahme. Zwar landete der BMW 328 Kamm Coupé im Schongang nur auf Platz 300 – aber er erreichte im Vergleich zu damals das Ziel.

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