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Die neue Ducati Multistrada 1200s im Fahrbericht

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Ducati Multistrada 1200s: Rasant voran

16.03.2015, 13:59 Uhr | SP-X

Die neue Ducati Multistrada 1200s im Fahrbericht. Ducati Multistrada 1200s (Quelle: Hersteller)

Ducati Multistrada 1200s (Quelle: Hersteller)

Ducati hat sein Erfolgsbike Ducati Multistrada überarbeitet und mehr Leistung verpasst. 160 PS ist die rassige Italienerin nun stark. So fährt sich das Topmodell der Italiener.

Foto-Serie mit 8 Bildern

In den vergangenen drei Jahren war sie das Erfolgsmodell der "Roten" aus Bologna: 35.000 Exemplare der Multistrada 1200 konnte Ducati weltweit absetzen. In vielen Märkten, auch dem deutschen, war die erheblich teurere S-Version bei weitem gefragter als die Normalausgabe. Fast zeitgleich zum damaligen Serienanlauf im Jahr 2012 traf Ducati eine weitreichende Entscheidung: Der unterhalb von etwa 4500 Umdrehungen rappelig agierende Motor sollte mehr Laufkultur erhalten. BMW hatte man diesbezüglich im Visier, wie bei der Fahrvorstellung der neuen Multistrada zu hören war.

Tipps von Audi

Kennzeichen des neuen Motors ist eine variable Ventilsteuerung; was bei Pkws ein alter Hut ist, genießt bei Motorrädern Seltenheitswert. Mehr Laufkultur und mehr Kraft dank geringerer Ventilüberschneidung bei niedrigen Drehzahlen, volle Power dagegen dank größerer Überschneidung von Ein- und Auslassventilen bei hohen Drehzahlen. So weit die Theorie. Die spezielle Ventilsteuerung von Ducati, Desmodromik genannt, stellte besondere Anforderungen. Für die Praxis gab es Rat von Audi, ist Bologna doch seit rund zwei Jahren eine Außenstelle von Ingolstadt.

Statt generell 11 Grad Ventilüberschneidung steht nun ein Bereich von 0 bis 53 Grad zur Verfügung. Das Ergebnis überzeugt. Unterhalb von etwa 4500 Touren ist dieser Duc-V2 von einer Sanftheit, wie sie bislang unvorstellbar war. Mit Viertelgas und knapp 2000 Umdrehungen pro Minute durch Ortschaften zu schleichen, ist im dritten, auch im vierten Gang möglich. Und auch das Gasgeben aus solch niedriger Drehzahl heraus funktioniert; das bislang bei solchem Tun unvermeidliche Peitschen der Antriebskette ist Vergangenheit.

Vier Fahrmodi

Ganz zufrieden sind wir trotz allem noch nicht, denn das Ansprechverhalten – es stehen vier unterschiedlich weiche bzw. aggressive Fahrmodi zur Verfügung – ist noch kein Quell reiner Freude: Gefühlt vergeht gerne eine "Gedenksekunde", bis das Triebwerk des Motorrads auf das Kommando der Gashand hört. Auch im Schubbetrieb registrierten wir Ungereimtheiten bei mehreren Fahrzeugen. "Das ist alles noch Vorserie“, ließ Ducati verlauten.

Auch die schlappe Cockpit-Innenverkleidung und manche andere Verarbeitungsmängel wie unstet arbeitende Scheinwerferanlagen sollen bis zum nahen Serienanlauf ausgemerzt sein.

Konzeptionell ist die neue Multistrada ein Bomben-Teil: Mit fast 160 PS hat der Motor um 10 PS und einige Newtonmeter zugelegt und ist damit so bärenstark, dass die Regelsysteme (Traktions- und neue Wheelie-Kontrolle) reichlich zu tun haben, um des Fahrers eventuelle Unbedachtheit auszugleichen. Trotz der Laufkultur-Kur hat der V2 oberhalb von 4500 Umdrehungen pro Minute nichts von seinem Jubel-Charakter eingebüßt: Es macht – auch akustisch – Spaß, ordentlich am Quirl zu drehen. Dauerdrehzahlen von mehr als 6500 Touren sollten empfindsame Naturen wegen der im Sitz spürbaren Vibrationen lieber vermeiden. Beim Verbrauch ist das neue Modell seinem Vorgänger voraus: Ducati spricht stolz von acht Prozent Verbrauchsreduktion; wir benötigten laut Bordcomputer zwischen 5,8 und 6,4 Liter/100 Kilometer.

Dämpfungssystem beeindruckt

Das Fahrwerk verdaut viel: Leicht lenkt sich die Multistrada ein, stabil durchpfeilt sie Kurven aller Radien. Muss man in Schräglage stark bremsen, bringt sie selbst das nicht aus der Ruhe: Das von Bosch bezogene ABS beherrscht dank unzähliger Sensoren sämtliche Schräglagen. Der serienmäßige Tempomat stellt sich genauso geschickt an. Sehr fein agiert das weiterentwickelte semiaktive Dämpfungssystem, "Skyhook Evo" genannt. Und zwar tut es dies umso eindrucksvoller, je mieser der Untergrund beschaffen ist. Deshalb wundern wir uns, dass diese technisch so arrivierte und – inklusive des sinnvollen Travel-Pack – fast 20.000 Euro teure Duc andererseits weder eine Blinker-Rückstellautomatik noch ein Reifendruck-Kontrollsystem mitbringt und auch kein Quickshifter lieferbar ist. Immerhin: Die schlüssellos bedienbare Tankklappe bietet man gegen zirka 270 Euro Mehrpreis an; das schlüssellose Startsystem ist serienmäßig.

Den Platzhirsch der Reiseenduros, BMWs R 1200 GS, wollte Ducati auch in punkto Offroadtauglichkeit nicht gänzlich aus dem Auge verlieren. Eine schmälere Fahrzeug-Taille zugunsten gesteigerter Handlichkeit sowie zwei Zentimeter mehr Bodenfreiheit sollen den Fahrspaß jenseits des Asphalts steigern. Abgerundet wird dieses Paket durch die Wahl des Enduro-Fahrmodus, der die Traktionskontrolle zurücknimmt, das ABS am Hinterrad deaktiviert und die Gasannahme zur Zurückhaltung zwingt. Auch auf diesem Terrain registrieren wir Fortschritte, wohingegen wir die Wirksamkeit des zwischen 7 und 20 Grad Schräglage automatisch zuschaltenden LED-Kurvenlichts (vorne leuchten ausschließlich LED-Einheiten) mangels dunkler Kurven noch nicht beurteilen können.

Gut geformte Schalter Fortschritte offenbaren sich auch beim Blick ins farbige TFT-Cockpit,

das seine Oberfläche in Abhängigkeit vom Fahrmodus (Sport, Touring, Urban, Enduro) wechselt. Die Ablesbarkeit ist gut, die vielen Einstellmöglichkeiten an Fahrwerk, Motor und Bremse lassen sich dank neuer, gut geformter Schalter und einer verständlichen Bedienlogik schon nach kurzer Eingewöhnung sinnvoll nutzen.

Die dritte Generation der Multistrada 1200 innerhalb von sechs Jahren ist stark, gut beherrschbar, kultiviert, komfortabel und – glaubt man dem Bordcomputer – fast schon sparsam. Viel fehlt nicht mehr, und die Multistrada 1200S könnte sich ganz an die Spitze setzen im Segment der Sports-Adventure-Bikes, wo sich die GS neuerdings mit der hochtechnisierten KTM 1290 Super Adventure und – mit leichten Abstrichen – auch der just erschienenen Aprilia Caponord 1200 Rally balgen muss. Nicht zu vergessen ist die im Frühsommer kommende BMW S 1000 XR mit ebenfalls 160 Pferden, aber aus vier höchst elastisch agierenden Zylindern. Nicht nur Bologna schielt nach München, auch die Bayern haben Bologna auf dem Schirm. Spannende Zeiten für diejenigen, die 20.000 Euro in zwei Räder investieren wollen. Bilder der neuen Ducati Multistrade 1200s finden Sie in unserer Fotoshow.

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