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Auto-Reparatur: Das können Sie noch selbst reparieren

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Technik für Laien  

Das können Sie am Auto noch selbst schrauben

15.12.2015, 09:37 Uhr | dpa-tmn

Auto-Reparatur: Das können Sie noch selbst reparieren. Auto-Reparatur: Selbst ein Reifenwechsel kann bei modernen Autos schon Probleme machen. (Quelle: imago)

Auto-Reparatur: Selbst ein Reifenwechsel kann bei modernen Autos schon Probleme machen. (Quelle: imago)

Wer oft und gerne an seinem Auto schraubt, fährt vermutlich einen Oldtimer - oder er ist vom Fach. Denn moderne Autos lassen sich aufgrund der komplexen Technik immer seltener von Laien zuhause reparieren.

Vergaser wechseln, Ventilspiel einstellen, Gaszug tauschen - was früher mit etwas Zeit, Begeisterung und technischem Grundverständnis machbar war, ist heutzutage passé. Denn im Elektronik-Zeitalter heißt es immer öfter: Don't do it yourself!

"Verantwortlich dafür ist die zunehmende Komplexität der Bauteile und die zunehmende Vernetzung", sagt Jürgen Wolz, technischer Leiter beim TÜV Süd.

Scheinwerfer unter Hochspannung

Neue Techniken bringen zuweilen auch neue Gefahren mit sich. So sollte man von Xenon-Licht schon wegen der hohen Spannungen die Finger lassen. "Da ist ein Brenner mit 20 000 Volt drin", ergänzt Thomas Caasmann von der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ). "Den würde ich nicht anfassen."

Batteriewechsel mit Tücken

Auch sonst können vermeintlich einfache Aufgaben wie der Wechsel der Starterbatterie in Eigenregie unlösbar werden. "Danach müssen bei manchen Autos die Fensterheber neu programmiert werden, oder auch der elektronische Zündschlüssel", sagt Dietmar Clysters, Pressesprecher der Kfz-Innung Rhein-Neckar-Odenwald.

Kleinwagen sind meist nicht so komplex

Natürlich ist nicht jedes Auto gleichermaßen komplex. Laut Clysters hat man bei einfachen Kleinwagen eine größere Chance, Reparaturen in Eigenregie durchführen zu können als bei einer Luxuslimousine. Doch auch das ist nicht sicher, meint Caasmann. "Elektronik ist oft billiger als mechanische Lösungen, also sind die Bauteile zum Teil die gleichen." Den Zündkerzen-Wechsel traut er aber immerhin halbwegs versierten Zeitgenossen bei fast jedem Auto zu.

Nur eine Glühbirne wechseln?

Schon die Scheinwerfer aber können Bastler vor unlösbare Aufgaben stellen. "Die sind oft so verbaut, dass man alles Mögliche ausbauen muss, bevor man an die Glühbirne kommt", erläutert Caasmann. Wer unsicher ist, ob er den Birnenwechsel selbst durchführen kann, dem rät Clysters, einen Blick ins Handbuch zu werfen. "Da steht drin, wie man eine Glühbirne wechselt - wenn man sie wechseln kann."

Es gibt auch Verbesserungen

Der Verdacht, dass die Hersteller Bauteile auch deshalb kompliziert verbauen, damit ihre Vertragswerkstätten und die Hersteller von Originalteilen gute Geschäfte machen, sei nahe liegend, sagt TÜV-Mann Jürgen Wolz. In vielen Fällen seien die Schwierigkeiten aber auch gestalterischen Prioritäten geschuldet. Und: "Bei den Leuchtmitteln ist es wieder etwas besser geworden, seit eine EU-Richtlinie vorschreibt, dass die relativ leicht austauschbar sein müssen."

Luft, Wasser und Öl gehen immer

"Luftdruck, Wasser, Ölstand prüfen - all das geht natürlich noch in Eigenregie", sagt Clysters. Aber er gibt zu bedenken: "Der Ölpeilstab steckt oft nicht mehr da, wo man ihn vermutet und bei manchen Autos ist der Wasserbehälter unter der Stoßstange angebracht." Was Sie aber auf jeden Fall selbst machen können: Die Wischerblätter der Scheibenwischer findet jeder ohne Handbuch, und das Tauschen ist nicht so schwer.

Diese Wartungsarbeiten können Sie zuhause durchführen

Auch Wolz hält leichte Verschleißreparaturen und Wartungsarbeiten für machbar. Dazu zählen Luftfilter-, Ölfilter- und Ölwechsel. Auch das Kühlmittel lasse sich tauschen oder auffüllen. Allerdings ist hier jeweils eine fachgerechte Entsorgung erforderlich. Laut Clysters ist auch der Wechsel von Innenraum- oder Pollenfilter meist unkompliziert.

Den Wechsel des Auspuffendtopfes halten die Experten ebenfalls für eine simple Reparatur. "Der kann allenfalls so fest verbacken sein, dass man ihn mit Hausmitteln nicht mehr abbekommt."

Finger weg von den Bremsen

Ein zwiespältiges Thema sind die Bremsen. Zwar ist der Wechsel von Bremsscheiben oder Bremsbelägen an sich nicht anspruchsvoll, doch Clysters hält die Arbeit daran für riskant. "Grundsätzlich rate ich bei allen sicherheitsrelevanten Teilen: Finger weg!" Jürgen Wolz ist nicht ganz so rigoros, meint aber auch, dass Bastler dafür ein gehöriges Maß an Kenntnissen mitbringen sollten.

Beim Fahrwerk ist Spezialwerkzeug nötig

Ähnlich sieht es beim Fahrwerk aus. "Das ist anspruchsvoll, aber machbar", sagt Caasmann. Da die Federn unter Vorspannung stehen muss man sehr vorsichtig sein und über das entsprechende Werkzeug verfügen. "Bei Fahrwerken mit elektronischer Dämpferregelung sollte man die Finger davon lassen", warnt Wolz.

Selbst der Reifenwechsel kann Probleme machen

So bleibt dem Bastler heute nur noch wenig, das sich mit ein wenig handwerklichem Geschick und mechanischen Kenntnissen lösen lässt. An manchen Autos nicht mal mehr der Radwechsel. Denn auch hier hat die Elektronik Einzug gehalten. Reifendruckkontrollsysteme (RKS) sind inzwischen vorgeschrieben und können Schwierigkeiten machen. "Passive Systeme sind nach wie vor kein Problem, aber beim aktiven RKS kann es sein, dass das nachher nicht mehr richtig mit dem Fahrzeug kommuniziert", sagt Wolz. Dann bleibt wieder nur der Werkstattbesuch.

Und der ist mit Kosten verbunden. "Viele Leute legen ja genau deswegen Hand an, weil sie Geld sparen wollen", sagt Clysters. Eine Rechnung die oft nicht aufgeht, weil sie die Arbeit anfangen und nicht zu Ende führen können. Er rät dazu, bei der Werkstatt nach einer zeitwertgerechten Reparatur zu fragen, bevor man sich die Hände schmutzig macht und sich womöglich mehr auflädt, als man schultern kann.

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