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Opel Vectra: Neues Design für den Aufschwung

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Neue Linien für das "Brumm, brumm"

05.09.2005, 16:49 Uhr | Spiegel Online, 05.09.2005

Opel Vectra (Foto: Opel)Opel Vectra (Foto: Opel) Er kommt nicht recht vom Fleck in den Verkaufsstatistiken, obwohl der Opel Vectra ein gelungenes Auto ist. Weil das bisher zu wenige Kunden bemerkt haben, soll nun eine radikale Designänderung den Aufschwung bringen. #

"Brumm, Brumm"
Als Eduardo Ramirez-Carcamo, Chefdesigner des Opel Vectra, zu einer Anekdote ansetzt, ahnt man schnell, wohin die führen kann - doch der Spanier verkneift sich die rührende Halbwahrheit. "Ich bin an einem Samstag vor einer wichtigen Präsentation noch einmal ins Studio gegangen, um mir das 1:1-Tonmodell des Vectra anzusehen", erzählt Ramirez - und dass er seine knapp zweijährige Tochter dabei gehabt habe. "Als sie das Modell gesehen hat, da hat sie..." Nein, sie hat eben nicht entzückt "Opel" ausgerufen, das wäre ja zu schön gewesen. Auf ein heiteres "Brumm, brumm" bezieht sich der ganze Vaterstolz. Immerhin, der neue Opel Vectra ist sofort als Auto erkennbar, auch von Nicht-Fachleuten.

Ganz klar ein Opel
Mehr noch, er ist jetzt auch von jedermann deutlicher als bisher der Marke Opel zuzuordnen. Nicht nur, weil der Opel-Blitz im Kühlergrill so groß geriet. Ramirez und seine Kollegen haben mit stattlichen Scheinwerfern, V-förmigem Kühlergrill und der "Bügelfalte" auf der Motorhaube schlicht den erfolgreichen Astra kopiert.

Foto-Show Opel Astra GTC

Simples Facelifting
Für ein simples Facelift in der Mitte des Lebenszyklus eines Automodells ist die Änderung (die übrigens auch die Baureihe Signum betrifft) schon recht radikal und wirkt fast wie das Eingeständnis einer gestalterischen Niederlage. Die stand wohl auch firmenintern schon bald nach dem Start des Vectra im Jahre 2002 fest, als der Vizepräsident des Mutterkonzerns General Motors, Bob Lutz, sich öffentlich abfällig äußerte: "Beim Anblick des Vectra springt einem halt nicht gleich der Geldbeutel in der Tasche auf."

Lead-Model Vectra
Rainer Schmidt, Chefingenieur des Vectra, beschreibt die Motive für das Facelift so: "Als Firma brauchen Sie eine Strategie, auch in der Formensprache. Der Vectra ist ja unser Lead-Model, da wäre es nicht glücklich, wenn wir damit außerhalb der Strategie lägen." Bleibt die Frage, warum das führende Modell nicht von Anfang an eine erfolgreiche Designlinie für alle Opel vorgeben konnte. Schmidt gibt zu: "In der Vergangenheit haben wir den Job vielleicht nicht ganz so gut gemacht."

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Foto-Serie Opel Vectra OPC

Weitere Ausbaustufe
Anders die Techniker. Der Vectra hat ein anerkannt souveränes und handliches Fahrverhalten, und die wichtigen Dieselmotoren liegen spätestens seit Einführung der neuen CDTI-Generation vor einem Jahr gleichauf mit den Spitzen-Aggregaten der Konkurrenz. Folgerichtig bringt Opel zum Facelift eine weitere Ausbaustufe des 1,9-Liter-Selbstzünders, diesmal mit zarten 100 PS. Der Wagen, der für Probefahrten noch nicht zur Verfügung stand, bietet ein maximales Drehmoment von 260 Newtonmetern schon bei 1700 Umdrehungen, er läuft 186 km/h und verbraucht durchschnittlich 5,7 Liter je 100 km. Für diese Version verlangt Opel 24.025 Euro inklusive Rußpartikelfilter, das sind 665 Euro weniger als für dass 120-PS-Modell (280 Nm, 200 km/h, 5,7 l/100 km).

Mauerblümchen Turbo
Als weitere Neuheit ist ein 2,8-Liter-V6-Benziner mit Turbolader im Programm, der den alten 3,2-Liter-V6-Saugmotor ablöst. Die Konzernmaschine, die mit und ohne Turbo weltweit auch in zahllosen Buicks und Pontiacs Dienst tut, macht mit 230 PS und 330 Newtonmetern bei 1800 Touren auf Papier und Straße einen potenten Eindruck. Im Bereich um 3000 Umdrehungen im dritten und vierten Gang geht das Auto richtig gut, und mit dem Erreichen der Höchstgeschwindigkeit (250 km/h, abgeregelt) hat er auch keine Mühe. Trotzdem ist es leicht vorherzusagen, dass die Turbo-Version (ab 30.180 Euro) eher das Mauerblümchen in der Vectra-Preisliste bleiben wird.

Foto-Show Opel Astra OPC

Fahrwerk: Behutsame Änderungen
Aufschlussreich ist die Testfahrt dennoch, da bei forcierter Fahrweise die behutsamen Änderungen am Fahrwerk des Vectra am ehesten zu spüren sind. Vor allem, wenn man die Vorzüge von IDS Plus nutzt. Diese elektronische Fahrwerksregelung (Serienausstattung in den Topmodellen, sonst 690 Euro Aufpreis) passt permanent die Kraft der Stoßdämpfer an Fahrbahn und Fahrstil an und sorgt damit für wesentlich weniger Wankbewegungen der Karosserie. Außerdem kann man mit dem Druck auf die Sporttaste auch ein spürbar strafferes Fahrverhalten abrufen: Gas und Lenkung sprechen direkter an, die Federung wird sportlich stramm. Otwin Fleischmann ist der Chef der Chassisentwicklung und spricht beim gelifteten Vectra von höherer "Federwilligkeit" und davon, dass die Lenkung in der Mitte etwas "freier" sei. Es klingt wie Haarspalterei, gemeint ist: mehr Komfort ohne Abstriche bei Handling und Sicherheit.

Vom ESP nur ganz wenig zu spüren
Überprüfen lässt sich das auf dem Testgelände von Opel in Dudenhofen, wo die Ingenieure einen Parcours abgesteckt haben, den der Volksmund als "Elchtest" bezeichnet. Es geht hier um das ruckartige, ungebremste Ausweichen vor einem Hindernis mit anschließender ebenso zackiger Rückkehr in die ursprüngliche Fahrspur. Anno 1997 kippte dabei die Mercedes A-Klasse um, und es begann der Siegeszug des elektronischen Stabilitätsprogramms (ESP), das dramatische Fahrzeugreaktionen im Vorfeld unterdrückt. "Wir legen unsere Fahrwerke generell ohne ESP aus", betont Fleischmann. "Es muss auch so sicher sein und darf den Fahrer nicht überraschen." Tatsächlich ist beim selbst gefahrenen Elchtest vom Arbeiten des ESP im Vectra nur ganz wenig zu spüren - und auch erst dann, wenn man die Übung mit knapp 70 km/h fährt.

Seit Mitte September 2005 beim Händler
Am 17. September stehen die überarbeiteten Vectra-Modelle bei den Händlern, seit Ende Juni habe man schon 17.600 Bestellungen gezählt, berichtet Marketing-Mann Karl-Heinz Wrede - "ein Ergebnis, auf das wir sehr stolz sind." Wichtiger als die Bestellungen sind aber am Ende die Summen unter den Kaufverträgen - Händler, die den bisherigen Vectra 20, 25 Prozent unter Preis verkaufen, musste man in der Vergangenheit nicht lange suchen.

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