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Auto-Zukunft: Der Backofen-BMW

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Auto-Zukunft: Der Backofen-BMW

11.10.2004, 12:31 Uhr

Von Matthias Kaufmann

Der Backofen-BMW vor dem ''Futurelife''-HausDer Backofen-BMW vor dem ''Futurelife''-HausWirklich schlechte Autos sind heutzutage kaum noch am Markt. So lassen sich die Hersteller einiges einfallen, um sich von der Konkurrenz zu unterscheiden. Vorschlag von BMW: Überprüfen Sie Ihren Kühlschrank - vom Lenkrad aus!

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Vom Fahrerplatz zur Steuerzentrale
Längst ist der Fahrerplatz moderner Autos zur veritablen Steuerzentrale ausgewachsen: Beschleunigen, Bremsen, Abbiegen - längst wird nicht nur das dort entschieden. Bei vielen Modellen kann man auch den Tankdeckel und die Heckklappe öffnen, die Fenster an allen vier Türen rauf- und runtersurren lassen und dem CD-Wechsler im Kofferraum sagen, welche Scheibe er spielen soll. Nur die Kinder auf der Rückbank, die machen was sie wollen.

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Wohnen im "Futurelife"
Die ''Futurelife''-Steiners und ihr BMWDie ''Futurelife''-Steiners und ihr BMWBMW geht nun einen Schritt weiter: Der neue 5er der Familie Steiner kann die Waschmaschine starten, die Jalousien öffnen und schließen lassen und sämtliche Lichter an und ausknipsen. Nicht im Auto, versteht sich, sondern bei Steiners zu Hause. Die wohnen freilich nicht in irgendeinem Haus. Das Domizil mit dem fortschrittsgläubigen Namen "Futurelife" wurde vor rund drei Jahren im schweizerischen Hünenberg, Kanton Zug, eingerichtet, um dort allerlei Elektronik-Gespiel an einer durchschnittlichen mitteleuropäischen Familie - ein Programmierer, eine Lehrerin, zwei Kinder - zu testen. Die Familie hat dort ihren festen Wohnsitz und kann nicht weglaufen.

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Testfeld für vernetzte Technologien
So erprobten die unterschiedlichsten Hersteller dort ihre vernetzten Technologien: Kühlschränke, die melden, wann der Joghurt zur Neige geht, oder kleine Roboter, die auf Zuruf den Boden saugen. Im Mai 2002 hatten sie sich dann gefunden, die "Futurelife"-Steiners und die BMW-Forscher, die nach immer neuen Möglichkeiten suchen, die Steuerzentralen ihrer Autos auszubauen. Seither sind beide hellauf begeistert, wie es scheint. Den Steiners erweitert der BMW den Wirkungskreis ihrer elektronischen Heinzelmännchen, und BMW freut sich über das Feedback.

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Das Haus begrüßt die Ankommenden
Das ''Ankunftsszenario''Das ''Ankunftsszenario''Alle Verdächtigungen, es handele sich bei der Familie um bloße Technikfreaks, die für den mitteleuropäischen Durchschnitt wenig repräsentativ seien, weist BMW-Innovationsmanagerin Anette Lippert zurück: "Im Gegenteil, die Steiners lieben Technologie, die sie nicht sehen." Und so findet sich unter den beliebtesten Funktionen des Autos vieles, was gar nicht so technisch daherkommt. Zum Beispiel das so genannte "Ankunftsszenario": Das Haus begrüßt die Ankommenden, indem die Lichter im Flur angehen.

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Webcam liefert Bilder ins Auto
Deutlich aufwändiger und durchaus praktisch ist die Verbindung zur Webcam an der Haustür: Klingelt zum Beispiel ein Freund, während die Familie noch unterwegs ist, wird das Kamerabild auf den Bildschirm im Auto übertragen. Dann kann man von dort aus entscheiden, ob der Wartende eintreten darf und gegebenenfalls die Tür öffnen.

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Fernsteuerung für den Backofen
Backofen-Kontrolle per WebcamBackofen-Kontrolle per WebcamAm meisten genutzt wird jedoch die Fernsteuerung des Backofens. "Eine Funktion, der selbst wir diese Beliebtheit nicht zugetraut hätten", gesteht Anette Lippert. Frau Steiner bereitet oft morgens schon das Essen vor und stellt es in den Ofen. So kann sie, auch wenn sie mal spät dran ist, dafür sorgen, dass die Mahlzeit bei ihrer Ankunft fertig ist. Eine einfache Zeitschaltuhr beherrscht das nicht.

Vorsichtiger Optimismus
So sammelt BMW immer mehr solch überraschender Erkenntnisse, wohlwissend, dass die Markteinführung aufgrund der vielen unterschiedlichen Standards bei Hightech-Häusern noch auf sich warten lassen wird. "Das ist erst sinnvoll, wenn wir eine Plug-and-play-Lösung anbieten können. Die setzt aber voraus, dass sich zunächst die Hersteller der Häuser einigen, was aber vielleicht schon in zwei Jahren der Fall sein könnte", gibt sich Lippert vorsichtig optimistisch.

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Sinnvoll soll es sein
Apropos sinnvoll: Die BMW-Leute versprechen "natürlich immer stark auf den Sinn solcher Anwendungen zu achten". Man will nicht alles munter drauf los vernetzen, "nur weil das machbar ist". Und beim Thema Ablenkung in der Steuerzentrale appelliert man an die Vernunft der Nutzer, die besser nicht alles, was das Auto hergibt, bei voller Fahrt erkunden.

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