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Bitter Vero: Auto-Veredler Erich Bitter nimmt sich Holden-Limousine vor

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Bitter Vero  

Staatsmann im Luxusfieber

08.11.2007, 12:05 Uhr

Bitter Vero (Foto: Bitter)Bitter Vero (Foto: Bitter) Von Tom Grünweg

Lange fand der legendäre Auto-Veredler Erich Bitter im General-Motors-Imperium keine Limousine, die zu verschönern sich gelohnt hätte. Nun hat er sich das Flaggschiff der australischen GM-Tochter Holden vorgenommen - und es mit viel Leder und Hightech in den Bitter Vero verwandelt.

Foto-Show Bitter Vero

Foto-Show Holden Efijy

Tragischer Held
Erich Bitter gilt in der Autobranche als tragischer Held. Immer wieder hat er es als Einzelkämpfer geschafft, zwischen all den Großserienautos der Riesenkonzerne mit elegantem Design, liebevoller Innenausstattung und bewährter Opel-Technik ein paar individuelle Luxusliner auf Kiel zu legen. Doch wirtschaftlich erfolgreich war er nie. Wann immer Bitter einen Wagen fertig veredelt hatte, wurde kurz darauf dessen Serienproduktion eingestellt - und ohne Basismodell hat der Luxustuner keine Arbeitsgrundlage.

Foto-Show Maserati Quattroporte

Zaubereien auf Opel-Basis
So ging es ihm in den siebziger Jahren mit dem vom Opel Diplomat abgeleiteten Bitter CD ebenso wie mit dem Bitter SC, den er in den achtziger Jahren aus dem Opel Monza zauberte. Aber immerhin wurden von beiden Autos wenigstens ein paar hundert Exemplare gebaut, die Bitter für lange Jahre zum einzigen nennenswerten Kleinserienhersteller Deutschlands machten. Neue Projekte wie der SC Sedan oder der Berlina kamen nie richtig in die Gänge. Sein vorletzter Comeback-Versuch mit dem CDII auf Basis des Holden Monaro scheiterte 2006 schon im Ansatz, weil nach Bitters Debüt auf dem Genfer Salon die Produktion des Monaro eingestellt wurde.

Weder leise noch weise
Auch mit über 70 Jahren ist Bitter aber weder weise noch leise geworden. Stattdessen will er es noch einmal wissen und wagt in diesen Tagen mit dem feudalen Vero den nächsten Neustart. Denn endlich gibt es im General-Motors-Imperium wieder eine Limousine, die es ihm angetan hat, erzählt der Nimmermüde von seiner neu entfachten Leidenschaft.

Keine Sorgen um die Zukunft
Diesmal gilt sie dem Statesman, dem 5,16 Meter langen Flaggschiff der australischen GM-Tochter Holden. Der Wagen hat für Bitter neben den mehr als drei Metern Radstand und der üppigen Beinfreiheit ein paar handfeste Vorteile: "Er hat Heckantrieb und einen V8-Motor", schwärmt der Konstrukteur. Außerdem werde der Statesman zum Beispiel für Saudi-Arabien als Linkslenker gebaut. Und vor allem: Er ist erst ein Jahr alt, so dass sich der Nordrhein-Westfale diesmal wohl keine Sorgen um die Zukunft machen muss.

121.975 Euro soll der Vero kosten
Also hat sich Bitter schon früh und mit Hilfe alter Freunde gegen anfängliche Widerstände um Verträge bemüht, Down Under die ersten Prototypen angeschaut und danach mit der Konstruktion begonnen. Innerhalb eines Jahres ist so aus dem Statesman der Vero geworden, den Bitter nun in Serie baut. Der Preis steht schon fest: 121.975 Euro soll der Vero kosten, und wie immer bei Bitter sind alle Extras vom Navigationssystem bis zur DVD-Anlage in den Kopfstützen Serie. Außerdem übernimmt er die Xenon-Leuchten, die LED-Rücklichter, das ESP, die aufwändige Klimaautomatik, ein Heer elektrischer Helfer und die sechs Airbags.

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Bernsteinzimmer auf Rädern
Auf dem Weg nach Europa bekommt der Statesman ein neues Design: Die Motorhaube duckt sich weiter nach unten über einen gewaltigen Kühlergrill, der an das weit geöffnete Maul eines Maserati erinnert. Nur prangt darin kein Dreizack, sondern das geschwungene Bitter-B, das früher auch CD und SC zierte. Dazu gibt es neue Schwellerleisten und am Heck eine Chromschürze, aus der vier kantige Endrohre ragen. Deutlicher allerdings wird der Feinschliff im Innenraum, wo Bitter nahezu jeden Quadratzentimeter mit Leder ausgeschlagen hat. Die Sitze tragen glatte Haut mit farbig abgesetzten Kedern, über den Himmel spannt sich feines Alcantara und das Ambiente ist so vornehm, dass man an ein Bernsteinzimmer auf Rädern denken kann.

V8 mit 370 PS
Unverändert übernommen wird dagegen der sechs Liter große V8, den General Motors nicht nur bei Holden, sondern auch in der Corvette einbaut. Bei Bitter leistet er knapp 370 PS und bringt über eine fünfstufige Automatik maximal 530 Nm an die Hinterachse. Wie schnell der Wagen beschleunigt und wie viel er verbraucht, hat Bitter noch nicht gemessen. Doch zumindest über ein standesgemäßes Tempo muss er sich keine Gedanken machen - abgeregelt wird erst bei 250 km/h.

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Lange Wartezeit
Für das erste Auto hat Bitter noch ein ganzes Jahr gebraucht, das zweite ging schon deutlich schneller. Und mit etwas Übung bekommen wir es künftig in einer Woche hin", sagt der Entwickler. Trotzdem müssen die Kunden wohl etwas länger auf ihren Vero warten. "Denn das Basisfahrzeug hat eine Lieferfrist von drei Monaten und steht dann noch mal einen Monat auf dem Schiff.", sagt Bitter. Wie gut sein Auto, das er in eine Reihe stellt mit dem Maserati Quattroporte und den Langversionen von Mercedes S-Klasse, Audi A8 und BMW Siebener, tatsächlich ankommt, kann Bitter noch nicht abschätzen.

Der wahre Bitter
Doch seine Produktion hat er auf drei Autos pro Woche und knapp 150 Fahrzeuge im Jahr ausgelegt. Und schon wenn seine rund 20 Händler in Europa 30 Fahrzeuge verkaufen, schreibt er eine "schwarze Null", rechnet er vor. Auch warum der Wagen Vero heißt, erzählt Bitter: "Das ist italienisch und steht für wahr oder wahrhaftig", zitiert er aus dem Wörterbuch. "Ich wollte schon immer eine große Limousine mit V8-Motor und Heckantrieb, jetzt endlich ist das wahr geworden: Deshalb ist der Vero der wahre Bitter."

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