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BMW 1er M Coupé: 50.000 Euro für einen Kompakten

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BMW 1er M Coupé: Problematischer Junior dreht auf

18.10.2010, 13:17 Uhr | Tom Grünweg

BMW 1er M Coupé: 50.000 Euro für einen Kompakten. BMW 1er M (Foto: BMW)

BMW 1er M (Foto: BMW)

66.400 Euro - diese Summe muss man bislang ausgeben, um das billigste BMW-M-Modell zu kaufen. Die Vollgas-Marke der Münchner soll jetzt wieder finanziell erreichbarer werden. Neues Einstiegsmodell wird künftig das BMW 1er M Coupé - und hat ein kleines Problem.

BMW 1er M soll kommen

Wer sich für ein Auto der BMW-Vollgassparte M GmbH interessiert, braucht vor allem finanzielle Reserven. Das aktuelle Angebot erstreckt sich über eine Preisspanne von 66.400 für die billigste Version des BMW M3 bis hin zu 123.200 Euro für das BMW M6 Cabriolet. Dem Absatz hat die Hochpreispolitik offenbar nicht geschadet, in den besten Jahren verkaufte die M GmbH mehr als 20.000 Autos, und selbst im Krisenjahr 2009 wurden noch rund 15.000 M-Modelle losgeschlagen. Ein Breitensportwagen im eigentlichen Sinn jedoch war schon länger nicht mehr im M-Sortiment.

BMW 1er M wird gut 50.000 Euro kosten

Das soll sich bald wieder ändern. "Wir wollen die Marke wieder erreichbarer machen", hatte Kay Segler, der Chef der BMW M GmbH, bereits zu seinem Amtsantritt vor eineinhalb Jahren angekündigt. Das passende Auto dazu ist nun so gut wie fertig: Das BMW 1er M Coupé wird das neue Einstiegsmodell. Ein Sonderangebot jedoch wird auch dieser Wagen nicht. Stefan Behr, der Sprecher der M GmbH, nennt einen Preis von gut 50.000 Euro als wahrscheinlich, genau festgelegt sei das noch nicht.

Im Sommer 2011 soll der schnelle 1er kommen

Weltpremiere wird das Auto im Januar auf der Motorshow in Detroit feiern, der Verkauf soll dann noch vor den Sommerferien 2011 beginnen. Spiegel Online war bereits jetzt, kurz vor Abschluss der Entwicklungsarbeiten, mit einem Prototypen unterwegs. Obwohl der Wagen noch mit Klebefolie getarnt ist, kann man einige Karosseriedetails erkennen: Die Kotflügel sind weit ausgestellt und schaffen so den Platz für die breitere Spur, denn das Auto erhält zahlreiche Fahrwerkskomponenten des größeren BMW M3.

Sportlich innen wie außen

Die Frontschürze reicht bis knapp über die Fahrbahn und unter dem Heck schieben sich vier Auspuff-Endrohre hervor. Im Innenraum gibt es sportlich geschnittene Sitze, einen griffigen, dicken Lenkradkranz und einen kurzen Stummel, über den ein manuelles Getriebe geschaltet wird. Eine Automatik wird nicht angeboten, denn das 1er M Coupé soll einen neuen Purismus verkörpern, der den sportlich-luxuriösen Modellen der M GmbH zuletzt etwas abhanden gekommen ist.

Sechszylinder mit 340 PS

Sobald man den Startknopf drückt, wird alle optische Tarnung hinfällig: Der drei Liter große Sechszylindermotor brüllt auf, die beiden Turbolader des Direkteinspritzers beginnen zu pfeifen und das Auto schießt mit 340 PS und maximal 450 Nm vehement von dannen. Bei einem Sprintwert von knapp über fünf Sekunden dürfte der Wagen den normalen BMW 1ern locker enteilen. Später dann wird er allerdings wieder vom einen oder anderen Typ wieder eingeholt, denn fürs erste ist beim kleinsten M Modell bei 250 km/h Schluss. "Die Option auf eine Anhebung des Geschwindigkeitslimits wird noch geprüft", sagt M-Sprecher Stefan Behr.

Kompakter Sportwagen mit Heckantrieb

Was dem 1er M Coupé auf langen Geraden vielleicht noch fehlt, macht es mit höheren Kurvengeschwindigkeiten wieder wett: Das Auto ist der einzige kompakte Sportwagen mit Heckantrieb, und der wirkt sich auf gewundenen Sträßchen aus. Auf unserer Fahrt durch Oberbayern war das Auto so schnell und zielsicher, dass man gar nicht ans Autobahnfahren denken mochte.

Spaßgranate auf der Straße

Obwohl noch ein Prototyp mit gewissen Abstrichen bei Abstimmung und Ausstattung, ist das Auto auf der Straße bereits eine Spaßgranate. Nüchtern betrachtet könnte die jedoch rasch verpuffen, denn der Wagen schleppt ein paar Bürden mit sich herum. Der hakelige Name 1er M Coupé ist noch die leichteste - M1 sollte das Auto mit Rücksicht auf den ehemaligen Kult-Sportwagen von BMW eben nicht heißen.

Der neue 1er steht schon in den Startlöchern

Schwerer wiegt das Timing. Das Auto kommt schlichtweg zwei Jahre zu spät. Warum? Noch bevor die Sportskanone des kleinen BMW auf die Straße kommt, debütiert auf dem Autosalon in Genf im März 2011 nämlich bereits die neue BMW 1er Generation, während die M-Variante auf der Vorgängerserie aufbaut.

Zu wenig Differenz zum BMW 135i?

Und dann ist da noch die Motorleistung: Klar, 340 PS sind mehr als genug. Doch wenn schon das Modell 135i auf 306 PS und mit dem sogenannten Performance-Power-Kit sogar auf 326 PS kommt, beträgt der Abstand zum M-Modell gerade lediglich 14 PS. Der Preisunterschied zwischen dem getunten 135i, der 42.059 Euro kostet, und der M-Variante dürfte jedoch bei gut 8000 Euro liegen. So hat das M-Chef Segler das mit der leichteren Erreichbarkeit sicher nicht gemeint.


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