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Bugatti Veyron 16.4 Super Sport: Das Über-Auto

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Bugatti Veyron 16.4 Super Sport: Das Über-Auto

21.10.2010, 10:24 Uhr | Von Jürgen Pander, Spiegel Online

Bugatti Veyron 16.4 Super Sport: Das Über-Auto. Bugatti Veyron 16.4 Super Sport (Foto: Bugatti)

Bugatti Veyron 16.4 Super Sport (Foto: Bugatti)

Beim Bugatti Veyron Super Sport wird einem schon beim Lesen der Daten fast schwindelig: 1200 PS, 431 km/h, 1,65 Millionen Euro teuer. In dem Wagen steckt also ein gewisses Stück Irrsinn - zugleich lässt er sich so unkompliziert fahren wie jedes andere Auto auch. Spiegel Online saß am Steuer.

Mein erstes Auto war ein VW Käfer für 500 Mark. Der Motor hatte 40 PS, das reichte knapp für Tempo 130. Jetzt steige ich in einen Wagen, der 30-mal mehr Leistung bringt, mehr als dreimal so schnell ist, und für dessen Preis ich mir damals 6600 angegammelte VW Käfer - so wie meiner einer war - hätte kaufen können. Das mal vorweg, um den gewissen Irrsinn klarzumachen, der in einem Auto wie dem Bugatti Veyron Super Sport steckt.

Bugatti Veyron 16.4 Super Sport ist das schnellste Serienauto der Welt

Frank Götzke sieht das natürlich anders. Er war von Anfang an dabei, als der VW-Konzern vor zehn Jahren mit der Entwicklung des Supersportwagens Bugatti Veyron begann (die Bugatti-Markenrechte hatte VW bereits 1998 erworben). Heute steht "Leiter Sonderprojekte" auf Götzkes Visitenkarte, und das jüngste Sonderprojekt von Bugatti ist die Veyron-Variante Super Sport. Mehr Auto geht eigentlich nicht. Im Juli beschleunigte der Rennfahrer Pierre-Henri Raphanel den Bugatti Super Sport auf 431 km/h - ein neuer Temporekord für Serienfahrzeuge. Der Ruf eilt dem Wagen nun voraus - und er lockt tempogierige Multimillionäre.

Kunden wandeln Bestellung in Bugatti Veyron Super Sport um

Vom herkömmlichen Bugatti Veyron, der seit fünf Jahren mit einer Leistung von 1001 PS, 407 km/h Höchstgeschwindigkeit und zu einem Preis von gut einer Million Euro netto verkauft wird, sind bislang etwas mehr als 250 Exemplare ausgeliefert. Weil insgesamt lediglich 300 der geschlossenen Zweisitzer gebaut werden sollen, wird die verbleibende Auflage wohl weitgehend aus Super-Sport-Modellen bestehen. "Es haben bereits einige Kunden ihre Veyron-Bestellung in eine Veyron-Super-Sport-Bestellung umgewandelt", berichtet Bugatti-Sprecherin Emanuela Wilms.

Finanziell bedeutet das einen gewissen Mehraufwand, denn der Super Sport kostet mindestens 1,65 Millionen Euro netto; wer das Auto komplett in Sichtkarbon bestellt, zahlt mindestens 1,85 Millionen Euro, und die teuerste Variante, nämlich die auf fünf Typen limitierte Sonderserie in schwarz-orange, den Farben des Weltrekordautos, kostet 1,95 Millionen Euro. Das Quintett ist längst vergriffen.

Vier Benzinpumpen sind nötig, um genug Sprit herbeizuschaffen

200 PS mehr und ein paar km/h schneller - das klingt beinahe läppisch in diesen Dimensionen. Doch um die Höchstleistung und damit die Höchstgeschwindigkeit noch weiter in die Höhe zu schrauben, mussten wesentliche Veränderungen am Auto vorgenommen werden. Ingenieur Götzke könnte stundenlang erklären, welche Details wie und warum modifiziert wurden. Letztlich ging es, wie er sagt, vor allem darum, "mehr Luft rein- und auch wieder rauszukriegen" aus dem Auto. Denn eine der größten Schwierigkeiten ist es, die brachiale Technik angemessen zu kühlen.

Bugatti Veyron Super Sport ist 50 Kilogramm leichter

Einige der wichtigsten Umbauten im Stenogramm: Der Bugatti Super Sport besitzt neue Luftöffnungen im Dach, der Ladedruck der vier Turbolader wurde auf 1,5 bar angehoben, es gibt eine neue Abgasanlage mit vier großen Endrohren sowie ein noch ausgeklügelteres Kühlsystem, es gibt vier statt zwei Benzinpumpen, um ausreichend Treibstoff in den Acht-Liter-16-Zylinder-Motor zu schaffen, die Bremsanlage wurde noch standfester und das Auto insgesamt um 50 Kilogramm leichter. Letzteres wurde erzielt durch eine neue, leichtere Kohlefaserstruktur sowie jetzt komplett aus Karbon hergestellte Türen. "Und dann gibt es noch ein paar Kleinigkeiten wie Titanschrauben", sagt Ingenieur Götzke.

Das schnellste Auto der Welt fährt sich so leicht wie ein VW Polo

Die interessieren jetzt aber nicht, denn in diesem Moment springt der Motor an. 490 Kilogramm Aluminium, Stahl und Magnesium erzittern und schicken ein Grollen in den überaus elegant gestalteten Innenraum. Der Wählhebel des Siebengang-Doppelkupplungsgetriebes wird auf "D" geschoben, das Gaspedal leicht niedergedrückt - und schon rollt das schnellste Serienauto der Welt an. Das geschieht ganz ohne Spektakel, fast wie bei einem VW Polo, wenn man sich den ganzen Rest einmal wegdenkt.

Genau das gehört zur Aura des Bugatti Veyron Super Sport: dass der Wagen einerseits ein außergewöhnliches Stück Hightech ist, zugleich aber so unkompliziert zu fahren ist wie jedes andere Auto auch. Man sitzt bequem, findet sich auf dem hübschen Tastenfeld der Armaturentafel rasch zurecht und sobald man sich an die Breite von 1,99 Meter gewöhnt hat, ist alles andere ein Kinderspiel.

Von null auf Tempo 300 in weniger als 15 Sekunden

Man kann das Auto normal fahren, schnell, sehr schnell oder auch dekadent. Dann rauscht der flach und geschmeidig auf der Straße kauernde 1,8-Tonner in 2,5 Sekunden von null auf Tempo 100, in 6,7 Sekunden auf Tempo 200 und in 14,6 Sekunden auf Tempo 300. Wer übrigens bei dieser Geschwindigkeit voll bremst, steht nach 7,9 Sekunden wieder still. Bis maximal 375 km/h stürmt der Veyron Super Sport voran, als gäbe es weder Luft- noch Rollwiderstand oder eine Trägheit der Masse. Wer noch schneller rasen will, muss einen speziellen Highspeed-Schlüssel drehen, dann gewährt die Elektronik dem Auto Auslauf bis 415 km/h.

Bugatti Veyron - unnötig, aber faszinierend

Niemand braucht ein so schnelles Auto, Vorbildfunktion hat es auch keine - faszinierend ist es trotzdem. Zum Schluss noch einmal zwei Zahlen: Der Durchschnittsverbrauch liegt bei 23,1 Litern auf 100 Kilometern, der CO2-Ausstoß bei 539 Gramm je Kilometer.

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