18.01.2011, 09:28 Uhr | dpa, mid
Der Elektro-Rekordwagen von DBM Energy (Foto: dpa)
Mehr als 600 Kilometer mit einer Akkuladung - mit dieser Rekordreichweite hat das Elektroauto "lekker Mobil" der Firma DBM Energy in jüngster Zeit von sich reden gemacht, sowohl positiv als auch negativ. Nun ist der Stromer nach Angaben des ADAC abgebrannt, wodurch sich die weitverbreiteten Zweifel an der Rekordfahrt nochmals vergrößern. Das vermeldet der Verkehrsclub in seinem Blog. Die Regierung lässt nun nach Zweifeln an dem Rekord die Batterie überprüfen.
Laut des Berichts hat DBM Energy den Brand gegenüber einem Online-Wissenschaftsmagazin mittlerweile bestätigt. Allerdings soll der Akku des umgebauten A2 bereits vor dem Brand ausgebaut worden sein. Zum Zeitpunkt des Brandes war das Fahrzeug lediglich mit einer laut DBM zu 10 Prozent geladenen, nicht brennbaren Behelfsbatterie ausgestattet. Mitbewerber hatten kritisiert, die Erfolgsbatterie auf Lithium-Metall-Polymer-Basis sei nicht sicher, da leicht entflammbar.
Die DBM-Macher um den jungen Firmenchef Mirko Hannemann sind beunruhigt. In Branchenkreisen heißt es, Hannemann schließe nicht aus, dass er das Opfer neidischer Mitbewerber geworden sein könnte, die seinen Wunderwagen angezündet hätten.
Bereits seit Wochen geistert das "lekker Mobil" durch die Medien, nachdem das viersitzige Fahrzeug als erstes seiner Art die Strecke von Berlin nach München mit einer Akkuladung zurückgelegt haben soll. Herkömmliche Elektrofahrzeuge müssen im Schnitt nach maximal 100 bis 150 Kilometern wieder an die Ladestation.
Doch am Ende der Rekordfahrt, die vom Bundeswirtschaftsministerium mit 275.000 Euro gefördert wurde, blieben viele Fragen offen: So wollte sich das Unternehmen nicht näher zur Akku-Technik äußern, zudem hatte der beorderte Notar kurzfristig seine Teilnahme abgesagt und die anwesenden Journalisten hatten das Auto nicht ununterbrochen im Blick. Ein weiterer Punkt, der die Zweifel des ADAC an der angeblichen Rekordfahrt nährte, war eine Absage von DBM Energy auf eine Einladung des Autoclubs zu einem hauseigenen Reichweiten-Check.
Der Redakteur der "ADAC Motorwelt", Wolfgang Rudschies, fuhr in dem Bus mit, der in der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober hinter dem E-Auto unterwegs war. Er wunderte sich, als plötzlich rund 130 Kilometer vor Berlin der Begleitbus das E-Auto überholte, von der Autobahn ab- und auf der anderen Seite zehn Kilometer in Richtung München fuhr.
Erst nach einer halben Stunde war das Elektroauto wieder erreicht. Rudschies unterstellt DBM nicht, dass in der Zwischenzeit die Batterie nachgeladen, ausgetauscht oder gar das Auto gewechselt worden sein könnte. "Aber glauben ist nicht wissen. Fakt ist, dass wir das Auto nicht die ganze Zeit gesehen haben."
DBM weist solche Anspielungen zurück und legt als Beweis das GPS-Navigationsprotokoll vor. "Anhand des Protokolls lässt sich exakt nachvollziehen, wo, zu welcher Zeit, wie schnell und in welcher Höhe das Fahrzeug unterwegs war." Manipulationen könnten "mit diesem Protokoll also absolut ausgeschlossen werden".
Das Unternehmen kündigte nach den Zweifeln des ADAC an der Rekordfahrt einen unabhängigen Reichweitencheck an: "Eine entsprechende Anfrage an die DEKRA für Ende Februar 2011 ist bereits erfolgt." Zudem führe die Bundesanstalt für Materialsicherheit und Forschung (BAM) seit dem 17. Januar ein umfangreiches Testprogramm zur Überprüfung der Sicherheit der angewandten Lithium-Polymer-Technik durch.
18.01.2011, 09:28 Uhr | dpa, mid
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