13.04.2011, 11:14 Uhr | Benjamin Palm/mid, mid
Mit gesteigertem Selbstbewusstsein tritt die neue Generation des Kia Picanto auf. Der Kleinwagen ist als Drei- und Fünftürer zu haben und überzeugt vor allem durch einen geringen Einstiegspreis.
In der neuen Generation, die in Deutschland bereits im Mai auf den Markt kommt, vollzieht der Koreaner den Imagewandel: Statt als niedlicher Cityflitzer tritt er nun selbstbewusst und eine Spur sportlicher auf, wie es sich für einen herangereiften Erwachsenen gehört. Zu dem ab 9390 Euro erhältlichen Fünftürer gesellt sich erstmals ab Herbst auch eine dreitürige Version, deren Preise bei 8990 Euro beginnen.
Kias Kleinster bekennt Farbe: Die Front ziert nun das typische Markengesicht mit dem Kühlergrill mit Doppeltrapez-Struktur, den bereits die größeren Geschwister Venga und Sportage vor sich herfahren. Die serienmäßigen Tagfahrleuchten erinnern an die lauernden Augen einer Raubkatze und auch die ausgestellten Radhäuser unterstreichen den sportlich-selbstbewussten Charakter. Wer sich noch mehr Aggressivität wünscht, kann zum Dreitürer greifen, der mit seiner modifizierten Frontpartie noch unternehmenslustiger wirkt als sein fünftüriges Pendant.
Das Heck wird in beiden Versionen durch eine große Scheibe mit viel Durchblick zum Einparken und Rangieren dominiert. Wie es sich für ein kleines Stadtauto gehört, ist der Innenraum auf Robustheit und Alltagstauglichkeit ausgelegt. Die vorherrschende Kunststoffplaste im Cockpit wird unter anderem durch Zierblenden aufgelockert.
Die wichtigsten Bedienelemente erreicht der Fahrer problemlos. Die beiden Vordersitze sind auf kurzen Strecken ausreichend bequem. Trotz gewachsener Beinfreiheit suchen größere Personen die richtige Sitzposition aber recht lange, da sich der Platz des Fahrers nur in den teureren Ausstattungslinien in der Höhe verstellen lässt und auch das Lenkrad nur höhen-, nicht aber tiefenverstellbar ist. Auf die zweigeteilte Rückbank passen größenbedingt ohnehin nur Kinder. Mit dem auf 200 Liter Volumen vergrößerten Kofferraum werden Schulranzen und Einkaufstüten transportiert, bei mehr Gepäck muss umgeklappt werden.
Für den Vortrieb stehen zwei Benziner zur Verfügung, im Herbst folgt eine Flüssiggas-Variante. Den Einstieg bildet ein Dreizylinder-Ottomotor, der aus einem Liter Hubraum 69 PS schöpft. Im unteren Drehzahlbereich gibt er sich quirlig und zieht gut, bei höheren Geschwindigkeiten auf der Landstraße oder der Autobahn wird es jedoch zäh. Überholvorgänge brauchen ihre Zeit, bei der mit Geduld und Rückenwind erreichten Höchstgeschwindigkeit von 153 km/h gibt sich das Triebwerk hörbar angestrengt.
Ansonsten geht es jedoch überraschend leise zu, der für einen Dreizylinder typisch raue Ton bleibt aus. Und auch die Verbrauchswerte können sich sehen lassen: Mit optionaler und gut funktionierender Start-Stopp-Automatik werden genormt nur 4,1 Liter Super auf 100 Kilometern verbraucht, wenn sparsam mit dem Gasfuß umgegangen wird.
Spritziger ist zweifelsohne der 1,2-Liter-Vierzylinder. Der Benziner meistert mit seinen 85 PS Leistung auch einmal schnellere Fahrten, bergauf geht es ohne Schnaufen. Ein Durchschnittsverbrauch von 4,5 Litern Super geht ebenfalls in Ordnung. Motormäßig wird 2012 zudem eine turbogeladene Version des kleinen Dreizylinders folgen.
Umweltfreundlicher ist die 82 PS starke Flüssiggas-Variante, die 5,6 Liter LPG auf 100 Kilometern verlangt und nur 90 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt. Aus diesem Grund und sicherlich auch wegen mangelnder Nachfrage wird kein Dieselaggregat mehr angeboten. Ist keine Autogas-Tankstelle in der Nähe, dient ein 10-Liter-Benzintank als Notreserve für die nächsten 150 Kilometer.
Durch das verhältnismäßig schwergängige Lenkrad wird das Ausweichen von Hindernissen zur Schwerarbeit. Werden Schlaglöcher und andere Unebenheiten einmal übersehen, federt der kleine Koreaner sie aber gut weg. Die Insassen spüren kaum eine Rüttelei. Anders sieht es in schnellgefahrenen Kurven aus: Fahrer und Passagiere rutschen auf ihren Sitzen hin und her, und das Fahrzeug drückt fleißig über die Achse.
Ein großer Nachteil hierbei ist, dass der Schleuderschutz ESP erst in der höchsten Ausstattungslinie an Bord ist. In der Basisversion wird er gar nicht angeboten und kann im Ernstfall daher auch nicht eingreifen. Für die Sicherheit gibt es sechs Airbags.
Zum stattlichen Kleinwagen für die Stadt ist der gewachsene Kia Picanto gereift. Statt Niedlichkeit setzt er auf mehr Selbstbewusstsein. Und dies kann trotz der kleinen Schwächen im Detail dennoch überzeugen. Sparsame Motoren treffen den Zeitgeist und auch der Preis, der deutlich unter der 10.000-Euro-Marke bleibt, stimmt.
Technische Daten Kia Picanto Länge/Breite/Höhe/Radstand: 3,60 Meter/1,60 Meter/1,48 Meter/2,39 Meter Kofferraumvolumen: 200 - 870 Liter, Leergewicht: 920 bis 1.020 Kilogramm | ||||||
Varianten | Drehmoment | 0-100 km/h | VMax | Verbrauch | CO2 | Preis |
1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 69 PS | 95 Nm bei 3.500 U/min | 14,4 Sek. | 153 km/h | 4,2 Liter Super (mit Start-Stopp: 4,1 Liter) | 99 g/km (95 g/km) | Dreitürer ab 8.990 Euro Fünftürer ab 9.390 Euro |
1,2-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 85 PS | 120 Nm bei 4.000 U/min | 11,4 Sek. | 171 km/h | 4,7 Liter Super (mit Start-Stopp: 4,5 Liter) | 109 g/km (106 g/km) | Dreitürer ab 12.390 Euro Fünftürer ab 12.790 Euro. |
13.04.2011, 11:14 Uhr | Benjamin Palm/mid, mid
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