Startseite
Sie sind hier: Home > Auto > Neuvorstellungen >

VW Käfer: Die Anfänge des Volkswagens

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Frühe VW-Modelle: Wie der Käfer in Form kam

05.05.2011, 08:28 Uhr | Frank Giese

VW Käfer: Die Anfänge des Volkswagens. Urahn von VW Käfer und Beetle: VW 38 (Foto: Automuseum Prototyp)

Urahn von VW Käfer und Beetle: VW 38 (Foto: Automuseum Prototyp)

Versuchswagen, Vorserien-Autos und das Urmodell des Porsche: Im Hamburger Automuseum Prototyp sind die Ahnen des späteren VW-Bestsellers Käfer zu bestaunen. Darunter einige Volkswagen, die nach mehr als 70 Jahren erstmals wieder in ihrem ursprünglichen Zustand glänzen.

Sonderausstellung zur Geschichte des VW Käfer

Wo bitte geht's zum Käfer? Wer Ende der dreißiger Jahre in der "Stadt des KdF-Wagens" den Weg zum Volkswagenwerk nicht fand, dem zeigten Hinweisschilder im Stil putziger Wander-Wegweiser, wo es lang ging. Im Hamburger Automuseum Prototyp führt ein solcher Holzpfeil mit Käfer-Relief in die kleine, aber feine Sonderausstellung "Archetypen - die ersten Volkswagen". "Wir haben so ein Schild einfach mal nachschnitzen lassen", sagt Thomas König, der gemeinsam mit Oliver Schmidt das Museum initiiert hat und auch den laufenden Betrieb sicherstellt.

Volkswagen von KdF sollte 990 Reichsmark kosten

Denn der Wegweiser ist nicht nur ein skurriles Relikt, sondern zugleich ein Fingerzeig darauf, mit wie viel Aufwand der Volkswagen schon propagandistisch vermarktet wurde, lange bevor das erste Serienexemplar aus den Werkshallen rollte. Verfügbar waren Merchandising-Artikel wie Anstecker, Kalender, Kinderbücher, Blechmodelle, sogar Likörfläschchen in Käfer-Form: Mit all dem ließ die NS-Organisation "Kraft durch Freude" Ende der dreißiger Jahre für das Einheitsauto werben, das die Volksgemeinschaft zum Preis von 990 Reichsmark mobil machen sollte. "Fünf Mark die Woche musst Du sparen, willst Du im eigenen Wagen fahren" - getreu diesem Merksatz zahlten bis Kriegsende fast 337.000 Sparer insgesamt 268 Millionen Reichsmark ein - ohne dass allerdings je einer von ihnen dafür den vierrädrigen Gegenwert erhielt.

Auto 
Käfer hat Weltpremiere

Im Vorfeld der traditionellen Auto- messe Shanghai zeigt Volkswagen den neuen Beetle. zum Video

Die Urahnen des heutigen VW Beetle

Viele Überbleibsel dieser Werbekampagne sind nun im Museum Prototyp zu sehen, ergänzt um Aufzeichnungen und Fotoalben der Ingenieure, die Ende der dreißiger Jahre die verschiedenen Volkswagen-Prototypen auf ausgedehnten Testfahrten über die ersten Autobahnen trieben. Hauptdarsteller der Sonderausstellung aber sind natürlich die Käfer-Vorläufer selbst. In Zusammenarbeit mit Volkswagen und der passionierten VW-Sammlerfamilie Grundmann haben König und Schmidt diverse Urahnen des späteren Käfers aus den Jahren 1934 bis 1942 zusammengetragen, an denen die schrittweise Entwicklung zum späteren Weltbestseller ablesbar ist.

Gemeinsame Wurzeln von Volkswagen und Porsche

So steht dem einzig erhaltenen Prototypen vom Typ 32, mit dem Ferdinand Porsche bereits 1934 im NSU-Auftrag die Käfer-Konzeption vorwegnahm, ein originalgetreu rekonstruierter KdF-Versuchswagen von 1936/37 gegenüber. Und ein Duo aus Kübel- und Schwimmwagen aus den ersten Kriegsjahren dokumentiert, wie einfach sich Porsches Schöpfung an die Bedürfnisse der Wehrmacht anpassen ließ.

Ein früher Käfer von 1938 und einer der berühmten "Berlin-Rom-Wagen"

Die Prunkstücke aber sind zwei in schwarzem Nitrolack glänzende Volkswagen, die nach ihrer Wiederherstellung zum ersten Mal überhaupt der Öffentlichkeit präsentiert werden: ein Vorserien-Käfer von 1938 und ein Exemplar des legendären "Berlin-Rom-Wagens" aus dem Folgejahr. Der Käfer mit der Chassis-Nummer 38/06 fand 2009 zurück nach Deutschland, nachdem ihn Vater und Sohn Grundmann bis auf die Grundsubstanz verschlissen in Litauen entdeckt hatten. Dort war er nach dem Krieg als Beutegut jahrzehntelang im Einsatz gewesen, wobei er Brezelfenster, Teile der Bodengruppe und irgendwann auch seinen Boxermotor einbüßte. Nach der Wiederbelebung durch die Grundmanns ist der 38er nun bis hin zum typischen Bremslicht im Griff der Motorklappe in seinen Geburtszustand zurückversetzt.

Stromlinien-Coupé von Porsche

Der Kontrapunkt zum Käfer: Das auf dem gleichen Fahrgestell basierende Stromlinien-Coupé Typ 60 K 10, das Ferdinand Porsche 1939 für eine geplante Propaganda-Fernfahrt von Berlin nach Rom konstruierte. Deren Start wurde durch den Kriegsbeginn verhindert, und von den drei gebauten "Berlin-Rom-Wagen" überlebte nur einer halbwegs unbeschadet den Krieg. Aus den Relikten eines zweiten Exemplars aber konnten die Prototyp-Macher in zehnjähriger Arbeit den Ur-Porsche neu aufbauen. 40 PS leistet der Boxermotor im Heck, der den überwiegend aus Leichtmetall gebauten Wagen auf das sagenhafte Tempo von 175 Stundenkilometer beschleunigen könnte. "Allerdings würde man einen sehr langen Anlauf brauchen, um dieses Tempo zu erreichen", sagt Thomas König. Und er macht dabei nicht den Eindruck, als würde er seiner Preziose diese Anstrengung wirklich zumuten wollen. Die Ausstellung "Archetypen. Die ersten Volkswagen" ist bis zum 15. Juni 2011 im Automuseum Prototyp in der Hamburger Hafencity zu sehen.

Anzeige 
Jetzt Autokosten senken

Kfz-Versicherung wechseln und viele hundert Euro sparen. Versicherungsvergleich starten

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Dumme Idee 
Sprung auf Hai zeugt nicht gerade von Intelligenz

Diese Aktion hätte auch gerne in die Hose gehen können. Video

Anzeige
AnzeigeGebrauchtwagensuche
Welcher ist Ihr nächster?

Finden Sie hier Ihren neuen Gebrauchten:

 


Anzeige
shopping-portal