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Porsche 911: Auf Probefahrt im neuen Porsche-Aushängeschild

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Auf Probefahrt im neuen Porsche 911

12.07.2011, 14:07 Uhr | Stefan Grundhoff, mid, mid

Porsche 911: Auf Probefahrt im neuen Porsche-Aushängeschild. Porsche 911 (Foto: press-inform)

Porsche 911 (Foto: press-inform)

Pünktlich zur Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) 2011 im September lüftet Porsche ein Geheimnis: Der neue 911er (Baureihe 991) feiert seine offizielle Weltpremiere. Der Neue unterscheidet sich optisch nur geringfügig vom alten Modell. Doch er ist größer und die Baureihe 991 setzt auf modernste Technik.

Neuer 911er: Porsche-Motor nicht mehr öffentlich

Die wichtigste Veränderung gibt es am Heck. Wer Freunden und Bekannten stolz das potente Boxertriebwerk seines 911ers zeigen möchte, schaut in die Röhre. Denn das Herz des Porsche kann ab der neuen Baureihe 991 nicht mehr öffentlich besichtigt werden. Statt einer Motorhaube am Heck ist nur noch eine Serviceklappe zu öffnen. Das Triebwerk selbst liegt hinter Abdeckungen im Verborgenen. Grund ist die Aerodynamik und ein neues Heckkonstrukt mit einem ausfahrbaren Spoiler, deutlich breiter als man es bisher vom Elfer kannte.

Wer den Rücken des 911er sieht, erkennt sogar elegante Designparallelen zu Aston Martin. "Der Porsche 991 ist ein wirklich neuer 911er", unterstreicht Entwicklungsleiter Bernd Kanau, "der bisherige 997 basierte zu großen Teile auf dem Vorgänger 996. Das ist beim 991 völlig anders."

Porsche 911: Auf Testfahrt in Südafrika

Mehr als drei Jahre lang wurde die neue Baureihe des Porsche-Aushängeschildes auf Herz und Nieren getestet. Ein Erprobungsteam mit acht Fahrzeugen zog es nach Südafrika. Schwarz lackiert und mit Beplankungen an Front und Heck versehen geht es von Kapstadt aus über Paarl und Wellington über die Landstraße R 301 in Richtung Wittebrug Natur Reservat und dann weiter nördlich in die Berge.

Fahrwerk und Dämpfer werden im vollen Tagesprogramm ebenso unter die Lupe genommen wie Klimaanlagen, Verkleidungen, Antriebseinheiten und Rad-Reifen-Kombinationen. Für Bernd Kanau ist es das letzte Projekt. Sein Leben ist der Porsche 911. Seit der G-Serie arbeitet er verantwortlich im Porsche-Entwicklungsteam. Im Herbst, wenn der neue Porsche 911 auf den Markt kommt, ist seine Arbeit getan und Kanau geht in den automobilen Ruhestand.

Kaum Erlkönig-Fotografen in Südafrika

Er ist gerne in Südafrika, wo Porsche seit über zehn Jahren seine neuen Modelle härtesten Marterprüfungen unterzieht. "Es ist hier in Südafrika viel leichter für uns, unbehelligt Prototypen zu testen als in anderen Regionen und insbesondere in Europa", erzählt Heinz Bernhard vom Porsche-Entwicklungsteam, "hier gibt es kaum Erlkönigjäger und wir haben gerade in den Bergen freie Fahrt für unsere Tests."

Porsche 911 weitgehend serienreif

Wir gehen heute mit Autos in die Realerprobung, mit denen hätten wir früher den Marktstart gemacht." Man zweifelt kaum an den Worten von Bernd Kanau, denn der Prototyp eines 911 Carrera, den er bewegt, macht abgesehen von den Tarnmatten im Innenraum und den Verkleidungen vor den charakteristischen Leuchteinheiten außen einen weitgehend serienbereiten Eindruck.

Ein paar Verkleidungen der grauen Lederinnenausstattung passen noch nicht so Recht, die Windgeräusche sind unüberhörbar und beim Überfahren von schlechten Straßen und Bodenwellen knarzt es noch mächtig. Zuletzt macht noch das große Schiebedach ein paar Mucken. Doch genau deshalb ist das Entwicklungsteam aus Stuttgart und Weissach an den südlichsten Zipfel von Afrika gekommen. Kleine Fehler gilt es hier auszumerzen.

Start-Stopp-System serienmäßig an Bord

Der neue, nunmehr 4,49 Meter lange Porsche 911 soll nicht nur durch seine Fahrleistungen und Dynamik, sondern insbesondere durch seine Effizienz Bestmarken setzen. Das Carrera-Basismodell mit 3,4 Litern Hubraum und 350 PS läuft bereits knapp 290 km/h und soll gerade einmal 8,5 Liter verbrauchen. Ein Start-Stopp-Modul ist ebenso serienmäßig wie die Segelfunktion bei Fahrten ohne Gasannahme.

Erstes Serienfahrzeug mit manuellem Siebengang-Getriebe

Zudem ist der neue Porsche 911 das erste Serienfahrzeug mit einem manuellen Siebengang-Getriebe. Das wurde vom bisherigen Doppelkupplungsgetriebe abgeleitet, das ebenfalls über sieben Fahrstufen verfügt. Rund 80 Prozent der Elfer-Kunden entscheiden sich mittlerweile für das PDK. Das wird beim neuen Modell kaum anders sein. Neben dem 911 Carrera wird zum Marktstart der 400 PS starke Carrera S mit 3,8 Litern Hubraum verfügbar sein.

Carrera S schafft über 300 km/h

Er knackt bereits die 300-km/h-Marke und verbraucht kaum mehr als neun Liter. Erst im kommenden Jahr wird das Cabriolet der aktuellen Baureihe 997 abgelöst. "Wir denken zudem über einen Targa nach", lässt Baureihenleiter August Achleitner die Zukunft einer dritten Karosserievariante offen.

Das überdimensionale Schiebedach aus Glas ist seit Einführung des Cabriolets Anfang der 80er Jahre alles andere als ein Bestseller, hat jedoch treue Kunden.
Im Innenraum ist der Porsche 991 im Vergleich zu seinem Vorgänger kaum wiederzuerkennen. Armaturenbrett, Schalter und Instrumente zeigen eine enge Verwandtschaft zu Panamera und Cayenne.

Radstand um zehn Zentimeter verlängert

Der um zehn Zentimeter verlängerte Radstand tut dem Innenraum gut und die Sitze sind im Vergleich zum Vorgänger deutlich besser. Auf den kurvigen Bergstraßen im Hinterland von Kapstadt kann man sich von den Qualitäten der neu entwickelten Wankkontrolle und den dynamischen Motorlagern überzeugen, die ab November zusammen mit dem Sport-Chrono-Paket verfügbar sind.

"Unsere beste Runde auf der Nordschleife mit dem neuen Porsche 911 Carrera S war eine 7:40 Minuten", strahlt August Achleitner und Bernd Kanau ergänzt: "Das sind 13 Sekunden weniger als bisher. Den meisten Zeitgewinn brachten dabei die Dämpfer von Bilstein mit der Wankkontrolle. Wir mussten einfach wieder etwas bissiger werden. Das ist gelungen." Recht hat er. Der Ruhestand kann kommen.

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