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Porsche 911 Carrera: ein Porsche zum Liebhaben

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Porsche 911 Carrera  

Sportler ohne Kompromisse

26.03.2012, 10:23 Uhr | Peter Maahn, Raufeld

Porsche 911 Carrera: ein Porsche zum Liebhaben. Der Porsche 911 Carrera bietet weiterhin keinerlei Assistenzsysteme. (Quelle: Porsche)

Der Porsche 911 Carrera bietet weiterhin keinerlei Assistenzsysteme. (Quelle: Porsche)

Nicht nur unter der Haube wurde der Porsche 911 verjüngt: Die Neuauflage des Klassikers hat sich auch optisch verändert. Der neue Porsche 911 Carrera ist schneller und bietet noch mehr Luxus als sein Vorgänger. Wie sich der Flitzer wirklich fährt, zeigt die Probefahrt auf einer Teststrecke in Kalifornien.

Der kleine Flugplatz mit dem verheißungsvollen Namen Santa Maria liegt einige Meilen vom noblen Seebad Santa Barbara entfernt. Zahllose Gummihütchen verwandeln die Rollbahnen in eine Rennpiste. Hier, weit weg vom herbstlichen Zuffenhausen, steigt der neue Porsche 911 mit dem Nachnamen Carrera in den Ring.

Völlig neu gestaltetes Heck

400 PS blubbern in der S-Version dumpf im Heck, kurz zuvor mit einem Fauchen zum Leben erweckt. Sieben Gänge des automatischen Doppelkupplungsgetriebes warten auf ihren Einsatz. Obwohl eine nahezu komplette Neukonstruktion, wurde die Optik - wie schon bei jedem Generationswechsel seit 1964 - nur dezent verändert. Durch den zehn Zentimeter längeren Radstand konnte die Dachlinie gestreckter und flacher werden. Zudem wurde die Spur verbreitert und vor allem das Heck völlig umgebaut.

Porsche stürmt mit mächtig Temperament los

Dann hat der rechte Fuß das Sagen, sucht den Kontakt zum Bodenblech. Das Blubbern wird zum Getöse, knapp unterhalb der Grenze des im Zivilleben Erlaubten. Noch schärfer röhrt wohl nur der Porsche 911 Carrera vom Tuner Techart. Klar, dass der Carrera losstürmt wie alle Porsches, dass die Nadel des Drehzahlmessers vor jedem Gangwechsel kurz nach oben zuckt. 4,1 Sekunden sollen es im Idealfall sein, bis Tempo 100 erreicht ist. Einundzwanzig, zweiundzwanzig - keine Zeit zum gedanklichen Mitstoppen, das Ende der langen Geraden fliegt zu schnell heran.

Lenkung reagiert prompt

Einigermaßen geradeaus fahren kann jedes Auto. Verblüffend aber, wie dieser Porsche geradeaus fährt. Selbst der von vielen wasserbeladenen Löschflugzeugen zerfurchte Asphalt des Rollwegs kann den 911 nicht von seiner Bahn abbringen. Die Vollbremsung vor einer engen Linkskurve ist - auch dank der breiteren Spur - eine ebenso leichte Übung. Das dann folgende Kurvengeschlängel löst das nächste Versprechen ein: Die neue Lenkung ist von einer nahezu beängstigenden Perfektion, folgt millimetergenau dem Zirkeln am Lenkrad, hält die Hände immer im gefühlten Kontakt mit Kurvenradius und Motorkraft. Und toleriert souverän abrupt-angstvolles Lupfen des Gaspedals, wenn den "Elfer"-Fahrer der Mut verlässt.

Rasanter Spurwechsel

Schnelle Spurwechsel waren schon immer eine Porsche-Domäne, wohl kein anderer Sportwagen lässt sich so leicht und präzise von einer Ecke in die andere werfen. Dank diverser weiterer elektronischer Helfer, die unter anderem durch Millisekunden kurzes Bremsen des kurveninneren Hinterrades für Stabilität sorgen, ist das Auffangen des teuren Spielballs selbst für Normalfahrer machbar.

Flitzer muss sich auch im Alltag bewähren

"Aber", so Porsche-Vorstandschef Matthias Müller, "zum Fahrerlebnis gehört die Alltagstauglichkeit." Im normalen Straßenverkehr wird auch ein Porsche die meiste Zeit seines Autolebens zubringen. Und Elfer haben ein langes Leben. Von dem seit 48 Jahren rund 700.000 Mal gebauten Modell sind weltweit immer noch mehr als 80 Prozent zugelassen.

Ein Porsche zum Liebhaben

Beim Abschied von Santa Marias Airport beginnt dieser Alltag, der Carrera reiht sich ein zwischen die Chevrolet-Pick-ups und die gerade in Kalifornien so gern gesehenen Toyota Prius. Der Verzicht auf eine der Sporttasten sorgt für sanfte Ruhe im Maschinenraum, jetzt haben die Dämpfer im Auspuffsystem ihren Namen wirklich verdient. Wieder Matthias Müller: "Zu den Ur-Genen des 911 gehört seine soziale Akzeptanz", sagt er in gepflegtem Bayerisch. "Und ein 350-PS-Auto, das nur 8,2 Liter oder anders gesagt 194 Gramm CO2 pro Kilometer verbraucht, ist weithin akzeptiert."

Spritdurst eingedämmt

Damit meint er den schwächeren der beiden Carreras, in dessen Heck ein 3,4-Liter-Motor arbeitet. Aber auch das S-Modell ist mit einem Normverbrauch von 8,7 Litern kein unmäßiger Spritvernichter mehr. Hilfreich bei diesen Sparmaßnahmen ist neben der serienmäßigen Start-Stopp-Automatik auch die so genannte Rekuperation, die die etwa beim Bremsen oder dem Anfahren am Berg entstehende Energie zum Laden der Batterie nutzt.

Ein 911er-Fahrer kommt ohne Assistenten aus

Verzichten muss ein 911er-Pilot indes weiterhin auf die in der Nobelliga so begehrten Assistenzsysteme. Spurhaltewarner, Toter-Winkel-Sensor, Heckkamera, automatisiertes Einparken - Fehlanzeige. "Wir haben eben eine ganz besondere Kundschaft, die sich nicht gerne bevormunden lässt", erklärt Entwicklungsvorstand Wolfgang Hatz. Und gesteht gleichzeitig ein, dass der 911 auch mit einem Abstandsradar bestellt werden kann. Auch über andere Assistenten denke man konzernintern nach.

Der Kenner fährt mit Porsche-Wappen

Nachdenken werden Porsche-Freunde indes über ihren Kontostand. 88.037 Euro kostet der normale Carrera, 102.436 Euro das hier gefahrene S-Modell. Und das ist erst der Anfang, das Buch mit den wählbaren Extras ist 84 Seiten stark, bietet Kurioses wie ein in die Kopfstützen eingesticktes Porsche-Wappen (202,30 Euro) oder den Lederbezug für die Luftdüsen (1.178,10 Euro). Ein Trost immerhin: Bisher sind fast alle 911er-Jahrgänge, einmal im reiferen Alter angekommen, nur mehr im Wert gestiegen.

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