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Autosalon Genf 2012: Ist der Hype bei Elektroautos schon zu Ende?

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Auf dem Autosalon Genf stehen Elektroautos im Abseits

07.03.2012, 14:40 Uhr | Matthias Jekosch, dapd

Autosalon Genf 2012: Ist der Hype bei Elektroautos schon zu Ende?. Wird den Elektroautos bald der Stecker gezogen? (Quelle: dpa)

Wird den Elektroautos bald der Stecker gezogen? (Quelle: dpa)

Der Preis "Car of the year" für den Opel Ampera markierte auf dem Autosalon Genf eine Ausnahme in zweierlei Hinsicht. Zum einen war es endlich mal wieder eine gute Nachricht für die verlustreiche General-Motors-Tochter aus Rüsselsheim. Zum anderen stand in Genf zur Abwechslung mal ein Elektrofahrzeug im Mittelpunkt. Ansonsten scheint die Aufregung um das E-Auto abzuflauen.

Elektroautos: VW-Chef ist skeptisch

Symptomatisch ist die Aussage des VW-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn: "Ich bezweifle, dass den Kunden 150 Kilometer Reichweite genügen." Das zentrale Problem des Elektroautos bleibt bestehen: Die Autos kommen mit einer Batterieladung nicht weit und sie sind nach wie vor teuer.

Auch der IAA waren Stromer noch sehr prominent vertreten

Im vergangenen Jahr auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt sah es so aus, als ob die Hersteller sich lieber heute als morgen auf die Zeit ohne Verbrennungsmotor einstellen. Alle wollten ihr Modell der Zukunft präsentieren. Daimler mit seinem wasserstoffbetriebenen Konzeptfahrzeug F 125, BMW mit dem Stadtflitzer i3 oder dem Sportwagen i8 und Audi mit dem Zweisitzer Urban Concept.

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"Der Hype flacht ab"

Doch bereits im Vorfeld des Autosalons meldete sich der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer zu Wort und sagte: "Der Hype flacht ab." Auf dem Autosalon stellt eigentlich nur Renault als großer Hersteller Stromer in den Mittelpunkt. Da ist einmal das rein elektrisch betriebene Kompaktfahrzeug ZOE sowie der Zweisitzer Twizy, der auf der Messe von DJ David Guetta und seiner Frau Cathy vorgestellt wurde.

E-Autos im Abseits

Ansonsten: Im Pavillon Vert, dem grünen Pavillon, stellen Nischenhersteller wie die Italiener Belumbury aus oder werden Spezialfahrzeuge wie der Mercedes Vito E-Cell gezeigt. Der Pavillon steht quasi im Abseits - vom Messegelände aus muss man erst eine Straße überqueren.

Techniken noch nicht ausgereift

Es gibt mehrere Gründe für die neue Zurückhaltung: Zum einen sind die Reichweiten noch zu gering. Winterkorn, der schon immer skeptischer gegenüber Lobliedern auf die Elektromobilität eingestellt war als andere Konzernchefs, sieht erst durch neue Techniken wie die Lithium-Schwefel- oder die Lithium-Sauerstoff-Batterie einen möglichen Durchbruch. Die Industrie forscht derzeit mit Hochdruck daran, hält sich aber noch bedeckt. Bis dahin setzt VW auf den Plug-In-Hybrid.

Benziner könnten noch effizienter werden

Zum anderen ist die Effizienz beim herkömmlichen Verbrennungsmotor, egal ob Diesel oder Benziner, noch lange nicht ausgereizt. Bis 2020 sieht der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, Matthias Wissmann, eine Einsparquote beim Kohlendioxid von noch mal 20 Prozent. VW hat sich zum Ziel gesetzt, künftig jede neue Modellgeneration um zehn bis 15 Prozent effizienter zu machen.

Elektroautos sind vielen zu teuer

Dadurch fehlt auch die Bereitschaft bei den Kunden. Denn Elektroautos sind schlicht teurer als solche mit Verbrennungsmotor. In anderen Ländern werden beispielsweise Boni für CO2-arme Autos gezahlt. So bekommt der Käufer eines reinen Elektroautos 5000 Euro zurück, für einen Hybrid gibt es noch 2000 Euro. Andersherum zahlt drauf, wer die Umwelt mit mehr als 140 Gramm CO2 pro Kilometer belastet.

Das Aus für Modellprojekte

Ein solches System lehnt die Bundesregierung aber ab. Doch damit nicht genug. Selbst die bisher gemachten Zusagen stehen infrage. Da die Erlöse aus dem CO2-Zertifikate-Handel nur etwa halb so hoch ausfielen wie kalkuliert, müsse der daraus gespeiste Energie- und Klimafonds gekappt werden, berichtete jüngst die "Wirtschaftswoche". Betroffen wären auch die "Schaufenster Elektromobilität", also Regionen, in den Modellprojekte gefördert werden sollen.

Opel Ampera und Chevrolet Volt wirtschaftlich unbedeutend

"Der Hype für die reine Elektromobilität ist vielleicht nicht mehr so akut", sagt auch Opel-Chef Stracke. Beim Ampera sieht er die klassischen Probleme aber nicht. Das Fahrzeug, das baugleich mit dem Chevrolet Volt ist, fährt weitgehend elektrisch und hat einen kleinen Zusatzmotor für Langstrecken an Bord. 10.000 will Opel davon in diesem Jahr ausliefern. Wirtschaftlich unbedeutend. Aber vielleicht ein Startvorteil, wenn der Hype dann wieder größer wird.

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