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Hongqi H7: Chinas Auto für die Mächtigen

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Hongqi statt Audi: Chinas Auto für die Mächtigen

27.04.2012, 08:55 Uhr | Sebastian Viehmann, Press-Inform

Hongqi H7: Chinas Auto für die Mächtigen. Hongqi H7 (Quelle: Press-Inform)

Hongqi H7 (Quelle: Press-Inform)

Die schwarzen Staatslimousinen der Marke "Rote Fahne" sind in China legendär. Jetzt könnte die Legende wieder aufleben: Künftig sollen Chinas Politgrößen nicht mehr in gestreckten Audis oder BMWs durchs Land cruisen, sondern im neuen Hongqi H7.

Hongqi H7: Drei Meter Radstand

Der Wagen ist fünf Meter lang und hat einen Radstand von fast drei Metern. Unter der Haube ist ein drei Liter großer V6-Motor mit 230 PS vorgesehen. Nach unten wird das Angebot durch einen zwei Liter großen Vierzylinder abgerundet. Auch in China müssen manche Behörden sparen.

Den H7 gibt es auch als Plug-In-Hybrid

Auf der Automesse in Peking wurde einer der ausgestellten H7 sogar als Plug-In-Hybrid nebst Ladesäule präsentiert. In der teilelektrischen Roten Fahne teilen sich ein Zweiliter-Benzinmotor mit knapp 200 PS und ein 40 Kilowatt starker Elektromotor die Arbeit. Der Durchschnittsverbrauch soll bei 3,7 Litern pro 100 km liegen, die Höchstgeschwindigkeit bei 220 km/h.

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Üppige Beinfreiheit

Im Interieur des H7 ist natürlich Luxus angesagt. Der Fond zeichnet sich durch eine üppige Beinfreiheit aus. Eine komplette Lederausstattung und Zierleisten aus poliertem Holz erfreuen das Auge. Die Rücksitze sind durch eine klobige Armlehne voneinander getrennt, in der sich die Schaltzentrale der Mächtigen befindet: Klimaanlage sowie zahlreiche Sitzfunktionen inklusive Heizung, Kühlung und Massage lassen sich von dort aus steuern.

Rote Kunststofffinne auf der Motorhaube

Das Lenkrad wird durch ein goldenes Sonnenblumen-Emblem geschmückt. Ansonsten präsentiert sich das Cockpit ziemlich konventionell. Statt Hightech oder ungewöhnlicher Designideen gibt es einen 08/15-Automatikhebel und eine langweilige Uhr im Armaturenbrett. Nicht fehlen darf natürlich die rote Kunststofffinne auf der Motorhaube. Sie wird im Dunkeln illuminiert und gibt dem Fußvolk klar zu verstehen: Hier kommt jemand, der wirklich wichtig ist.

Front erinnert an Skoda

Von außen wirkt der H7 leider so, als habe keiner der Designer durch zuviel Extravaganz aus der Masse hervorstechen wollen. Der Wagen hat gefällige Linien, aber er ist auch in höchstem Maße unauffällig. Die Front erinnert ein wenig an das aktuelle Skoda-Design. Technisch basiert der H7 auf dem Toyota Crown, den FAW als Toyotas Joint Venture-Partner in China baut.

Frühe Verwandtschaft mit Chrysler

Das dürfte den Stolz der Chinesen auf ihre Kultmarke zwar etwas mindern, doch die Hongqi-Limousinen basierten schon früher auf Modellen anderer Marken wie Toyota oder Audi. Die ersten Modelle von 1958 waren sogar mit einem Chrysler-Modell verwandt.

Hersteller hofft auf Politik

Es bleibt abzuwarten, ob sich die Politiker im Reich der Mitte für die neue "Red Flag"-Limousine erwärmen können. Ein wenig Druck von oben könnte wie üblich nachhelfen. "Wie soll man den Menschen vermitteln, einheimische Autos zu kaufen, wenn man nicht selbst mit gutem Beispiel vorangeht?", kommentiert Gong Zai Yan im Internetblog China Car Times.

Audi bleibt gelassen

Der chinesische Autoexperte zitiert aus den neuen Dienstwagen-Richtlinien eines Ministeriums, in denen einheimische Marken klar bevorzugt würden und Modelle wie der Audi A6 L, Toyota Camry oder VW Passat aus dem Raster fielen. Bei Audi klingeln deswegen nicht unbedingt die Alarmglocken. Audis China-Präsident Dietmar Voggenreiter verkündete gerade erst am Rande der Automesse in Peking stolz, dass mehr als 90 Prozent aller in China verkauften Audis an Privatkunden gingen. "Wir sind schon lange keine Regierungsmarke mehr", so Voggenreiter.

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