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Sportwagenhersteller Lotus: Gehen bald die Lichter aus?

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Sportwagenhersteller Lotus vor dem Aus

16.08.2012, 10:52 Uhr | Press-Inform

Sportwagenhersteller Lotus: Gehen bald die Lichter aus?. Der Lotus Esprit S1 (Quelle: Hersteller)

Der Lotus Esprit S1 (Quelle: Hersteller)

Vor zwei Jahren präsentiere sich Lotus auf dem Autosalon Paris von der besten Seite. Zwei Jahre später wird es auf dem Autosalon Paris 2012 keinen Lotus-Stand geben. Die englische Traditionsmarke steht vor dem Aus.

Lotus und ihr einstiger Lenker Dany Bahar hatten auf dem Pariser Salon 2010 mächtig auf den Putz gehauen. Ein gigantischer Messestand auf zwei Etagen mit VIP-Bereich und fünf neue Modelle, die auf einer mehr als standesgemäßen Bühne ins rechte Licht gerückt standen, sollten die Wiederauferstehung der britischen Traditionsmarke unterfüttern.

Konkurrenz für Porsche, Aston Martin, Ferrari oder Maserati

Auf 860 Quadratmetern gab es das neue Portfolio mit Exige, Elite, Eterne, Esprit und Elise zu bestaunen. Auch ein kleines Elektro-und  Hybridauto war im Gespräch. Lotus-Chef Dany Bahar tönte: „Früher war unser Messestand nicht einmal ein Drittel so groß.“ Das Publikum staunte, hatte Lotus in den Jahrzehnten zuvor doch nicht viel zustande gebracht, dass sie zu einem ernsthaften Konkurrenten für etablierte Sportwagenfirmen wie Porsche, Aston Martin, Ferrari oder Maserati hätten werden können.

Große Show mit wenig Inhalt

Der gigantische Auftritt an der Seine überraschte viele Experten und schnell wurden erste Stimmen laut, dass hinter der großen Show nicht viel Inhalt stecke. Vieles deutete darauf hin, dass sich die malayisch-britische Braut hübsch machen wollte für einen neuen Investor, am besten aus der asiatischen Autobranche.  

Zahlungsschwierigkeiten bei Mitarbeiter und Zulieferer

Aus den kaum mehr als 2000 verkauften Modellen sollten in einem ersten Schritt 10.000 weltweite Lotus-Verkäufe werden. Danach sollte es weiter nach oben gehen. Porsche, Aston Martin und Co sollten zittern. Die mäßig beschäftigten 1200 Mitarbeiter im Werk Hethel bei Norwich sollten nach der 2010er-Planung zusammen mit der Produktausweitung verdoppelt werden. Mittlerweile sind nicht einmal mehr 1000 Leute bei Lotus beschäftigt und immer wieder ist von Zahlungsschwierigkeiten an Mitarbeiter und Zulieferer die Rede.

Entwicklung neuer Modelle wurde nicht ernsthaft vorangetrieben

Nur ein Bruchteil der avisierten Investitionen von knapp einer Milliarde Euro wurde getätigt. Die Entwicklung der neuen Modelle wurde kaum ernsthaft vorangetrieben und auch die ambitionierten Zukunftstriebwerke mit vier, sechs und acht Zylindern und einem Leistungsspektrum von 320 bis 650 PS sind bis heute ebenso Zukunftsmusik wie die Implementierung von Allrad- oder Hybridantrieben und eine nennenswerte Ausweitung der Zusammenarbeit mit Toyota.

Kein Messestand auf dem Autosalon Paris 2012

Zwei Jahre später im Herbst 2012 wird es auf dem Pariser Salon diesmal keinen Messestand von Lotus geben. Die seinerzeit eigens eingerichtete Website www.lotusnewera.com geht mittlerweile ebenso ins Leere wie viele andere Visionen.

Lichter könnten bald ausgehen

Es häufen sich die Anzeichen, dass bei Lotus bald die Lichter ausgehen könnten. Dany Bahar, einst als Held gefeiert, wurde erst suspendiert und dann an die britische Luft gesetzt. Zu den Gründen halten sich beide Seiten bedeckt. Keine Frage jedoch, dass Dany Bahar für Lotus nicht nur in Sachen Außendarstellung der Dreh- und Angelpunkt war.

Modelloffensive sollte 2012 beginnen

Die Modelloffensive sollte an sich auf dem Pariser Salon in diesem Jahr beginnen und ab 2013 sollte pro Jahr ein neues Lotus Edelstein zu den Händlern kommen. Aber Lotus ist nach wie vor hoch defizitär und lebt allein von seinem traditionsreichen Namen. Zu wenig, um in der harten Autobranche zu bestehen. Das hilft der imageträchtige, aber teure Auftritt in der Formel 1 wenig.

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