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Jaguar F-Type Roadster S: Rekordversuch in Belgien

08.03.2013, 16:24 Uhr | Press-Inform

Jaguar F-Type Roadster S: Rekordversuch in Belgien. Jaguar-Testfahrer Norman Dewis (92) mit einem Jaguar C-Type (Quelle: Press Inform)

Jaguar-Testfahrer Norman Dewis (92) mit einem Jaguar C-Type (Quelle: Press Inform)

Der Jaguar XK 120 war mit einer Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h das schnellste Auto der unmittelbaren Nachkriegszeit. 1953 stellte Jaguar-Testfahrer Norman Dewis am Steuer eines stromlinienförmig optimierten XK 120 auf einem Abschnitt der Autobahn Brüssel - Ostende einen Geschwindigkeitsrekord mit 172 Meilen (277 km/h) auf. Sechs Jahrzehnte danach versuchte der britische Sportwagenhersteller, dort mit dem neuen Jaguar F-Type diesen Rekord zu übertreffen.

Doch so ganz funktionierte es nicht. Andy Wallace, der als Testfahrer am Steuer eines weißen Jaguar F-Type Roadster S saß, raste immer wieder über die Gerade von 3,50 Kilometern, erreichte aber die erhofften 300 Sachen nicht. Jaguar-Entwickler Peter Bingham, der für die Sportwagen zuständig ist, steckt seinen Oberkörper aufgeregt in den weißen F-Type. Nach der nächsten Vollgasorgie von Rennfahrer Wallace schüttelt er wieder den Kopf: "179 Meilen - mehr ist nicht drin. Das war’s."

Jaguar F-Type Roadster S raste mit 288 Sachen

179 Meilen und ein paar Stellen hinter dem Komma zeigt die filigrane Mess-Elektronik an, die in dem Serienfahrzeug verbaut ist. 179 Meilen sind auf der gesperrten Landstraße unweit der belgischen Ortschaft Jabbeke ein mehr als beeindruckender Wert - immerhin 288 km/h. Doch Andy Wallace und das Team an Jaguar-Testingenieuren wollten die 300-Marke knacken.

Warum der Jaguar F-Type keine 300 schaffte

Doch an diesem Tag soll es nicht sein. "Wir sind schon oft mit dem Wagen in der Erprobung 300 km/h und mehr gefahren", erläutert Chefentwickler Peter Bingham, "aber die Straße hier ist nicht ideal. Die Gerade ist nur rund zwei Meilen lang und zudem sehr wellig. Das kostet Höchstgeschwindigkeit." Die Lokalität unweit der belgischen Küste ist nicht aus Zufall gewählt. Hier, nur ein paar hundert Meter entfernt, fand die Rekordfahrt von Norman Dewis statt. Auch heute ist der rüstige Rennsenior vor Ort, um zu sehen, ob sein automobiler Nachfahre Andy Wallace in dem neuen Jaguar F-Type die 300-km/h-Marke knacken kann.

Originalrekord im Jaguar mit Pilotenhaube

"Unser XK 120 hatte damals am 21. Oktober 1953 3,4 Liter Hubraum und 265 PS. Für einen besseren Luftwiderstandswert haben wir noch kurz vor dem Start einen Frontscheinwerfer ausgebaut", erinnert sich der ehemalige Testfahrer Dewis, "damit ich tiefer sitzen konnte, kam der Sitz raus und ich saß mit dem Hintern auf einem Kissen - darunter nacktes Blech. Ich könnte kaum über die Karosserie gucken." Damit die Aerodynamik stimmte, wurde der kleine Brite nach dem Einsteigen noch mit einer Glaskuppel von einem Kampfflugzeug bedeckt.

Jaguar F-Type Roadster S: schneller und bequemer

"Allein wäre ich da nicht wieder raus gekommen, weil man diese nur von außen zuschrauben konnte", blickt der heute 92jährige zurück auf die Hochgeschwindigkeitsfahrt unweit des belgischen Jabbeke, die er auf fünf bar harten Slicks hinter sich brachte. Da hat es der heutige Testfahrer Andy Wallace leichter. Er sitzt bequem im eng anliegenden Ledersportsitz eines schneeweißen Jaguar F-Type Roadster und hadert nach wie vor mit der welligen Fahrbahn. "Es war einfach nicht zu machen", unterstreicht Wallace, "zu wellig, die Gerade war zu kurz und es war einfach zu kalt."

Ein schwacher Trost

Im Vergleich zu Jaguar-Urgestein Norman Dewis sind die Voraussetzungen heute deutlich schlechter. Die Temperatur beim 2013er-Rekordversuch liegt nur knapp im Plus-Bereich. Während Norman Dewis fast fünf Meilen Strecke für eine Höchstgeschwindigkeit hatte, sind es heute nur rund zwei. Die alte zweispurige Autobahn, auf der ehemals viele Rekordfahrten stattfanden, gibt es in dieser Form nicht mehr. Ein Trost bleibt Andy Wallace. Den Rekord vom damals hat er mit seinen 179 Meilen Höchstgeschwindigkeit geschafft. Er war sieben Meilen schneller als Norman Dewis. Aber trösten kann ihn das zumindest heute nicht.

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