13.03.2013, 11:44 Uhr | Press-Inform
Der neue Ford Fiesta ST wirft dem Seat Ibiza Cupra und dem VW Polo GTI den Fehdehandschuh hin. Der potente Kleinwagen kostet knapp unter 20.000 Euro.
Der optische Auftritt passt schon mal. Der mächtige schwarze Waben-Kühlergrill schaut nicht nur sportlich aggressiv aus, sondern sorgt auch für die nötige Kühlung des 1,6-Liter-Motors. Dazu kommen die breiteren Radläufe und die Tatsache, dass der Fiesta ST 1,5 Zentimeter tiefer gelegt über dem Asphalt kauert.
Doch die ganze sportliche Physiognomie ist nur Mimikry, wenn die Leistung auf dem Asphalt nicht stimmt. Immerhin haben die Ford-Ingenieure den Ruf, gute Fahrwerke zu bauen. Das ist auch beim Fiesta ST gelungen. "Wir haben relativ tief in die Trickkiste gegriffen", sagt Projektleiter Jürgen Gagstatter und meint damit, dass unter anderem die Hinterachse steifer ist und die Federraten angepasst wurden.
Die Auswirkungen auf den Fahrkomfort sind positiv: Der ST pfeift zackig um die Ecken, ohne eine große Wankneigung erkennen zu lassen. Mit welcher Spurtreue der Frontriebler auch schnell gefahrene Kurven nimmt, ist beeindruckend und nötigt dem Ibiza Cupra sowie dem Polo GTI Respekt ab. Das Beste ist, dass diese Sportlichkeit nicht mit unkommoder Härte erkauft wurde. Ganz im Gegenteil.
Die Abstimmung ist so gelungen, dass das ESP sogar im Normal-Zustand erst sehr spät eingreift. Im Sportmodus kommt dann richtig Laune auf, da die Elektronik auch leichte Drifts zulässt. In der dritten Stufe muss dann der Fahrer ohne die stabilisierende Elektronik zurechtkommen, was aber dank dem sauber arbeitenden elektronischen Torque-Vectoring, das ein Sperrdifferential an der Vorderachse simuliert, für geübte Fahrer durchaus möglich ist. Zumal die elektro-mechanische Servolenkung noch direkter anspricht, als in den anderen Modellen, was aber gut zu dem Kleinwagen-Athleten passt.
Der kommt auch mit genug Kraft aus den Starterblöcken: Der 1,6-Liter-Vierzylindermotor mit einer Leistung von 182 PS macht dem 1163 Kilogramm schweren Kleinwagen richtig Beine: In 6,9 Sekunden ist der Sprint auf 100 km/h absolviert und erst bei 220 km/h hört der Fiesta auf, nach vorne zu stürmen. Doch diese Daten geben, die richtig gute Fahrbarkeit des Motors nur unzureichend wieder. Dank der Tatsache, dass das Drehmoment von 240 Newtonmetern von 1600 bis 5000 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung steht, hängt das Triebwerk immer gut am Gas.
Wem das nicht genug ist, kann für 15 Sekunden die Leistung auf 200 PS und 290 Newtonmeter Drehmoment erhöhen. Das präzise zu schaltende Getriebe rundet den guten Auftritt nur noch ab. Lediglich die Schaltwege könnten einen Schuss kürzer sein.
Der Innenraum präsentiert sich solide verarbeitet. Allerdings ist der kleine Infotainment-Monitor ein Anachronismus aus längst vergangenen Zeiten. Gut, beim ST gilt der Blick der nächsten Kurve, aber so ein pixeliges Mäusekino muss nun wirklich nicht sein. Immerhin haben die Ingenieure die Handy-Optik der Bedieneinheit der Mittelkonsole ins Nirwana geschickt. Dennoch sind die Knöpfe noch etwas fummelig.
Die Verarbeitung ist, wie gesagt, solide, aber die Materialien hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck: Das Armaturenbrett ist mit unterschäumten Kunststoff überzogen, die Mittelkonsole erstrahlt in Klavierlack, aber im unteren Bereich des Cockpits regiert das schnöde Hartplastik.
Im ST sind Recaro-Sportsitze serienmäßig, die viel Seitenhalt aber wenig Oberschenkelauflage bieten. Platz ist in dem 3,98 Meter langen Sportler genug. Zumindest vorne. Hinten wird es ab einer Größe von 1,85 Metern um den Kopf herum eng und die "Beinfreiheit" kann man Erwachsenen nur auf Kurzstrecken zumuten.
Auch die hohe Ladekante und der tiefliegende Boden des 281 bis 979 Liter fassenden Kofferraums trüben den guten Gesamteindruck ein wenig, aber nicht maßgeblich. Zu sehr überwiegt die fahrdynamische Freude, die der Fiesta ST verströmt.
Und das Ganze ist ab 19.900 Euro zu haben. Serienmäßig sind dann die Sportsitze, 17-Zoll-Alus, ein CD-Radio mit USB-Anschluss und eine Klimaanlage. Für 1000 Euro mehr gibt es Teilleder, eine Klimaautomatik und ein Sony-Soundsystem. Zum Vergleich: Der Seat Ibiza Cupra kostet 23.590 Euro und der VW Polo GTI immerhin noch 22.925 Euro.
13.03.2013, 11:44 Uhr | Press-Inform
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