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SUV: So kamen die SUV zu uns

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Mit Toyota fing alles an  

Warum die SUV bei uns so beliebt sind

22.03.2015, 11:14 Uhr | Holger Holzer, SP-X

SUV: So kamen die SUV zu uns. Mit dem Toyota RAV4 begann bei in Deutschland der SUV-Erfolg. (Quelle: Hersteller)

Mit dem Toyota RAV4 begann bei in Deutschland der SUV-Erfolg. (Quelle: Hersteller)

Die SUV-Welle nimmt keine Ende: Etwa jeder fünfte neuzugelassene Pkw in Deutschland ist mittlerweile ein Sport Utility Vehicle. 2014 wurden knapp 530.000 der mehr oder weniger geländegängigen Autos im Offroad-Stil angemeldet. Zum Vergleich: Vor 20 Jahren waren es gerade einmal 67.752 Einheiten.

SUV: Toyota RAV4 machte den Anfang für die Massen

Doch die Basis für den heutigen Trend war damals bereits gelegt, kam 1995 doch als eines der ersten SUV-ähnlichen Fahrzeuge der Toyota RAV4 in Deutschland auf den Markt. Als Dreitürer gab es den Allrader schon ein Jahr vorher, doch erst als alltagspraktischer Fünftürer sollte er zum Trendsetter werden. Und zwar nicht bei Förstern oder Waldarbeitern, sondern als Lifestyle-Fahrzeug.

Denn so etwas wie ihn gab es bis dato nicht. Wer einen Allrader mit bulliger Karosserie wollte, musste einen richtigen Geländewagen wählen, einen Jeep Wrangler oder eine fast unbezahlbare Mercedes G-Klasse. Oder einen auch nicht günstigen Range Rover, der gemeinhin als erstes SUV gilt, weil er Offroad-Tauglichkeit bereits in den 70er-Jahren mit Repräsentabilität und hohem Komfort paarte.

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Allrad ja, spezielle Offroadtechnik nein

Der Toyota konnte mit seinem permanenten Allradantrieb zwar auch ins Gelände, verzichtete aber auf spezielle Offroadtechnik wie Getriebeuntersetzung und sperrbare Differenziale. Dafür sorgte seine selbsttragende Karosserie für angenehmes Fahrverhalten auf asphaltierter Strecke. Im Vergleich mit normalen Pkw bot er zudem die heute noch beliebte höhere Sitzposition, ein bulligeres Design und ein - zumindest subjektiv höheres Sicherheitsniveau.

Die Konkurrenz zog schnell nach: Land Rover brachte 1996 den Freelander als zivilere Variante seiner Geländegänger, Mercedes stellte ein Jahr später die M-Klasse vor. Eine weitere Initialzündung. 1998 wuchs die Zahl der SUV-Neuzulassungen sprunghaft um fast 50 Prozent auf knapp 90.000 Autos.

Nissan Qashqai gilt als erstes "Crossover"-Fahrzeug

Trotzdem blieben die SUV in einer Nische - als Lifestyle-Autos für Fahrer mit besonderem Sendungsbewusstsein oder erhöhtem Sicherheitsbedürfnis. Zur wirklichen Alternative für Pkw-gewohnte Fahrer wurden sie erst ab 2007 mit dem Nissan Qashqai.

Die Japaner hatten ihr Modell bewusst nicht als Wettbewerber für Toyota RAV4 und Co. positioniert, sondern sich den VW Golf ins Visier genommen - das Brot-und-Butter-Auto für jedermann. Der Plan dahinter: Weil man dem Wolfsburger Dauerbestseller mit Modellen wie dem biederen Almera in Europa nie das Wasser reichen konnte, wollte man den großen Kompaktauto-Markt von der Seite aufrollen.

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Mit einem schräg zwischen allen Stühlen positionierten Mix aus Kombi, Limousine und SUV. Die Besonderheit: Weil es den Qashqai auch ohne den sonst obligatorischen Allradantrieb gab, war er auch für Kunden attraktiv, die auf geringen Verbrauch und niedrige Kaufpreis mehr Wert legten als auf Offroad-Eigenschaften und Anhängelast. "Crossover" nannte Nissan diese Klasse. Heute ist der Qashqai fast Monat für Monat der SUV-Bestseller in Deutschland.

Der Allrad-Verzicht wurde von Experten zunächst belächelt. Doch die Kundschaft gab Nissan Recht: 4x4 wählte von Beginn an nur eine Minderheit von gerade mal einem Viertel bis Fünftel der Käufer. Und gekauft wurde der Nissan - so oft, dass auch die Konkurrenz ihre SUV immer häufiger den Allradantrieb im Speziellen und die Geländewagenhaftigkeit im Allgemeinen austrieb.

VW zog erst 2007 mit dem Tiguan nach

Das galt auch für den VW Tiguan, der Mitte 2007 kam und das SUV endgültig in die Mitte der Gesellschaft wuchtete, wobei er das zunächst spärliche Frontantriebs-Programm konsequent auf mittlerweile acht Modellvarianten ausbaute. Heute sind selbst Luxus-SUV wie der BMW X5 mit nur noch einer angetriebenen Achse zu haben – vor zehn Jahren noch komplett undenkbar.

Zudem öffnete der Allradverzicht dem SUV auch den Weg in die Kleinwagenklasse. Auch hier zählte Nissan mit dem Juke zu den Trendsettern, dazu kamen bald Bestseller wie der Opel Mokka, seit einiger Zeit der Renault Captur und bald der Mazda CX-3. Den Captur gibt es selbst für alles Geld der Welt nicht mit vier angetriebenen Rädern.

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Allrad für kleine SUV oft teuer und technisch schwierig

Und auch andere Hersteller verzichten darauf. Nicht zuletzt aus Kostengründen. Denn anders als in der Mittel- und Kompaktklasse, gibt es in der Kleinwagenklasse kaum allradtaugliche Modellplattformen. Die Technik müsste daher mit großem finanziellem Aufwand angepasst werden, ohne dass es eine entsprechende Nachfrage gäbe.

Vom Geländewagen hat sich das SUV mittlerweile in jeder Hinsicht weit entfernt. Der Einsatzort hat sich vom Matsch komplett auf den Boulevard verlagert, das Motorenprogram wurde von maximaler Zugkraft auf minimalen Verbrauch umgestellt, die Innenraumgestaltung von abwaschbar auf wohnlich.

Hochgebockte Coupés mit vier Türen

Und selbst beim Karosseriedesign ist der alte Geländewagen nicht mehr unbedingt Vorbild: Neuer Modelle wollen mittlerweile lieber so etwas sein wie hochgebockte Coupés mit vier Türen. So geht auch der lange Jahre geschätzte Raumvorteil langsam verloren. Was bleibt ist neben modischen Aspekten die hohe Sitzposition und eine gute Übersicht.

Dem Erfolg tut das keinen Abbruch: Für 2020 rechnen Experten mit knapp einer Million SUV-Neuzulassungen in Deutschland. Das wäre fast jeder dritte Neuwagen.

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