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China-Autos: Warum sie hierzulande glücklos sind

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Viele Versuche schon gescheitert  

Warum es China-Autos hierzulande schwer haben

25.10.2016, 11:48 Uhr | Wolfgang Gomoll, Press-Inform

China-Autos: Warum sie hierzulande glücklos sind. Der Qoros 3 Fließheck wurde von Ex-Mini-Designer Gert Hildebrand designt. (Quelle: Hersteller)

Der Qoros 3 Fließheck wurde von Ex-Mini-Designer Gert Hildebrand designt. (Quelle: Hersteller)

Eine Zeit lang war es ruhig um chinesischen Hersteller und ihre Versuche, in Deutschland Fuß zu fassen. Jetzt wollen Borgward und Geely hierzulande durchstarten - kann das klappen?

Die Ankündigungen der chinesischen Autobauer sind zumeist hochtrabend. Wie einst der Mongolenfürst Dschingis Khan mit seinen Reiterhorden wollen sie das Abendland mit ihren Produkten überrennen. Doch bisher scheiterte die Mehrzahl der Fabrikanten aus dem fernen Osten mehr oder weniger kläglich.

Qoros - ja, wo fahren sie denn?

Das Beispiel Qoros zeigt das ganze Dilemma der Unternehmer aus dem aufstrebenden Riesenstaat. Das immer gleichlautende Konzept "Nimm viel Geld in die Hand, kaufe Dir europäisches Know-how und der Rest läuft von alleine" geht nicht so einfach auf, wie es sich die China-Bosse wünschen.

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Qoros holte den ehemaligen Mini-Chefdesigner Gert Hildebrand ins Boot, der sich in einem schmucklosen Münchner Gebäude nur wenige hundert Meter von seiner ehemaligen Wirkungsstätte an die Arbeit machte. Heraus kamen durchaus ansehnliche Fahrzeuge, wie der Qoros 3, der Qoros 5 und zuletzt der Crossover Qoros 3GT. Auf der Straße rollt bisher kein einziges Kundenfahrzeug.

Vom geplanten Tigersprung nach Europa ist nicht viel geblieben. Der erfahrene Ex-GM-Manager Phil Murtaugh blies schon letztes Jahr den Sturm auf das Abendland ab: "Wir müssen erst einmal unsere Hausaufgaben in China machen und dann schauen wir nach Europa. Unser Fokus bleibt nach wie vor China."

Mittlerweile hat der Manager den Bettel hingeworfen. Die Gründe für das Scheitern sind zum einen in der fehlenden Vertriebsstruktur zu suchen und zum anderen ist das Joint Venture aus dem israelischen Mischkonzern Israel Corporation und dem chinesischen Autobauer Chery finanziell nicht auf Rosen gebettet. Zu schlecht läuft es auf dem Heimatmarkt.

Böser Beginn und bitteres Ende für Brilliance und Landwind

Anders sieht die Sache bei Brilliance und Landwind aus. Beide zerschellten buchstäblich an der unerbittlichen Betonmauer des ADAC-Crashtests. Die Brilliance Limousine BS6 brachte es 2007 auf null von fünf möglichen Sternen. Zwar wurden hinterher Zweifel an dem Testverfahren laut, doch das Misstrauen blieb. Noch übler erwischte es den Jiangling Landwind. Das SUV war nach dem Frontalaufprall mit 64 km/h ein Wrack. "Das gefährlichste Auto der Welt" urteilte die "Autobild" damals erbarmungslos. Landwind war Geschichte.

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Die überkommene Formensprache tat ihr Übriges. Doch die Chinesen geben nicht auf und kopieren mittlerweile dreist die europäischen Erfolgsmodelle. Unlängst rammte ein Landwind X7, der als Range Rover Evoque-Klon bekannt ist, bizarrerweise das Original. Was dem Ganzen noch die Krone aufsetzt: Beide Fahrzeuge hatten sogar eine identische Farbe.

Macht es Borgward besser?

Borgward hat aus den Fehlern der Vorgänger gelernt und will Deutschland von innen heraus erobern. In Bremen soll ein Montagewerk entstehen, in dem pro Jahr 10.000 Modelle der SUVs BX7 und BX5 vom Band laufen sollen. Losgehen soll es Ende 2017 und wenn man in Deutschland Fuß gefasst hat, sollen weitere europäische Länder folgen.

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Auf konventionelle Antriebe wird bei dem Eroberungs-Feldzug verzichtet: Borgward-Chef Ulrich Walker hat bereits unmissverständlich klargemacht, dass das SUV als Plug-in-Hybrid oder reines Elektrofahrzeug zu haben sein wird. Der Clou kann gelingen. Zum einen hat Borgward in Deutschland in einen guten Namen, der Nostalgiker ansprechen dürfte. Denn das Bremer Unternehmen war hierzulande bis zum Konkurs 1961 der drittgrößte Autobauer und mit Christian Borgward sitzt der Enkel des Firmengründers im Sattel.

Das Geld kommt freilich aus China – vom chinesischen Nutzfahrzeug-Hersteller Foton. Bei den ersten Testfahrten hat der BX7 immerhin einen soliden Eindruck hinterlassen. Die überschaubaren Erfolge von chinesischen Marken, wie Roewe und vor allem Great Wall in europäischen Ländern, wie Spanien, England oder Italien, machen den Conquistadores aus dem Reich der Mitte langsam Mut.

Geely hat Volvo wieder fit gemacht

Geely hat ebenfalls ein Auge auf Europa geworfen. Volvo haben die Chinesen in den vergangenen Jahren bereits zu einem erstaunlichen Comeback verholfen. Mittelfristig sind bis zu 800.000 Fahrzeuge pro Jahr geplant und bis 2020 will man autonom und unfallfrei unterwegs sein. Jetzt folgt die zweite Phase des Tigersprungs: Mit Lynk & Co soll eine Budget-Premiummarke die kritischen Europäer überzeugen.

Der Spiritus Rector ist der sturmerprobte GM/Opel-Manager Alain Visser: Der klotzt gleich los: "Jedes Jahr bringen wir darauf zwei neue Modelle." Den Anfang macht 2017 das Modell Lynk&Co. 01, ein extravagant gezeichnetes SUV. Nach dem Marktstart in China kommt das SUV, das mit konventionellen Antrieben sowie als Plug-In-Hybrid und später auch als Elektromodell geplant ist, auch nach Europa und dann in die Vereinigten Staaten.

Die Technik kommt, wie könnte es anders sein, von Volvo. Der 4,50 Meter lange Crossover steht auf der CMA-Plattform (Compact Modular Architecture), genauso, wie die zukünftige 40er Volvo-Baureihe. Wer den kryptischen Namen dechiffriert, stößt auf Vollmundiges. Ein neues Level der Konnektivität soll das Fahrzeug bieten. Ganz im Sinne der Tablet- und Smartphone-Generation.

So sehen auch die Vertriebswege aus: entweder online oder bei ein paar Flagship-Stores. Nur so kann der zu erwartende Kampfpreis realisiert werden, der unter 30.000 Euro liegen dürfte. Wer will, kann den Lynk & Co 01 sowie seine nachfolgenden Familienmitglieder auch mieten.

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