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Motorrad-Test Yamaha YZF-R6  

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22.08.2008, 12:02 Uhr | Ulrich Hoffmann / mid

Neue Yamaha YZF-R6 in Fahrt (Foto: Yamaha)Neue Yamaha YZF-R6 in Fahrt (Foto: Yamaha) Supersportliche Motorräder genießen den Ruf des Exklusiven. Wenn der zweitgrößte Motorradhersteller der Welt die Drehorgel schlechthin neu auflegt, bedarf es einer genauen Hörprobe, um die Unterschiede zum Vorgängermodell auszumachen. Denn die 11.295 Euro teuere Yamaha YZF-R6 des Jahrgangs 2008 spaltet die bikende Welt in mindestens zwei Lager.#

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Augenweide Hinterradschwinge

Laut Datenblatt legte sie gegenüber der Vorgängerin noch mal einen drauf: Zwei PS mehr können zwar keine Berge versetzen, doch es wäre unfair, die R6 allein darauf zu reduzieren. Wunderschön und herrlich leicht sticht die jetzt aus edlem Magnesium gefertigte Hinterradschwinge ins Auge. Im tiefen Inneren sorgen neue Kolben, härtere Ventilfedern und ein um 30 Prozent größerer Interferenzrohr-Durchmesser für noch mehr Pepp auf der ganzen Linie. Da sind der eingeschränkte Lenkwinkel im Stand und die stramme Sitzhöhe schnell vergessen. Zahlreiche weitere Details sorgen gegenüber dem Vorgängermodell unterm Strich für das zusätzliche Etwas.

Bis 14.500 Umdrehungen

Der Kaltstart des Einspritzers ist wie Schnalzen mit der Zunge. Dieses Biest will sich selbst bei niedrigen Temperaturen keine Blöße geben und verfügt durchaus über respektable Tischmanieren. Die härteren Ventilfedern sorgen für noch mehr Thrill jenseits von Gut und Böse. 129 PS ohne, 135 PS mit Durchsatz förderndem RamAir bei unveränderten 14.500 Umdrehungen pro Minute.

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Perfektes Sechsgang-Getriebe

Dabei sind es nicht die zusätzlichen Pferdchen selbst, schon eher die geschmeidigere Art der Kraftentfaltung, die den Fortschritt offensichtlich machen. Zumindest, wenn man sich zu jenen Naturen zählt, die die Gänge fleißig ausdrehen. Übermäßig sensibel sollte man nicht sein, denn auch die jüngste Yamaha R6 will gezwiebelt werden, was das Zeug hält. Dabei spielt das Sechsgang-Getriebe perfekt mit. Locker lassen sich die Gänge durchschalten.

Sehr wendige Yamaha YZF-R6

Die Bedienung sowohl des Hand- als auch des Schalthebels könnten leichtgängiger und exakter kaum sein. Und erst das Gefühl für das Vorderrad: Als wenn die Fäuste am Lenker direkt mit der hohlgebohrten Achse verschraubt wären, lässt sich die R6 selbst um komplizierteste Radien zirkeln. Vielleicht nicht einfacher, dafür spürbar verzeihender als die alte R6.

Dezente Änderungen

Yamaha hat am vorzüglichen Konzept des Leichtmetall-Rahmens nur äußerst dezent die Hände angelegt und den Steuerkopf sowie den Bereich der Schwingenaufnahme verstärkt. Weil kompromisslose Steifigkeit jedoch nicht immer auch der passende Schlüssel zum Erfolg ist, wurde die Wandstärke im Bereich der seitlichen Rahmenausleger reduziert. Zudem wurde die Querstrebe hinter dem Luftfilterkasten ersatzlos entfernt.

Ein bisschen Gymnastik ist notwendig

Fast punktgenau lassen sich die Bremsen dosieren, vorn mehr, hinten weniger. Nur vom Windschutz ist kaum etwas zu spüren. Um in den vollen Genuss der Verkleidung zu kommen, muss sich der Pilot stark bücken. Ein Tribut an den verkürzten Radstand und das insgesamt extrem kompakte Layout. Da ändern auch die um fünf Millimeter nach vorn verlegten Lenkerstummel nichts. Schließlich finden die Griffe fünf Millimeter tiefer als beim Vorgänger ihren Platz.

Schmales Sitzbrötchen

Unverändert ist der Sozius-Komfort beziehungsweise Non-Komfort: Wer auf dem smarten Sitzbrötchen tatsächlich Spaß haben will, muss kräftig mitleiden. Und auch der Fahrer wird sich über Etappen jenseits von 200 Kilometern schwer tun. Nicht etwa wegen des Spritverbrauchs von 6,8 Litern Superkraftstoff je 100 Kilometern, sondern eher wegen aufgepumpter Unterarme. Wen das stört, für den gibt es ja noch die zivileren Fazer-Modelle.

Gutmütigkeit verbessert

Am grundsätzlichen Charakter der Yamaha YZF-R6 hat sich also nichts geändert. Sie ist und bleibt extrem. In Sachen Gutmütigkeit und Transparenz hat sie dennoch einen weiteren Schritt nach vorn gemacht.

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