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Can-Am Spyder Roadster  

Auto oder Motorrad - oder beides?

15.10.2008, 10:38 Uhr | auto-reporter.net

Can-Am Spyder Roadster (Foto: auto-reporter.net)Can-Am Spyder Roadster (Foto: auto-reporter.net) Die heute noch existierende englische Autoschmiede Morgan begann in den zwanziger Jahren mit dem Bau eines kleinen Zweisitzers mit Motorradmotor am Bug, zwei Vorder- und einem Hinterrad mit Kettenantrieb. 80 Jahre später erlebt der Threewheeler nun als modernes Konzept eine überraschende Wiedergeburt. Markenname: Can-Am. Modellbezeichnung: Spyder Roadster. Hersteller: Bombardier Recreational Products. Der Autoführerschein genügt, Helm ist aber Pflicht.

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Gesessen wird im Can-Am

hintereinander

Während beim Morgan Threewheeler kein Zweifel daran bestand, dass es sich um ein Auto handelt, legt sich der Spyder nicht eindeutig fest und nimmt aber deutlich mehr Anleihen am Motorrad. Saßen im historischen Vorgänger zwei Personen nebeneinander, nehmen sich auf dem Can-Am ganz motorradtypisch hintereinander Platz.

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Traktionskontrolle an Bord

Lenker, Gasdrehgriff und Fußschaltung sprechen ebenfalls dafür, es beim Spyder mit einem Motorrad zu tun zu haben. Dazu kommt der 998 Kubikzentimeter große V2 von Rotax, der etwa auch in der Aprilia RSV 1000 seinen Dienst verrichtet. Zwar gibt es ABS mittlerweile auch immer häufiger bei Krafträdern, doch beim Spyder Roadster ergänzen ein Stabilitätsprogramm einschließlich Traktionskontrolle die Assistenzsysteme.

Technische Daten Can-Am Spyder Roadster

Hubraum

PS

Gewicht

Vmax

0-100 km/h

Verbrauch

CO2

Preis

998 ccm

106

316 kg

190 km/h

4,5 s

5,6 l

147 g

17.300 €

Fahrmaschine mit hohem Vergnügungsfaktor

Egal, ob man den Can-Am als Auto, Motorrad oder umgedrehtes Trike betrachtet, er ist und bleibt eine Fahrmaschine mit hohem Vergnügungsfaktor. Dafür sorgt allein schon der starke Rotax-Motor, der sich leider hinter einer schwungvollen Verkleidung verbirgt. Zugunsten eines etwas höheren Drehmoments wurde die Leistung von 143 auf 106 PS bei 8500 Umdrehungen in der Minute zurückgenommen.

Flotter Spurt

Das reicht allemal, um 316 Kilogramm Leergewicht plus Fahrer in 4,5 Sekunden null auf 100 km/h zu beschleunigen. Erst bei 190 km/h unterbindet die Elektronik dann weiteren Vortrieb. Die Kraft wird per wartungsarmen Zahnriemen auf das Hinterrad übertragen.

Wenn das Rad abhebt...

Dreiräder haben ihre eigenen fahrphysikalischen Gesetzmäßigkeiten, denen BRP mit der Stabilitätskontrolle begegnet. Die gemeinsam mit Bosch entwickelte Fahrhilfe sorgt dafür, dass der bei zu forschem Richtungswechsel abhebende kurveninnere Reifen durch Abbremsung des gegenüberliegenden Rades wieder zurück auf den Boden findet.

Ein wenig Driften ist möglich

Außerdem greift die Elektronik in das Motormanagement ein und nimmt etwas Leistung zurück, sobald der 15-Zoll-Hinterreifen keine Haftung mehr findet. Dennoch sind in gewissen Grenzen Drifts mit dem Spyder Roadster noch möglich.

Die Schräglage fehlt

Bereits ab Leerlaufdrehzahl setzt sich der Can-Am bei Standgas in Bewegung. Ab etwa 2700 Umdrehungen dürfen schon getrost die Gänge gewechselt werden. Ab knapp 5000 Umdrehungen liefert der 1-Liter-Motor aus Österreich noch einmal zusätzlichen Schub. Der Spyder Roadster eignet sich zu sportlicher Fahrweise ebenso wie zum gemütlichen Landstraßenbummeln. Das Fahrgefühl entspricht voll und ganz einem Motorrad. Was fehlt, ist die Schräglage. Stattdessen müssen sich Fahrer und Beifahrer mit dem Körper in die Kurven hineinlegen.

Gebremst wird mit dem Fuß

Die dynamische Servolenkung erleichtert den Umgang mit dem Dreirad ebenso wie ein Rückwärtsgang, der mit der Warnblinkanlage gekoppelt ist. Am ehesten kommen Fahrer, die schon über Erfahrung mit Motorradgespannen verfügen, mit dem Spyder Roadster zurecht. Sie müssen sich nur daran gewöhnen, dass rechts der Handbremshebel fehlt. Das Integral-ABS überträgt die Bremskräfte ausschließlich per Fußhebel auf alle drei Räder und stoppt den Can-Am spurstabil ab.

Recht großer Kofferraum

Die Windschutzscheibe entlastet den Oberkörper ausreichend vom Fahrtwind, der unterhalb der Motorverkleidung angebrachte Seitenspoiler hält die Füße trocken. Zu den weiteren Alltagsannehmlichkeiten zählen ein 44 Liter großer Kofferraum in der Frontverkleidung und eine Feststellbremse. Neben der 5-Gang-Fußschaltung ist alternativ auch ein sequentielles elektronisches Getriebe erhältlich

Fazit: Sicher - aber kein Motorradgefühl

Sicherer als auf dem Can-Am Spyder Roadster kann man nicht Motorrad fahren. Der Preis der dafür zu zahlen ist, ist einzig und allein die fehlende Schräglage in Kurven.

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