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Kawasaki ER-6n - rundum verbessert

28.10.2008, 10:21 Uhr | mid

Neue Kawasaki ER-6n (Foto: Kawasaki)Neue Kawasaki ER-6n (Foto: Kawasaki) Das Erfolgskonzept des Allround-Motorrades ER-6n will Kawasaki auch mit der Neuauflage für das Modelljahr 2009 fortsetzen. Dennoch haben die Japaner es nicht bei einigen kleinen Retuschen belassen, sondern der Kawasaki eine komplett neue Optik verpasst. Zudem wurde technisch dort nachgebessert, wo es von Nöten war.

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Ein Allrounder für jeden

Als vor drei Jahren die Kawasaki ER-6n erstmals vorgestellt wurde, waren es die Allround-Fähigkeiten des Reihenzweizylinder-Motorrades, die von den Kunden über den grünen Klee gelobt wurden. Die 650er Kawa erwies sich als erstklassiges Einsteiger-Bike, sehr beliebt bei Fahrschulen und weiblichen Bikern. Der Motor überforderte niemanden, besaß aber ausreichend Potenzial, um nicht als lahm abgetan zu werden.

Kantig statt rund

Die augenfälligste Änderung gegenüber der alten Maschine ist das klare, aggressive neue Styling. Die runden Formen der ersten ER-6n wurden durch kantige Konturen ersetzt, alle Linien weisen nach vorn und verleihen dem Motorrad ein geducktes Erscheinungsbild - wie ein zum Sprung bereites Raubtier. Einen wesentlichen Anteil daran trägt die komplett neu entwickelte Rahmenkonstruktion.

Filigranes Design

Das Design des Stahlrohrahmens, der hinteren Federung und der Schwinge bilden eine ununterbrochene Linie vom Lenkkopf bis zur hinteren Radnabe. Das wirkt sehr filigran, auch wenn sich hinter den abgerundeten Profilen der Stahlschwinge kantige Verstärkungen verbergen. Erreicht wird dies auch durch die eckige Form der Verkleidung des Scheinwerfers, die nun deutlich aggressiver und schlanker wirkt, was noch unterstützt wird von der neuen Form der nach vorne gezogenen Abdeckung der Kühlerverkleidung.

Jetzt auch mit LED

Auch Details wie die LED-Rückleuten, der zusätzlich innen angebrachte Schmutzfänger oder das neu gestylte Cockpit passen sich dem sportiven Design an. Neu ist auch eine Tankanzeige, die bei der letzten ER-6n noch fehlte. Der Hang zu immer kompakteren Info-Einheiten führt allerdings dazu, dass die digitale Balkenanzeige für die Drehzahlen ungenau ablesbar ist.

Schmaler Lenker

Das neue Design der Spiegel ähnelt dem der sportlichen Naked Bike-Modelle der Z-Reihe. Von der Mittelachse um 20 Millimeter weiter nach außen verlegt, sollen sie außerdem eine verbesserte Sicht nach hinten bieten. Das gelingt nur teilweise, denn der Lenker ist mit einer Breite von 76 Zentimeter immer noch sehr schmal und so sieht der Fahrer gerade im linken Spiegel außer dem eigenen Arm recht wenig. Viel Aufmerksamkeit haben die Designer der Sitzposition gewidmet, dank der geringen Sitzhöhe von 78,5 Zentimeter und der schlanken Form des Rahmens fällt es selbst kleinen Menschen leicht, mit den Füßen den Boden zu erreichen.

72 PS an Bord

Neben den zahlreichen optischen Überarbeitungen fallen die Eingriffe in das Motormanagement kaum auf, handelt es sich doch um den gleichen Motor wie im Vorgängermodell - mit einer Leistung von 72 PS bei 8 500 Umdrehungen pro Minute, einem maximalen Drehmoment von 66 Nm bei 7 000 U/min und einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Allerdings hat man ihn nochmals einem Fein-Tuning unterzogen.

Besseres Herausbeschleunigen

Um ein besseres Ansprechverhalten gerade im unteren Drehzahlbereich zu erzielen, wurde die Einstellung der Kraftstoffeinspritzung überarbeitet. Das ist spürbar gelungen, die ER-6n entfaltet ihre Pferdestärken spontaner und gleichmäßig sanft. Besonders auffällig ist das beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven. Lediglich das konstante Ruckeln im Schiebebetrieb konnte man der Kawa nicht austreiben.

Serienmäßig mit ABS

Verschwunden sind dagegen die beim letzten Modell kritisierten Vibrationen. Zudem wird die kleine Kawa in Deutschland serienmäßig mit ABS angeboten. Damit auch das Fahrwerk mit den höheren Bremsleistungen mithalten kann, erhielt die Telegabel härtere Federn. Der Unterschied zu einer ER-6n ohne ABS ist auffallend, hier wirkt die Telegabel beim kräftigen Betätigen der Bremse nicht ganz so souverän.

Leider kein Hauptständer

In der Kombination aus effektiver Einspritzanlage und einem neuen, im Gewicht reduzierten G-Kat werden die Vorgaben der Euro-3-Abgasnorm erfüllt. Der Katalysator sorgt zudem dafür, dass der ungewöhnlich unter dem Motor angebrachte Schalldämpfer auch noch einmal überarbeitet wurde und sich so dem Gesamtbild positiv anpasst - auch wenn man deshalb auf einen Hauptständer verzichten muss.

Ein verlockendes Angebot

Ab Ende Dezember soll die neue Kawasaki ER-6n beim Händler stehen, preislich wird sie sich an der Vorgängerin orientieren, also circa 6600 Euro kosten. Für ein so ausgewogenes und in vielen Details noch einmal verbessertes Motorrad ein verlockendes Angebot, das die Erfolgsgeschichte des Kawasaki-Einstiegs-Motorrades auch als sportiveren Allrounder fortschreiben dürfte.

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