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Harley Davidson Tri Glide Ultra Classic: Harley für Autofahrer

28.06.2011, 13:57 Uhr | mid

Harley Davidson Tri Glide Ultra Classic: Harley für Autofahrer. Harley Davidson Tri Glide Ultra Classic (Foto: Harley Davidson)

Harley Davidson Tri Glide Ultra Classic (Foto: Harley Davidson)

Harley Davidson, ein Name, mit dem auch Autofahrer etwas anfangen können. Da trifft es sich gut, dass jetzt die Tri Glide Ultra Classic vorfährt. Seit zwei Jahren ist das Harley-Trike in den USA erhältlich - jetzt kommt man auch hierzulande in den dreirädrigen Genuss der besonderen Art. Die etwas andere Harley Davidson darf mit dem Auto-Führerschein bewegt werden und startet bei 39.300 Euro.

Teuerstes Serien-Modell von Harley Davidson

Damit übertrumpft das Trike selbst die teuerste Serien-Harley: das aktuelle Sondermodell "Screamin Eagle Road Glide Ultra" wird mit 37.270 Euro gelistet. Allerdings rollt das Dreirad ohnehin außer Konkurrenz, wird es doch nicht offiziell im Programm geführt. Dennoch läuft die bei jedem Vertragshändler realisierbare Bestellung über den Importeur, so dass die üblichen Garantien gegeben sind.

Die technische Basis entstammt der bekannten Ultra Classic. Das Trike gleicht bis zum Sattel dem Motorrad, ab hier geht es jedoch rasch in die Breite. Unter der ausladenden Heckpartie mit eigenem Kofferraum treibt ein Zahnriemen die Hinterachse an, die ihre Kraft auf die beiden Hinterräder im Format 205/65 R 15 weitergibt.

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Tri Glide Ultra Classic: Kein Tempowunder

So mancher Trike-Umbau auf Basis des VW Käfer rollt auf mächtigeren Walzen. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass der Antrieb dem der reinen Motorrad-Variante gleicht - und bereits mit einem Leergewicht von 533 Kilo zu tun hat. Hohe Tempi darf man also auch auf vergleichsweise schmalen Reifen nicht erwarten: die eingetragene Höchstgeschwindigkeit von 157 km/h bleibt ein eher theoretischer Wert, wie auch der Durchzug im sechsten und letzten Gang etwas verhalten vonstatten geht.

Agile Beschleunigung

Dafür gibt sich das Trike beim Anfahren überraschend agil: durchaus kernig beschleunigt der nach deutschen Bestimmungen neu abgestimmte V2-Motor, der 84 PS bei 5010 Umdrehungen pro Minute sowie ein maximales Drehmoment von immerhin 137 Newtonmetern bei 3500 Umdrehungen bereitstellt. Der Verbrauch dürfte sich bei ungefähr sieben Litern einpendeln.

E-Motor für den Rückwärtsgang

Verwaltet wird die Kraft vom via Schaltwippe bedienten Sechsganggetriebe "Cruise Drive", das sich einzig bei der Suche nach dem Leerlauf ein wenig störrisch zeigt. Ein Rückwärtsgang wurde mittels eines separat im Heck verbauten E-Motors realisiert.

Kein ABS beim Tri Glide Ultra Classic

Vor allem die Breite des Fahrzeugs sollte man bedenken: eingefleischte Biker müssen sich an die knapp 1,40 Meter erst gewöhnen. Und auch das triketypische Kurvenverhalten will gemeistert sein. Rasante Manöver wird man sich also erst nach diversen Kilometern zutrauen, während schlechter Asphalt stetes Korrigieren am Lenker nötig macht. Auch starkes Bremsen braucht Übung, da es leider nicht mit ABS angeboten wird.

Harley-Trike darf mit Autoführerschein bewegt werden

Das Trike darf in Deutschland offiziell mit dem Autoführerschein bewegt werden: vor allem jene, die ihren älteren "Klasse-3-Schein" bislang für den Ritt auf dem 125er-Softchopper nutzen, dürfte dies interessieren. Führerscheinneulinge, die gar kein Motorrad oder maximal eines mit 34 PS bewegen dürfen, sind ebenso berechtigt. Natürlich wird die Tri Glide auch dann ein Nischenmodell bleiben, wenn es dereinst ins offizielle Programm rollt. Dessen ungeachtet stellt das Dreirad eine erfreuliche Bereicherung des Straßenbildes dar: staunende Blicke sind garantiert.

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