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Moto Guzzi V7 Stone: Neuer Retro-Renner V7 Stone

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Moto Guzzi  

Moto Guzzi V7 Stone: Traditionsmaschine

03.04.2012, 11:37 Uhr | Thilo Kozik, mid

Moto Guzzi V7 Stone: Neuer Retro-Renner V7 Stone. Moto Guzzi V7 Stone (Quelle: Hersteller)

Moto Guzzi V7 Stone (Quelle: Hersteller)

Es tut sich was bei Moto Guzzi in Mandello del Lario. Ein Indiz für die Aufbruchstimmung ist die Vorstellung der überarbeiteten Klassik-Baureihe V7, für die Moto Guzzi mit der V7 Stone zudem ein neues Einsteigermodell präsentiert. Wahlweise in Mattschwarz oder Weiß erhältlich, bezieht sich auch die Stone optisch auf die lange Historie der Marke: Vor 45 Jahren, 1967, brachte Moto Guzzi im Modell V7 erstmals jenen längs laufenden 90-Grad-V-Motor heraus, der mittlerweile so unumstößlich für Moto Guzzi steht wie die Pizza für Italien.

Moto Guzzi: typisch italienisch

Kein Wunder also, wenn die Stone auf den ersten Blick wie ein Modell aus jener Zeit aussieht: Vom typischen Rundscheinwerfer und den Gabel-Faltenbälgen über die bullig-gestreckte Linie bis zu den verchromten Stereo-Federbeinen und den fast Megaphon-artigen Doppel-Schalldämpfern am Heck verströmt die V7 einen durch und durch authentischen Look.

Aufrechte Haltung

Beim Aufsitzen ergibt sich eine klassische aufrechte Fahrerhaltung, sehr bequem, nur die Fußrasten sind einen Tick zu weit oben angebracht. Über den nicht mehr so lang gestreckten Tank greift der Pilot an den ebenso schmuck- wie schnörkellosen Rohrlenker, stört sich an der wenig passenden Plastikblende und genießt eine Landstraßen-sportliche Positionierung mit viel Bodenfreiheit. Klar, dass niemand von dem unverkleideten Retromodell auch nur einen Hauch Windschutz erwarten darf.

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Kinderleichtes Handling

Dafür begeistert die Stone mit einem kinderleichten Handling, das sie unter anderem den schmalen Reifendimensionen von 100/90-18 vorn und 130/80-17 hinten verdankt. Schräglagenwechsel erfolgen mühelos, das Einlenken geht spielerisch und die Lenkpräzision lässt kaum etwas zu wünschen übrig. Hier machen sich die insgesamt fünf eingesparten Kilo bemerkbar, gerade die Reduktion der ungefederten Massen durch leichtere Felgen verhelfen der neuen V7 zu noch mehr Fahraktivität.

Geringes Gewicht

Das geringere Gewicht optimiert zusammen mit der neuen Abstimmung von Gabel und Stereo-Federbeinen außerdem den Fahrkomfort. Sanft spricht die Telegabel auf Bodenunebenheiten an, auch das Heck agiert makellos. Etwas mehr Dämpfung stünde dabei der Gabel gut zu Gesicht, doch für den normalen Landstraßenbetrieb - auch gerne zu zweit - geht das Gebotene schon in Ordnung.

Klassischer 90-Grad-V2-Motor

Charakteristisch für Moto Guzzis ist ihre Antriebsquelle, der 90-Grad-V2-Motor, der längs eingebaut seine beiden Zylinder links und rechts markant aus dem Motorrad herausstreckt und dafür sorgt, dass die Zweiräder aus Mandello schon von weitem erkennbar sind. Diesem Aggregat rückten die Ingenieure des Mutterkonzerns Piaggio kräftig zu Leibe. In den Entwicklungslabors in Noale - richtig, von dort kommen auch die Aprilia-Motorräder - verpassten sie dem Triebling siebzig Prozent neue Bauteile für eine innere wie äußere Verjüngungskur. So wird der 744-ccm-Motor nur noch von einer Drosselklappe versorgt, dafür kümmern sich gleich zwei Lambda-Sonden um die korrekte Zusammensetzung des Gemischs.

Neuer Zylinderkopf

In den Verbrennungsräumen werkeln höher verdichtende Kolben. Ein neuer Zylinderkopf und neu gestaltete Zylinder verbessern die Wärmeabfuhr und erhöhen die Standfestigkeit des Zweiventilers. Mit moderaten 50 PS und 60 Newtonmeter maximales Drehmoment bleibt der Leistungszuwachs überschaubar, den das kurz abgestufte und gut schaltbare Fünfganggetriebe über eine unauffällige Kardanwelle ans Hinterrad liefert.

Gleichmäßiger Schub

Mit der druckfreudigeren Auslegung im unteren und mittleren Drehzahlbereich kommt die Guzzi nun recht schnell in Wallung und liefert schon ab 2000 Umdrehungen einen schönen, gleichmäßigen Schub, der niemanden in Angst und Schrecken versetzt. Einsteiger und Ungeübte werden den sanften Leistungseinsatz und das überschaubare Kraftangebot zu schätzen wissen und dabei über die zunehmende Zähigkeit ab der Drehzahlmitte hinweg sehen können. Zumal die Motorcharakteristik zudem vergleichsweise wenig Schaltarbeit nötig macht.

Betörender Klang

Wie eh und je produzieren die Zigarren-Endschalldämpfer einen markanten, unverkennbar "guzzigen" Auspuffklang. Dessen erstaunlich kräftige Note wird durch die tiefen Frequenzen als sehr angenehm empfunden. Die Motorüberarbeitung hat indes ein Phänomen fast ausgemerzt, das über Jahre hinweg als unvermeidlicher Charakterzug einer Guzzi galt: Während früher kräftige Gasstöße im Stand das gesamte Motorrad in einen deutlichen Rechtsdrall versetzte, bleibt die Stone heute fast unberührt. Für eine größere Reichweite fasst der nun wieder aus Stahl gefertigte Tank 22 Liter.

Ein bisschen mehr Druck dürfte sein

Bei der erreichbaren Dynamik kommt die V7 sogar mit nur einer Scheibe im Vorderrad aus, doch könnten die neuen Brembo-Stopper durchaus etwas kräftiger zupacken. Wer viel Bremswirkung braucht, muss schon viel Handkraft aufbieten. Dann verzögern die Festsattelbremsen vorn wie hinten das Motorrad verlässlich und effektiv.

Unkomplizierter Fahrspaß

Ungeachtet des authentischen, klassizistischen Auftritts bietet die V7 Stone einen unkomplizierten, modernen Fahrspaß, an dem sogar Könner wegen der erfrischenden Agilität ihren Spaß haben dürften. Bei dieser Guzzi kommen alle Interessengruppen auf ihre Kosten: diejenigen Fahrer, die Motorradfahren als genussvolles Entspannen verstehen, und die, die sich darüber hinaus zu einem fairen Preis (knapp 8000 Euro) ein gutes Stück Guzzi-Tradition abschneiden möchten.

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