25.07.2011, 10:46 Uhr | adac, t-online.de, t-online.de, ADAC
ADAC-Crashtest: Knallt ein Lkw auf einen PKW, haben die Insassen nur wenig Überlebenschancen.
Knallt ein Lkw mit 70 km/h auf ein Stauende, haben die Pkw-Insassen vor ihm so gut wie keine Überlebenschance. Das zeigt ein spektakulärer Lkw-Crashtest des ADAC. Dabei hätten die Insassen durchaus Überlebenschancen, wenn im Lkw ein Notbremsassistent eingesetzt worden wäre. Schon bald werden die Systeme Pflicht. Doch der Gesetzgeber könnte für die Verkehrssicherheit noch mehr tun.
Der ADAC hat im Crashtest einen Unfall mit einem vergleichsweise leichten Lkw mit 5,5 Tonnen Gewicht simuliert. Doch selbst mit diesem Fahrzeug ist das Ausmaß des Aufpralls verheerend. In Sekundenbruchteilen werden die beiden vor dem Nutzfahrzeug stehenden Mittelklasse Autos zermalmt, die Insassen der Pkw erleiden tödliche Verletzungen.
Für Autoinsassen gehen im Straßenverkehr solche Unfälle häufig tödlich aus. 2009 starben 58 Menschen an den Folgen von Lkw-Auffahrunfällen und rund 4500 Menschen wurden verletzt. ADAC Vizepräsident Thomas Burkhardt: "Das Risiko tödlich zu verunglücken ist hier dreimal höher als bei anderen Heckkollisionen."
Mit automatischen Notbremsassistenzsystem im auffahrenden Lkw würden viele Verkehrsunfälle aber deutlich milder verlaufen. Die ADAC Unfallforscher haben herausgefunden, dass bei über 4000 Kollisionen im Jahr 2009 Lkw-Notbremsassistenten Auffahrunfälle abgemildert oder verhindert hätten.
Zwar müssen laut Gesetz ab 2013 alle neu entwickelten Lkw-Typen über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht und ab 2015 alle neu zugelassenen Lkw mit einem Notbremsassistenten ausgestattet sein, die geplanten gesetzlichen Anforderungen sind aber laut ADAC noch nicht ausreichend. Gegenwärtig wird von den Notbremsassistenten gefordert, dass sie Unfälle mit Vorausfahrenden verhindern und vor einer Kollision mit einem stehenden Fahrzeug die Geschwindigkeit um mindestens 10 km/h reduzieren können.
Moderne Notbremsassistenzsysteme können aber laut ADAC mehr. Gesetzlich vorgeschrieben werden sollten deshalb Systeme, die bei einem stehenden Fahrzeug, z. B. an einem Stauende, zu einer Geschwindigkeitsreduzierung um 40 km/h führen – technisch ist das möglich. Denn nur dann können bei Geschwindigkeiten bis rund 55 km/h Unfälle vermieden und bei Autobahntempo der Aufprall deutlich abgemildert werden.
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