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Gigaliner: Die Riesen-Lkws sorgen für Diskussionen

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Gigaliner: Die Riesen-Lkws sorgen für Diskussionen

08.08.2006, 15:38 Uhr | FTD Online, t-online.de

Kommt der neue Gigant der Autobahn? (Foto: Hersteller)Kommt der neue Gigant der Autobahn? (Foto: Hersteller) In Niedersachsen rollen die ersten 25 Meter langen Riesen-Lkw per Ausnahmegenehmigungen über die Autobahnen des Landes. Der Feldversuch hat einen politischen Streit über den Sinn der so genannten Gigaliner ausgelöst. Die Boll Spedition hat eine Ausnahmegenehmigung für einen der 25 Meter langen Gigaliner erhalten. Die SPD hat sich ihre Meinung schon gebildet. Der verkehrspolitische Sprecher der Bundestagfraktion, Uwe Beckmeyer, fürchtet eine "deutliche Erhöhung des Schwerlastverkehrs auf deutschen Straßen".

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Hier geht es zum großen Archiv (Foto: Werk)Hier geht es zum großen Archiv (Foto: Werk) Auch die Grünen lehnen die Riesenlaster rundweg ab. "Für immer größere Frachten gibt es schon ein Verkehrssystem: die Schiene", sagte Grünen-Verkehrsexperte Winfried Herrmann FTD Online. Beckmeyer glaubt, dass die Investitionen im Schienenverkehr zurückgehen werden. "Schon heute führt das Vorpreschen der niedersächsischen Landesregierung zur Verschiebung von Investitionsentscheidungen beim kombinierten Verkehr", sagte Beckmeyer.

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Premiere auf der IAA-Nutzfahrzeuge 2004
Seine Premiere feierte der Gigaliner auf der IAA Nutzfahrzeuge 2004. Mit seinem 25,25 Meter langen Lastzug wollte Anhänger- und Aufbauspezialist Krone einen "Denkanstoß" geben. Bei voller Beladung bringt der Riese 60 Tonnen auf die Waage. Zum Vergleich: Ein "normaler" 40-Tonner ist rund 16 Meter lang. Befürworter sehen in den Mammut-Lkw mit acht Achsen eine Lösung für das zu erwartende Wachstum im Güterverkehr. Mehr Ladevolumen und -gewicht mit weniger Fahrzeugen, lautet ihre Rechnung.

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"Gefahr für die Sicherheit"
Die Gegner reagierten dagegen aufgeschreckt auf die Entscheidung der niedersächsischen Landesregierung. Umwelt- und Verkehrsverbände wie die Allianz pro Schiene teilen die Bedenken Beckmeyers. Sie argumentieren, dass die Gigaliner die Straßen über Gebühr belasteten, den Verkehrsfluss behinderten und eine Gefahr für die Sicherheit auf Deutschlands Straßen seien.

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Zunächst nicht voll beladen
Bei dem Feldversuch in Niedersachsen dürfen die Lastzüge ihr komplettes Potenzial noch gar nicht ausspielen. Maximal 40 Tonnen statt der möglichen 60 Tonnen sind bei dem Projekt zugelassen. Neben Niedersachsen erteilten die Behörden auch in Bremen und in Nordrhein-Westfalen befristete Ausnahmegenehmigungen. In NRW rollen die Riesen-Lkw im Rahmen eines niederländischen Pilotprojekts auf der Autobahn zwischen Bochum und Venlo. In Bremen bringt ein Lastzug drei Mal täglich Kaffee vom Hafen zur Großrösterei von Kraft Foods. Die Fahrstrecke beträgt gerade einmal 25 Kilometer.

Pilotprojekt heizt politischen Streit an
Die politische Diskussion über die 60-Tonner verlief vor dem niedersächsischen Vorstoß in ruhigen Bahnen. Die FDP-Fraktion startet im Herbst 2004 einen ersten Anlauf mit dem Ziel, einen deutschlandweiten Probelauf in die Wege zu leiten. Ein entsprechender Antrag ging jedoch in den Turbulenzen um die Neuwahlen unter. In Finnland und Schweden sind die rollenden Riesen bereits zugelassen. Für eine Zulassung in Deutschland müsste die Straßenverkehrszulassungsordnung geändert werden. Auch EU-Vorschriften müssten angepasst werden.

Verkehrsministerium wartet noch ab
Das Bundesverkehrsministerium hat mittlerweile eine Untersuchung bei der Bundesanstalt für Straßenwesen in Auftrag gegeben, die sich in erster Linie auf Erfahrungen aus anderen Ländern stützen soll. Frühestens im Herbst soll das Gutachten fertig sein. So lange will das Verkehrsministerium abwarten, bevor es sich eine Meinung bildet, wie ein Sprecher sagte. Auch die Unionsfraktion im Bundestag will sich an dem Urteil der Wissenschaftler orientieren. Auf Grundlage dieser fachlich objektiven Untersuchung werde man eine Position festlegen, hieß es in Fraktionskreisen.

Praktischer Versuch
Eindeutiger positioniert sich die FDP. Ihr Verkehrsexperte Horst Friedrich sprach sich dafür aus, "Chancen und Risiken ergebnisoffen zu prüfen". Das von seinem Parteifreund, dem niedersächsischen Verkehrsminister Walter Hirche, angestoßene Pilotprojekt begrüßt er jedoch. "Ich finde es gut, dass die Behauptungsarie endlich mal mit einem praktischen Versuch aufgeklärt wird", sagte er FTD Online.

"Dumme Einwände"
Für den Schienentransport sieht er keine negativen Folgen. "Der Gigaliner ersetzt nur den Frachtverkehr, der schon jetzt über die Straße rollt. Frachtfahrten werden dadurch entzerrt." Manche Einwände seien schlicht dumm, sagte Friedrich. Für die Feinverteilung von Waren in Ortschaften seien die Riesenlaster nicht vorgesehen und sie könnten diese Aufgabe auch gar nicht wirtschaftlich erledigen. "Es geht bei den Riesen-Lkw um Transporte zwischen zwei Logistikzentren, 'Hubs' wenn Sie so wollen", sagte Friedrich.

Fahren nur auf Autobahnen möglich
Die Speditionsverbände sehen in der eingeschränkten Bewegungsfreiheit der Riesenlaster dagegen einen Minuspunkt. Da Landstraßen und Innenstädte zu eng für die 25 Meter langen Brummis seien, könnten die ökonomischen Vorteile dadurch wieder zunichte gemacht werden. Sie müssten ihre Fracht in Autobahnnähe auf kleinere Fahrzeuge verteilen. Auch Autobahnraststätten und die Laderampen am Zielort könnten bei der Aufnahme der überlangen Lastzüge an ihre Grenzen stoßen, merkt der Bundesverband Güterverkehr und Logistik (BGL) an.

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Große Belastung für Brücken
Eine stärkere Abnutzung der Straßenoberfläche durch das hohe Gewicht der Gigaliner befürchtet der BGL jedoch nicht. Wahrscheinlicher sei sogar eine Entlastung durch die insgesamt kleinere Achszahl pro transportierter Tonne Ladung zu verzeichnen. Auch Friedrich glaubt, dass die Achslast bei einem Gigaliner auf der Straße besser verteilt wird. Grünen-Verkehrsexperte Herrmann lässt dieses Argument nicht gelten. Bei voller Ladung mit 60 Tonnen müssten Straßen und Brücken schwerste Belastungen aushalten. "Die Folgekosten werden kommen", sagte er.

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