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Kompaktklasse: Neue Kompaktwagen jagen den VW Golf

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Kompaktklasse  

Neue Kompakte jagen den Golf

10.10.2006, 12:20 Uhr

Neue Golf-Jäger in der Kompakt-Klasse (Foto: VW)Neue Golf-Jäger in der Kompakt-Klasse (Foto: VW)Von Jürgen Pander

Treffender hätte die Symbolik nicht sein können. Auf der Toyota-Bühne war ein riesiger Tresor aufgebaut, drum herum standen Herren in schwarzen Anzügen und mit dunklen Sonnenbrillen. Punkt 15.30 Uhr, zu diesem Zeitpunkt war die Weltpremiere angekündigt, öffnete sich die Tresortür, und heraus fuhr ein goldenes Auto. Bei dem rollenden Barren handelte es sich um den Toyota Auris - der Name ist ein Wortspiel mit der lateinischen Bezeichnung für Gold, Aurum. Der Auris also soll das bisherige Kompaktmodell Corolla ablösen. Am 23. Oktober wird das Auto in Japan debütieren und ab kommenden März dann bei den deutschen Händlern stehen.

"Perfekt-Imbalance-Design"
Offiziell handelte es sich beim Toyota Auris auf der Pariser Showbühne noch um eine Studie, doch abgesehen von den 19-Zoll-Rädern, den verchromten Auspuffendrohren und der goldigen Lackierung dürfte sich bis zum Verkaufsstart kaum noch etwas an dem Fünftürer ändern. Neu ist vor allem das glatte, gefällige und doch etwas unproportioniert wirkende Design. "Wir nennen einen solchen scheinbaren Widerspruch 'perfect imbalance'", begründet Toyotas Chefdesigner Wahei Hirai die arg voluminöse Form des Neulings.

Schmaler Grat
Doch genau darum geht es im Kompaktsegment: Mit den Gewohnheiten zu brechen, ohne jedoch die Harmonie zu stark zu vertreiben. Die Kunden wollen das Neue im Bekannten. Vor allem in der Kompaktklasse, wo VW Golf, Opel Astra und Ford Focus hierzulande die Eckpfeiler bilden, um die herum sich die anderen Modelle dieser Größe gruppieren.

Golf noch Spitzenreiter
Wer sich zu weit von der Norm entfernt, den bestraft die Kundschaft mit Missachtung. Aber zu ähnlich dürfen sich die Autos auch nicht sein, sonst werden sie verwechselbar und die Käufer greifen lieber gleich zum Original, und das ist zwischen Flensburg und Füssen nun mal der Golf.

Zum Neuheitenkalender (Foto: Archiv)Zum Neuheitenkalender (Foto: Archiv)Hyundai zeigt den Arnejs
Die koreanischen Hersteller Hyundai und Kia haben dieses Dilemma ebenfalls erkannt. In Paris zeigen beide ein neues Kompaktfahrzeug, das speziell für den europäischen Geschmack entwickelt wurde und das den Erfolg in der Kompaktklasse sichern soll. Der Hyundai Arnejs - noch eine Studie - soll im Sommer nächsten Jahres auf die Straße kommen. Das kraftvolle Design des Autos stammt vom deutschen Chefdesigner Thomas Bürkle. Gebaut wird der Wagen im tschechischen Hyundai-Werk Nosovice.

XL-Foto-Show Hyundai Arnejs
Foto-Show Kia C'eed
Foto-Show Volvo C30

Kia produziert in Europa
Die Schwestermarke Kia wiederum lässt ihr neues Kompaktmodell Cee'd im slowakischen Zilina produzieren. Ab Dezember soll der Fünftürer auf den Markt kommen, später dann eine Kombiversion und eine dreitürige Sportvariante, die bereits als Studie mit Namen Pro-Cee'd in Paris zu sehen war.

Hier geht es zum großen Archiv (Foto: Werk)Hier geht es zum großen Archiv (Foto: Werk)Volvo setzt auf Extravaganz
Während Auris, Arnejs und Cee'd auf eine gedrungene, wuchtige und ausdrucksstarke Formensprache setzen, die Grundproportionen eines klassischen Kompaktwagens aber kaum verändern, entfernen sich andere Hersteller weiter vom Ur-Meter dieser Klasse. Volvo zum Beispiel. Dort steht das dreitürige Coupé C30 mit steiler, gläserner Heckklappe in den Startlöchern, um Kunden zu ködern, die vorwiegend alleine oder zu zweit unterwegs sind und mehr Eindruck hinterlassen als Einladen wollen.

Auch Lancia will in die Kompaktklasse
Eine ähnlich sportliche Linie verfolgt auch Lancia mit der Studie Delta HPE. Mit einem Auto dieses Formats wollen die Italiener endlich wieder ein Fahrzeug ins Programm hieven, das sich zum ökonomischen Rückgrat der Marke entwickeln könnte.

XL-Foto-Show Lancia Delta HPE
XL-Foto-Show Alfa Romeo 147
XL-Foto-Show Nissan Qashqai

Nissan erweitert die Kompaktklasse um SUV-Elemente
Nissan wiederum versucht das Kompaktsegment in die andere Richtung auszuloten. Das Modell Qashqai ahmt den Stil von Geländewagen nach und versucht durch eine klobige Optik in der Masse der Kompakten auf sich aufmerksam zu machen. Auch für den Qashqai gilt, dass er Versatzstücke aus anderen Fahrzeugklassen zitiert und im Kompaktformat neu kombiniert. Crossover heißt diese wenig originelle Spielart des Autoentwickelns in Fachkreisen, doch sobald die Kunden die Mixtur goutieren, haben die Ingenieure und Designer alles richtig gemacht.

Anders, aber nicht neu
Das Kompaktsegment, bislang brav unterteilt in Fünftürer, Dreitürer, Kombimodelle und hin und wieder ein Cabrio-Coupé, differenziert sich also weiter aus. Die Hersteller mühen sich, die Andersartigkeit ihrer Modelle zu betonen, oder jedoch wirklich einen neuen Weg einzuschlagen. Das wäre auch zu riskant, denn wenn ein Kompaktmodell erfolglos bleibt, zieht das meist das gesamte Unternehmen in Mitleidenschaft. Fiat musste dies zuletzt erfahren, mit dem völlig unitalienisch gestalteten Modell Stilo. Im Frühling 2007 soll der Nachfolger debütieren. Und auch für Fiat wieder den Tresor der Kompaktklasse knacken.

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