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Klimaschutz  

Gabriel will Fünf-Liter-Gesetz für Neuwagen

13.01.2007, 17:10 Uhr | dpa / T-Online Auto, 13.01.2006, t-online.de

Spritsparer Toyota Prius Hybrid (Foto: Toyota)Spritsparer Toyota Prius Hybrid (Foto: Toyota) Die europäische Automobilindustrie muss sich auf gesetzliche Vorgaben zur Senkung des Spritverbrauchs ihrer Neuwagen einstellen. Das kündigte Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" an. Hintergrund ist die nach wie vor hohe Klimabelastung durch den Straßenverkehr. "Alle Automobilhersteller in Europa müssen runter mit dem Spritverbrauch", sagte Gabriel der Zeitung.

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Denkbar seien verschiedene Instrumente, sowohl ordnungsrechtlicher als auch ökonomischer Art. "Etwa die Festlegung von Verbrauchsobergrenzen, ein Emissionshandelssystem für den Verkehrssektor, eine Kennzeichnungspflicht über den Spritverbrauch oder ein Mix aus mehreren Instrumenten", sagte Gabriel. "Wir werden in unserer EU-Präsidentschaft mit den Mitgliedstaaten darüber reden, welche Lösungsmodelle am besten geeignet und konsensfähig sind." Als mögliche Obergrenzen nannte der Umweltminister die ursprünglich von der europäischen Automobilindustrie ausgesprochene Selbstverpflichtung. Danach wollten die Konzerne freiwillig bis zum Jahr 2008 den Ausstoß von Kohlendioxid bei Neuwagen auf 140 Gramm pro Kilometer begrenzen.

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Klimaschutz-Ziele sind nicht zu erreichen
Das entspräche etwa einem Verbrauch von 5,8 Litern bei Benzin- und 5,1 Litern bei Dieselfahrzeugen. Dieses Ziel wird nach Einschätzung von Experten jedoch verfehlt. So kommt der Autofachmann Prof. Ferdinand Dudenhöffer von der Fachhochschule Gelsenkirchen in einer Analyse für das Wirtschaftsmagazin "Capital" zu dem Ergebnis, dass die Emissionen zuletzt bei 161 Gramm lagen. "Das Ziel ist in diesem Jahr nicht mehr zu erreichen", sagte Dudenhöffer. "Das Einsparpotenzial durch Dieselfahrzeuge ist beinahe ausgereizt und Verbesserungen in der Motorentechnologie werden durch den Trend zu höheren PS-Zahlen und mehr Gewicht wieder wett gemacht", so Dudenhöffer.


5,8 Liter als Obergrenze
Ein Verbrauch von 5,8 Litern bei Benzin- und 5,1 Litern bei Dieselfahrzeugen könne die erste Obergrenze sein, sagte Gabriel. "Der nächste Schritt wären dann 120 Gramm, deren Einhaltung ja die Autoindustrie bis 2012 angekündigt hat. Das entspräche einem Diesel- Verbrauch von deutlich unter 5 Litern", so der Umweltminister. In jedem Fall werde es "eine der großen Aufgaben der deutschen EU- Ratspräsidentschaft sein, zu thematisieren, welche Konsequenzen die EU-Regierungen aus dem absehbaren Scheitern der Selbstverpflichtung zu ziehen haben", sagte Gabriel der Zeitung.

Deutsche Hersteller als Sündenbock
Nach Berechnungen Dudenhöffers liegt die Schuld für das Verfehlen der Eigenverpflichtung vor allem bei den deutschen Herstellern. So lägen die CO2-Emissionen in Europa bei den Fahrzeugen des VW-Konzerns in Schnitt bei 163, bei DaimlerChrysler bei 184, bei BMW bei 190 und bei Porsche sogar bei knapp 300 Gramm pro Kilometer. Im Vergleich dazu stünden die Autogruppe Fiat mit Alfa-Romeo und Lancia sowie die PSA-Gruppe mit Citroën und Peugeot sowie Renault mit gut 150 Gramm recht gut da.

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