Startseite
Sie sind hier: Home > Auto > Aktuelles >

Elektro-Smart: Mercedes rüstet Kleinwagen für London mit Akku aus

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Elektro-Smart in London  

Umsonst im Sperrbezirk

08.08.2007, 11:36 Uhr | Spiegel-Online, t-online.de

Smart electric drive (Foto: Smart)Smart electric drive (Foto: Smart) Von Tom Grünweg

Wirtschaftlich rechnen sich Autos mit alternativen Antrieben in der Regel nicht - außer in London. Dank der dortigen City-Maut boomen Öko-Wagen, Mercedes rüstet in der britischen Hauptstadt eine ganze Flotte Smart-Kleinwagen mit Akkus aus. "Keine Stadt der Welt ist so autofeindlich wie London", sagt Thomas Weber, oberster Forscher und Entwickler von Mercedes. Tatsächlich müssen sich Autofahrer in der britischen Hauptstadt mit hohen Kfz-Steuern, horrenden Parkgebühren, saftigen Bußgelder und Dauerstau herumschlagen. Seit 2003 kommt außerdem der sogenannte Congestion Charge hinzu. Wer mit dem Wagen in die Stadt will, muss 8 Pfund (etwa 12 Euro) und ab 2009 sogar 25 Pfund Eintritt zahlen. Nur ausnehmend umweltfreundliche Autos fahren umsonst.

Foto-Show Smart electric drive
Foto-Show Der neue Smart Fortwo
Smart MHD Motor aus an der Ampel
Urteil: Smart Fortwo Cdi nicht besonders umweltfreundlich
Foto-Show Smart Forfun
Foto-Show Smart Forfour

Umweltautos boomen
London ist damit die wohl erste Großstadt, in der sich die wirtschaftliche Logik in Bezug auf Ökoautos gravierend verändert hat. Der Kaufpreisaufschlag für einen Hybridantrieb oder eine große Batterie erscheint in einem ganz anderen Licht, wenn Pendler die City-Maut sparen und kostenlos parken können. "Das führte zu einem Boom für umweltfreundliche Autos", sagt Debbie Fox vom Marktbeobachter Jato Dynamics. "Die Verkäufe bei den Ecocars haben sich von Jahr zu Jahr verdoppelt, und allein in den ersten sechs Monaten wurden mehr als 6500 Hybridautos zugelassen."

Rectangle Auto

Auch Smart will profitieren
Auch Mercedes-Manager Weber und sein Unternehmen möchten von diesem Trend profitieren. Für einen Flottenversuch mit Firmen und Behörden werden deshalb derzeit hundert Smart der ersten Modellgeneration auf Elektroantrieb umgerüstet. Der Kleinwagen des Daimler-Konzerns soll schon bald nahe Piccadilly Circus und Buckingham Palace herumfahren, ohne Kohlendioxid (CO2) in den Londoner Himmel zu blasen. Ganz ohne Emissionen geht es trotzdem nicht. Natürlich muss auch der Strom irgendwie hergestellt werden. Und nicht jeder hat, wie Mercedes in London, ein Windkraftwerk im Hof. "Doch schon wenn wir den Wagen mit dem ganz normalen Strom-Mix betanken, sparen wir CO2 ein", sagt Entwickler Timo Schweers.

100 Jahre Renault Unser Jubiläum, Ihre Geschenke: z.B. der Renault Scénic ab 16.700 Euro

Keine Emissionen, kein Lärm
Das Wesentliche aber: Vor Ort beim Autofahren gibt es weder Emissionen noch Lärm. Dabei macht der Wagen seine Sache ausgesprochen gut. Mit 41 PS kann er vieles besser, als der alte Benziner. Weil bei Stromern das maximale Drehmoment quasi direkt nach dem Start zur Verfügung steht, beschleunigt der Zweisitzer im Stadtverkehr wie ein Autoscooter auf Speed - spürbar schneller als etwa der alte Smart Brabus. In 5,7 Sekunden auf Tempo 60 - da macht der Sprint an der Ampel richtig Spaß. Weil das Originalgetriebe einfach im zweiten Gang blockiert wurde, gibt es im Elektromodell keine nervenzehrenden Schaltrucke. Und dass der Smart mit der Steckdose hinter der Tankklappe auf 112 km/h Höchstgeschwindigkeit begrenzt wurde, stört in der Stadt keinen.

Aktuelle Meldungen Autogramm
Schadstoffe Das pusten Autos aus dem Auspuff

Konventionelle Batterietechnik
Herzstück des Autos ist neben dem Elektromotor im Heck die Batterie, die unter dem Wagenboden festgeschraubt ist. Die Batterietechnik, es handelt sich um eine sogenannte Zebra-Zelle, ist konventionell. Das Gewicht geht mit gut 100 Kilo in Ordnung, die Ladezeit liegt bei fünf Stunden für 80 Prozent und acht Stunden für 100 Prozent Leistung, und die Lebensdauer ist mit 80.000 Kilometern für ein Stadtfahrzeug ausreichend.

Anschaffung noch sehr teuer
Dennoch hat die Sache einen Haken: der Preis. Zwar ist die Umrüstung vergleichsweise günstig, doch würde sich den Strom-Smart unter normalen Umständen wohl kein Kunde leisten wollen. "In London ist das anders", sagt Marketing-Mann Pitt Moos. "Obwohl unsere Flottenkunden für den Stromer etwa die zweieinhalbfache Monatsmiete eines normalen Smarts bezahlen, geht für sie die Rechnung beinahe auf", sagt er und kalkuliert für Pendler mit fast 2000 Pfund Congestion Charge pro Jahr. Außerdem haben Elektroautos zwar hohe Anschaffungs-, dafür aber geringe Betriebskosten. "Einmal Volltanken kostet nur 2 Euro", sagt Moos. Selbst wenn man mit einer Tankfüllung nicht wie bei einem Dieselmodell mehr als 1000 sondern nur gut 100 Kilometer schafft, sinkt der Kilometerpreis so auf unschlagbare zwei Cent.

Verbrauchsrechner Diesel oder Benziner - jetzt mit CO2-Angabe

Run auf den Elektro-Smart
Vor diesem Hintergrund ist es kein Wunder, dass die kleinen Saubermänner in London gut ankommen. "Die hundert Autos sind längst verteilt, und beinahe täglich bekommen wir neue Anfragen", sagt Moos. Dass die Kunden auch mehr Autos kaufen würden, zeigt der in Indien hergestellte G-Wiz, der hierzulande als Greeny angeboten werden soll. Obwohl der winzige und modisch bunte, innen aber sehr enge und triste Viersitzer mehr kostet als manch ausgewachsener Kleinwagen, hat er sich mit fast tausend Zulassungen im Jahr in Szene-Vierteln wie Notting Hill zum Kult entwickelt.

Sind Elektroauto wirklich die Lösung?
"Dennoch ist die Begeisterung für die Elektroautos nicht ungeteilt", sagt Jato-Managerin Fox. "Auf der einen Seite suchen natürlich eine Menge Leute eine gebührenfreie Alternative, mit der sie ohne Geldsorgen wieder in die Innenstadt kommen." Aber auf der anderen Seite fragten sich viele, ob London davon profitieren würde, wenn die Autofahrer keine Rücksicht mehr auf die Gebühren nehmen müssten. "Es geht es schließlich nicht nur um saubere Luft. Sondern auch die Staus will keiner mehr sehen. Auch wenn Elektroautos leise sind und nicht stinken, sieht eine schöne Innenstadt wohl anders aus."

Seite weiterempfehlen

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Amateur am Werk 
Ungeschickter Bauarbeiter löst Kettenreaktion aus

Es kommt wie es kommen muss. Zum Glück kam der Mann noch einmal glimpflich davon. Video

Anzeige
AnzeigeGebrauchtwagensuche
Welcher ist Ihr nächster?

Finden Sie hier Ihren neuen Gebrauchten:

 


Anzeige
shopping-portal