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Jenseits von Porsche: radikale Sportwagen (III)

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Jenseits von Porsche: radikale Sportwagen III

14.10.2005, 15:18 Uhr | Manager-Magazin, t-online.de

Bevor die Serienaggregate allerdings in die leichten Glasfiber-Flitzer montiert werden, legen die Yes-Tuner noch einmal Hand an. Die Ladeluft-Führung wird verbessert und die -kühlung, die Pleuel, die Abgasanlage ... In den sächsischen Roadstern leisten die Vierzylinder aus Ingolstadt dann 286 PS - statt maximal 225 wie bei Audi.

"Die Aggregate sind unser Alleinstellungsmerkmal"
Nur TVR konstruiert und baut eigene Maschinen: Sechs-Zylinder-Reihenmotoren mit 350 bis 440 PS - spurtstarke und drehfreudige Treibsätze, die unter den langen Hauben rau rumoren. "Die Aggregate sind unser Alleinstellungsmerkmal", sagt Marketingchef James. Die Abteilung für Motorentwicklung ist das Allerheiligste im sonst eher saloppen Werksbetrieb von TVR. Die schmale Eingangstür ist stets verschlossen, niemand darf den Konstrukteuren bei der Arbeit zusehen oder fotografieren, was sie gerade entwerfen oder erproben.

4,2 Sekunden auf 100 Stundenkilometer
Und wie fahren sich nun die Sportwagen jenseits von Porsche und Ferrari? Am meisten beeindruckt die Fahrleistung. Der Yes Roadster, mit 830 Kilo das Fliegengewicht der getesteten Modelle, katapultiert sich in 4,2 Sekunden auf 100 Stundenkilometer. Der dritte Gang reicht bis über Tempo 150, obwohl der Vier-Zylinder-Motor nur 6300 Umdrehungen schafft.

Exzellent abgestimmtes Fahrwerk
Ungeübte Fahrer unterschätzen die Geschwindigkeit leicht und gehen mit viel zu hohem Tempo in die Kurve. Die kompakte Rennsemmel nimmt solche Fehleinschätzungen in der Regel nicht übel; dank ihres Mittelmotors und dank eines exzellent abgestimmten Fahrwerks bleibt sie normalerweise in der Spur. Allerdings vermittelt der Yes Roadster seinem Fahrer keinerlei Grenzbereich. Wenn das Auto wirklich einmal ausbricht, dann passiert es ohne Vorwarnung. In der Regel hat das einen totalen Kontrollverlust zur Folge.

Atemberaubender Sound
Die TVR-Modelle bieten vertretbare Kofferräume, ihr Konzept lässt sich am weitesten auf die Alltagsbedürfnisse der Käuferschaft ein. Dennoch ist der Sound des Motors atemberaubend. An der Ampel und überall sonst, wo es auf Beschleunigung ankommt, lässt selbst der vergleichsweise bürgerliche TVR Tuscan jeden Serien-Porsche stehen.Schwachpunkt ist die Verarbeitung der Glasfiber-Karosserien. In beiden Testwagen - ein Tuscan und ein Sagaris - klapperten und quietschten mehrere Karosserieteile um die Wette.

Understatement ist nicht die Domäne der TVR-Designer
Rund 90 Prozent aller TVRs fahren in Großbritannien. Mit einer Linkslenkung für den Verkehr auf dem europäischen Kontinent wird daher auf Wunsch nur das Bestsellermodell Tuscan gebaut. Dessen asymmetrischer Fußraum ist links vom Kardantunnel jedoch genau genommen zu klein für die drei Pedale, die dann dort untergebracht werden müssen. Der Kupplungsfuß tritt so leicht mit auf die Bremse. Understatement ist nicht die Domäne der TVR-Designer. Der Tuscan etwa fällt wegen seiner aggressiv gewellten Fronthaube auf, der Sagaris durch quer stehende Auspufftöpfe, die aus der Heckpartie hervorlugen wie großkalibrige Kanonen aus den Schießscharten einer Galeone.

Pagani: Silhouette eines Jagdbombers
Der Pagani ist ein Überviech mit der Silhouette eines Jagdbombers. Das Heck trägt Stummelflügel, die vier Auspufföffnungen sind gebündelt wie der Auslass eines Nachbrenner-Triebwerks. Der größte Vorzug des Zonda ist die solide Maschine vom Mercedes-Tuner AMG. Die kombiniert er mit ultraedlen Materialien - Leder, gebürsteten Metalloberflächen, Karbonfaser - und zahllosen Hightechteilen, die erst in der obersten Preisklasse verfügbar sind.

Kupplung rutscht
Allerdings hat auch der teure Pagani Schwächen: Teile der Antriebstechnik sind offenbar nicht richtig dimensioniert für die 602 PS des Zwölfzylinder-Turbo-Aggregats. Die Kupplung des Testwagens rupfte und rutschte schon nach dem kurzen Rangieren für die Foto-Session in der Hitze der oberitalienischen Tiefebene.

Akrobatische Grätschen beim Einstieg
Die Lotus Elise ist eine Zumutung für jeden, der größer als 1,80 Meter ist und für alle Träger eines Rocks: Wer einsteigen will, muss fußbreite Schweller überwinden und zugleich in tief liegende, uneinsehbare Fußräume abtauchen. Das verlangt akrobatische Grätschen, die jeden Rahmen sittsamer Bewegung sprengen. Bei geschlossenem Verdeck wird überdies eine komplette Rumpfbeuge fällig, um die winzige Türluke zu passieren - was nicht nur den Gleichgewichtssinn jedes Zivilisationsmenschen einer harten Prüfung unterzieht. Beim Aussteigen tauchen dieselben Probleme nochmal in umgekehrter Reihenfolge auf. Zudem ist der Stiftbolzen des Türschlosses beim Herauskraxeln so im Weg, dass es nahezu unausweichlich blaue Flecken am Oberarm gibt.

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