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Öko-Trend auf der IAA  

Wettlauf der Antriebskonzepte

14.09.2007, 12:29 Uhr | dpa/T-Online, t-online.de

Wird die Auto-Zukunft grün? (Foto: Katja Lenz/T-Online)Wird die Auto-Zukunft grün? (Foto: Katja Lenz/T-Online) Diesel, Otto, Hybrid und Diesotto: Die diesjährige IAA in Frankfurt ist ein Schaulaufen für die Antriebskonzepte der Zukunft. Die Autobauer kämpfen gegen ihren Ruf als vermeintliche "Klimaschweine" und überbieten sich in der Ankündigung neuer spritsparender Modelle. Doch ein Trend zeichnet sich deutlich ab: Die große Mehrheit der Hersteller äußerte im Interview mit T-Online die Ansicht, dass auch im Jahr 2020 der Verbrennungsmotor der Antrieb Nummer eins sein wird. An Brennstoffzelle oder Elektroantrieb wollen die Vertreter der großen Konzerne für die nahe Zukunft nicht recht glauben.

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Deutsche im Hintertreffen
Insbesondere die deutschen Hersteller, die jahrelang auf sparsame Diesel-Motoren gesetzt haben, wollen in den kommenden Jahren ihre Modellpalette erweitern und ebenfalls Hybridmotoren auf den Markt bringen. Vorausgefahren sind die Japaner, allen voran Toyota. Vor allem in den USA nahmen die Asiaten den US-Herstellern - aber auch den deutschen Premium-Marken - in den vergangenen Jahren Marktanteile ab. Die US-Autoindustrie hatten zu lange auf große, spritfressende Geländewagen und Pickups gesetzt - die Deutschen zu sehr auf den Diesel. Als die Benzinpreise anzogen, brachen die Verkäufe ein.

Alternative Antriebe 1 Der Hybridantrieb
Alternative Antriebe 2 Der Diesel-Hybrid
Alternative Antriebe 3 Elektroautos
Alternative Antriebe 4 Biokraftstoffe
Alternative Antriebe 5 Die Brennstoffzelle

Hybrid erobert die USA
In Übersee allerdings war der konventionelle Ottomotor lange Zeit ohne Alternative, Dieselfahrzeuge spielten keine nennenswerte Rolle. Der Treibstoff war nicht wesentlich günstiger als Normalbenzin, wurde daher kaum angeboten. In der Anschaffung ist der Diesel teurer als ein Benziner. Diese Marktlücke nutzen die Japaner mit ihren Hybridmodellen - allen voran Toyota mit dem Prius. Die Deutschen hatten dem bislang nichts entgegenzusetzen.

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Deutsche setzen auf Diesel
Ganz anders sieht die Situation in Europa und speziell in Deutschland aus. Die Zulassungszahlen sprechen eine deutliche Sprache. Von den rund 3,5 Millionen Neuzulassungen in Deutschland entfielen laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) im vergangenen Jahr gerade einmal 5278 auf Hybridfahrzeuge. Dieselfahrzeuge hingegen kommen auf einen Marktanteil von fast 50 Prozent. Honda beispielsweise hat in diesem Jahr in ganz Europa 235.000 Fahrzeuge verkauft, gerade einmal gut 6000 hatten einen Hybridantrieb unter der Haube.

Konzentration auf Hybrid und Diesel
Das dürfte sich ändern. Die Märkte weichen zunehmend auf, wer global bestehen will, muss alle Motoren im Angebot haben. Hersteller und Zulieferer haben sich auf ein Nebeneinander der verschiedenen Antriebskonzepte in den kommenden Jahren eingestellt. Die Deutschen nehmen Hybridfahrzeuge ins Sortiment, die Japaner Dieselmodelle. BMW zum Beispiel will seinen neuen Geländewagen X6 ab 2009 als Hybrid anbieten, ähnlich sieht es beim Q7 von Audi, dem Cayenne von Porsche oder der M-Klasse von Mercedes aus.

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Mercedes forciert den Diesotto
Audi-Chef Rupert Stadler dämpfte auf der IAA aber allzu große Erwartungen an den Hybrid: "Das wird kein Riesenvolumen werden." Mercedes geht daher noch einen Schritt weiter. Als Konzept-Fahrzeug zeigen die Stuttgarter den F700, der einen so genannten Diesotto - und einen Hybrid-Antrieb kombiniert. Als Diesotto bezeichnet der Konzern ein zukünftiges Motorenkonzept, das die Vorteile des Diesel - geringer Verbrauch - mit denen des Ottomotors - Sauberkeit - verbinden soll. Nur 5,3 Liter soll der F700 - ein Fahrzeug der Luxusklasse - auf 100 Kilometer verbrauchen.

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Mercedes forscht Der Diesotto kommt

"Hybrid ist noch zu teuer"
Auch die Nachbarn in Frankreich - Vorreiter bei Umwelttechniken wie dem Dieselpartikelfilter oder in den 80er Jahren dem Katalysator - sind auf den Hybridzug aufgesprungen. "Die Technologie beherrschen wir jetzt, die Autos funktionieren. Zur Zeit ist die wichtigste Arbeit, bis 2010 die Kosten zu reduzieren", sagte Peugeot-Deutschlandchef Olivier Dardart. "Wenn wir die Technologie jetzt einführen würden, wären die Kosten noch zu hoch und die Kunden würden das Auto nicht kaufen."

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BMW im Aufwind
Doch es geht auch andersherum: General Motors will für den US-Markt auf Diesel-Modelle von Opel zurückgreifen. "Dadurch, dass wir in Europa eine starke Präsenz von selbst entwickelten und produzierten Diesel haben, können wir diese auch in Schwesterprodukten in den USA anbieten", sagte General-Motors-Chef Rick Wagoner in Frankfurt der Zeitschrift "auto motor und sport". Und BMW findet in den USA mit seinen neuen Spritspartechniken in Kombination mit herkömmlichen Motoren - wie Start-Stopp-Automatik oder Mini-Hybrid - großen Anklang. Im August kletterte der Absatz in den USA um 19,3 Prozent.

Foto-Show Opel Flextreme

Der Verbraucher entscheidet
So dürfte es in erster Linie an den Verbrauchern liegen, welchem Antrieb sie den Vorzug geben. Bei Toyota jedenfalls, dem Vorreiter bei Hybridautos, ist die Euphorie ungebrochen. Die Japaner wollen die Produktion bis Anfang des nächsten Jahrzehnts auf eine Millionen Autos pro Jahr hochfahren. Und andere Zukunftsantriebe wie Brennstoffzelle oder Elektro werden in den nächsten Jahren noch keine Rolle spielen. Diese Antriebe sind bei weitem noch nicht serienreif.

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