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Auto China 2008  

Pekings Copyshop

23.04.2008, 09:57 Uhr | Aus Peking berichtet Tom Grünweg

Nicht die Front des Mercedes CLK, sondern ein chinesischer F8 (Foto: mid)Nicht die Front des Mercedes CLK, sondern ein chinesischer F8 (Foto: mid) In Peking gibt es zwar McDonald’s, Ikea und H&M doch bei Autos hört es mit dem globalen Einheitsgeschmack auf. Während man auf den Fahrzeugmessen in Frankfurt, Detroit oder Tokio immer wieder die gleichen Modelle sieht, ist die Auto China in Peking ein wahres PS-Panoptikum. Die chinesischen Eigenkreationen sind derart skurril und Plagiate so dreist, dass die meisten Westler mit großen Augen und offenen Mündern durch die Ausstellungshallen laufen.

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CLK plus Renault gleich China-Auto

Schön ist zum Beispiel der F8 einer Firma mit dem hintersinnigen Namen Build Your Dream: Das Cabrio-Coupé kombiniert die Schnauze des Mercedes CLK mit dem Heck des Renault Mégane CC. Ebenfalls frisch aus dem Copyshop sind die chinesischen Ausgaben von Fiat Panda und Toyota Yaris bei Great Wall. Hinzu kommen die Asien-Interpretation des Jeep Wrangler, ein halbes Dutzend Möchtegern-Hummer und der Mini, der bei Lifan-Motors seine Premiere als frei interpretierter Viertürer feiert.

"Das gehört hier einfach zur Kultur"

Wirklich böse kann man den Chinesen nicht sein, findet etwa Daimler-Chef Dieter Zetsche. "Das gehört hier einfach zur Kultur und ist sogar eine Form der Verehrung", erläutert er. Dabei hätte Zetsche Grund zum Groll. Denn den Smart, den er im nächsten Jahr offiziell nach China bringen will, gibt es dort als billige Kopie schon lange. "Natürlich haben wir dagegen alle nötigen rechtlichen Schritte unternommen", erklärt Zetsche gelassen. Doch gehe es hier eher darum, die eigenen Rechte nicht zu verspielen, statt mit harter Hand durchgreifen. "Deshalb wachsen uns keine grauen Haare."

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Geländewagen Rote Fahne

Noch gibt es das Déjà-vu-Erlebnis an jedem zweiten Messestand. Doch immer häufiger sieht man auch Fahrzeuge mit einem völlig eigenständigen Design, die mitunter freilich ausgesprochen skurril und kurios daherkommen. Der futuristische Luxusgeländewagen der einstigen Bonzenmarke HonQui (Rote Fahne) zum Beispiel wirkt so protzig und überladen, dass man sich mit ihm selbst in Las Vegas nicht auf die Straße trauen würde.

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Mischung aus Badewanne und Gummiboot

Der wie eine Mischung aus umgestülpter Badewanne und Gummiboot aussehende QQ Sport von Cherry lässt Lifestyle-Autos wie den VW Beetle oder den Mini von BMW wie langweilige Spießer wirken. Ebenfalls Hingucker sind die Sportwagenstudie Scorpio und der Flügeltürer Izana, mit denen chinesische Designbüros italienischen Studios wie Pininfarina Konkurrenz machen wollen. Nicht minder kurios ist der Oullim Spirro. Als erster Mittelmotor-Sportwagen soll die bis zu 600 PS starke und mehr als 350 km/h schnelle China-Flunder schon im nächsten Jahr auch durch Europa rasen.

"Chinesen werden ihren eigenen Weg finden"

Zwischen Kopien und Kuriositäten gibt es auch immer mehr Fahrzeuge, die von einer gewissen Ernsthaftigkeit zeugen und den Vergleich mit asiatischen oder gar europäischen Modellen nicht scheuen müssen. "Die Chinesen werden ihren eigenen Weg finden, so wie es auch die Koreaner getan haben", sagt Mercedes-Designchef Peter Pfeiffer.

Am Messestand eine gute Figur

Wie die Autos tatsächlich fahren und vor allem wie sie sich bei einem Crash verhalten, steht auf einem anderen Blatt. Doch zumindest auf dem Messestand machen etwa die Kleinwagenfamilie Fira von Cherry, der Golf-Gegner FRV und vor allem der neue Mittelklasse-Kombi von Brilliance eine gute Figur.

Europäisches Design

Auch das halbe Dutzend Neuheiten von Geely ist einen zweiten Blick wert: Der Supersportwagen Tiger hätte auch aus Italien kommen können, der sportliche Kombi GE ginge auch als Honda Accord oder Ford Mondeo durch, und der kompakte FC-1 fährt vielleicht schon morgen gegen Hyundai i30 oder Toyota Auris.

Wenige Öko-Konzepte

Neben Fahrzeugkonzepten jenseits der Stufenhecklimousine kann man in China auch ein zartes Öko-Pflänzchen sprießen sehen. Auf den meisten Ständen gibt es ein paar bunte Darstellungen, ein paar Motorenmodelle mit Hybrid- oder Elektroantrieb. Sind die chinesischen Hersteller wirklich in der Lage, etwas derartiges zu bauen oder ist es nur geschickte PR?

"Wir Englisch nicht sprechen"

Viele der Öko-Modelle wirken halbherzig gebastelt, oft sind nicht einmal Aufkleber oder Typenschilder richtig befestigt. Nachfragen ist zwecklos. Denn die Manager und Presseleute von Chinas Autofirmen geben sich zwar gerne als ökologisch korrekte Global Player, aber sprachlich nicht allzu gewandt. Ihre Standardantwort lautet: "Oh sorry, English we not speak."

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